Variable Induktivität mittels Stelltrafo

Für Basteleien, Messgeräte und physikalische Experimente.

Moderatoren: MaxZ, ebastler, SeriousD

Antworten

Thread-Ersteller
Lichtbogen
Beiträge: 253
Registriert: Sa 19. Nov 2011, 12:20
Spezialgebiet: Fotografie
Schule/Uni/Arbeit: FH
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Variable Induktivität mittels Stelltrafo

Beitrag von Lichtbogen »

Hallo,

was haltet ihr von der Idee, einen Stelltrafo als verstellbare Induktivität zu nutzen?

Man könnte den Trafo, natürlich vorausgesetzt man überschreite keine maximalen Flussdichten und betreibe ihn im Bereich des Bemessungsstromes, einfach einer Schaltung derart in Reihe schalten und mit dem Drehregler die Induktivität der Spule verstellen.
Bequemer könnte man es doch nicht haben, wenn man eine Strombegrenzungsdrossel braucht, oder?

axonf
Beiträge: 1333
Registriert: Di 9. Mai 2017, 10:38
Spezialgebiet: Hochvakuumschmelzablage
Schule/Uni/Arbeit: Maschinenbauer
Hat sich bedankt: 271 Mal
Danksagung erhalten: 115 Mal

Re: Variable Induktivität mittels Stelltrafo

Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen Abend, hallo Lichtbogen schaue doch mal unter saturable coil reactor circuit, sättigbare Drossel. Über eine steuerbare Spule kannst e die Drossel mit Gleichspannung in die Sättigung treiben. Wollte auch mal eine solche Drossel bauen, mit einem großen Kern aus Trafoblech für Hochstromversuche. Habe dann doch zwei MOT s mit 16 Quadrat genommen und schön 3 KW verheizt. Eine gute Nacht wünscht der axonf.
Benutzeravatar

CoronaDischarge
Beiträge: 325
Registriert: Di 22. Jun 2010, 19:26
Wohnort: Thun, Schweiz
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Variable Induktivität mittels Stelltrafo

Beitrag von CoronaDischarge »

Hallo Lichtbogen
Lichtbogen hat geschrieben: Mo 18. Jul 2022, 19:04 vorausgesetzt man überschreite keine maximalen Flussdichten
Du hast den Haken an der Sache schon selbst gefunden ;)

Transformatoren werden i.d.R. so ausgelegt, dass sie schon im Leerlauf nahe der maximalen Flussdichte betrieben werden. Trafos können nur deshalb mit hohen Strömen betrieben werden, weil sich die Durchflutungen von Primär- und Sekundärwicklungen fast vollständig kompensieren. Der Kern "sieht" dann nur noch die Differenz der Durchflutungen und folglich eine ähnliche Flussdichte wie im Leerlauf. (Dies gilt auch für Spartransformatoren, wie es Stelltrafos üblicherweise sind. Hier ist nur die Primär- und Sekundärwicklungen physisch in einer einzigen Wicklung zusammengefasst und obiges Argument ist schwieriger zu erkennen.)

Lässt du also eine der Wicklungen offen, so wird die maximale Flussdichte im Kern erreicht, sobald die Wicklung den Leerlaufstrom des Transformators führt. In deinem Fall (Stelltransformator ausgeführt als Rinkerntransformator mit ca. 1-3 kVA) würde ich einen Leerlaufstrom in der Grössenordnung von weniger als 100 mA erwarten. Dies ist der Strom, den du mit deiner variablen Induktivität (aka Stelltrafo) regeln kannst. Also wahrscheinlich nicht die erwartete Leistungsklasse ;)

Freundliche Grüsse
CD
Benutzeravatar

Zitzewitz
Beiträge: 117
Registriert: Sa 9. Jul 2022, 12:48
Hat sich bedankt: 14 Mal
Danksagung erhalten: 19 Mal

Re: Variable Induktivität mittels Stelltrafo

Beitrag von Zitzewitz »

Hallo Lichtbogen,
manche Trafos haben eine relativ schwache oder eine einstellbar schwache bzw. stärkere Kopplung zwischen Primär- und Sekundärseite, z.B. Neontrafos. Bei manchen Neontrafos kann man auch mit einem Streujoch einstellen, wie stark die Kopplung ist.

Wenn man eine schwache Kopplung hat, erscheint es auf der Sekundärseite so, als ob einem Trafo mit starker Kopplung eine Induktivität in Reihe geschaltet wäre - je schwächer die Kopplung ist, desto größer ist diese Induktivität. Dann ergibt sich nur ein begrenzter Strom, wenn man die Sekundärseite kurzschließen würde.

Somit könntest du z.B. mit einem Neontrafo die gewünschte Strombegrenzung erhalten.
Antworten