Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

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Multi-kv
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Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#1 Beitrag von Multi-kv »

Hallo zusammen,

habe mir bei ebay eine stärkere elektronische Last bestellt, um größere Akkupacks testen zu können, da meine 60W Last für ebike Akkus ein wenig schwach ist.
Das Produkt nennt sich "150V 10A 150W Intelligent Electronic Load Battery Discharge Capacity EU/US Plug" und ist eher eine no-name dummy load, Hersteller ist wohl "DM - DIY MORE".
Mit gut 30 Eur ist das Gerät für die Leistungsklasse eher günstig, obwohl diese Geräte in den letzten Jahren deutlich im Preis gestiegen sind (meine die waren vor ein paar Jahren noch um die 20 Eur zu bekommen). Mein Modell habe ich hier gekauft: https://www.ebay.de/itm/402737944734

Da die Ware aus China kommt, hatte ich eigentlich mit Zollproblemen gerechnet, aber das Paket kam ganz unproblematisch gut verpackt und schnell (ca. 3 Wochen) direkt zu mir nach Hause.
Die Verpackung war für eine Sendung aus China wirklich vorbildlich: stabiler Karton, innen allseitig mit 1 cm dicken Schaummatten ausgelegt und der Artikel zusammen mit Netzkabel passten stramm hinein. Außen war der Karton auch noch einmal in Luftpolsterfolie gewickelt und dann im üblichen Plastikbeutel.

Von der Verarbeitung her macht es einen relativ ordentlichen Eindruck, Lötstellen, Platine und Kontakte sind sauber.
Erstaunlich ist auch die relativ gute Meßgenauigkeit, die man bei einem solchen Gerät zwar erwartet, für den Preis aber nicht immer bekommt. Der max. Fehler wird in der Beschreibung zwar mit 0,05V und 0,05A angegeben (solche absoluten Werte ohne jeden Bezug machen ja gar keinen Sinn), liegt aber beim Strom wirklich recht dicht am wahren Wert (gemessene Fehler unter 1%), während der Fehler bei der Spannung etwas größer sein kann, in Abhängigkeit vom aktuellen Strom. Leider sieht das Gerät keine 4-wire Meßmethode vor, so dass man die Spannung nur über die belastete Leitung messen kann. Und trotz guter Kontakte und kurzer 1,5mm2 Leitungen ist bei 5A und mehr natürlich schon ein deutlicher Spannungsabfall über den Leitungen zu erwarten.
Dennoch bin ich insgesamt mit der Leistung und Genauigkeit recht zufrieden. Vor allem können die 150W wirklich genutzt werden, ohne das der Mosfet überhitzt dank großem Kühlkörper und Fan.
Die Temperatur wird auf dem Display unten angezeigt. Der Fan setzt ab einer Temp. über 40 oC ein und stoppt bei Unterschreiten der 35 Gradmarke. Er ist dabei angenehm leise und ruhig.
Gefühlt setzt der Fan erst relativ spät ein (Anfassen im Außenbereich des Kühlkörper ist nur kurzzeitig möglich), nach der Anzeige aber bei Überschreiten der 40 Grad.

Die Versorgungsspannung liegt bei 12V (funktioniert aber schon ab ca. 6V und bis 15 V - höher habe ich nicht getestet) und die Stromaufnahme im Leerlauf liegt bei nur 5 mA (ohne Hingtergrundbeleuchtung) und bei ca. 12 mA mit Hintergrundbeleuchtung. Wenn der Fan einsetzt werden bis zu 350 mA gezogen.

Aus den angehängten Bildern könnt ihr die Meßgenauigkeit bei unterschiedlichen Spannungen und Strömen ablesen - aus meiner Sicht recht gut Ergebnisse. Max. Fehler bei der Spannungsmessung waren etwa 3% bei Strömen über 5A. Bei kleinen Strömen ist der Fehler deutlich kleiner. Hätte man eine 4-wire Messung vorgesehen, hätte man dieses Problem vermutlich beheben können.

Das Gerät bietet Kapazitätsmessung für Batterien und Akkus an und die Entladeschlußspannung läßt sich einstellen. Es werden sowohl die entnommenen Ah als auch die Wh angezeigt. Zusätzlich wird noch der rechnersiche Widerstand angezeigt (Achtung: das ist nicht der Innenwiderstand des Akkus, sondern einfach U/I aus der laufenden Messung - also eigentlich belanglos).

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Arbeitsweise über die beiden Potis (grob + fein). Sobald man diese aufdreht fließt schon der erste Laststrom - es gibt also keinen separaten Start- oder Ende-Knopf wie bei anderen Geräten.
Insgesamt vom Preis-/Leistungsverhältnis aber ein durchaus akzeptables Gerät wie ich meine.

Links Strom, rechts Spannung:
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4-6.jpg
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10-13.jpg

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gamerpaddy
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Re: Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#2 Beitrag von gamerpaddy »

So eine hatte ich mir auch mal bestellt, aber nach kürzester zeit ging der FET unter dem Kühlkörper durch obwohl ich unter dem limit war.
Nach der reparatur mit einem besseren lief es und ist noch brauchbar in der genauigkeit.

Ich habe aber eine minimal andere version die es im prinzip nur erlaubt Strom und eine cut-off spannung zu setzen, hat dafür aber externe sens anschlüsse. sind unter der haube aber alle identisch.

ich fand die module aber schon immer unpraktisch, lag seitdem auch unbenutzt um schrank. zu fummelig und unhandlich, liegt nur im weg und geht schnell kaputt wenn was drauffällt. und isoliert ist da auch nichts.
bin auf was brauchbareres umgestiegen was dennoch bezahlbar ist, so eine stromsenke von East Tester (ET5420).
:wurst:

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Re: Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#3 Beitrag von Multi-kv »

Könnte sein das die hin und wieder billige 2. Wahl Mosfets oder gar fakes einbauen, die dann schnell kaputt sind.
Hatte das Ding ne Zeit bei ca. 140 W laufen und blieb von der Temp. im Rahmen.

Die ET5420 oder Kunkin sind dann schon wieder ne andere Preisklasse, so ab 200 Eur incl. Shipping. Die gehen dann aber schon bis 400W, sind natürlich zum ebike-Akku testen noch besser :-)

Bin mir gar nicht sicher ob die Billig-Senke auch den Strom abschaltet, wenn die Ladeschlußspannung erreicht wird - muß ich noch testen. In jedem Fall geht der laute Buzzer an, aber wenn man nicht dabei ist und der Laststrom läuft weiter, machts dir natürlich jeden Akku kaputt! :shock:

P.S. doch, schaltet ab und piepst unwiderstehlich laut! Wäre ja auch schlimm gewesen, wenn nicht. Aber da der Einschaltknopf fehlt und die Regelung nur über die beiden Potis erfolgt war ich nicht sicher :gruebel:

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Bastl_r
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Re: Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#4 Beitrag von Bastl_r »

Schau mal unter den Kühlkörper.
Da ist nix mit DIE Mosfets.
Dort ist in der Regel ein so ein armes Dingens das verzweifelt versucht die 150W in den Kühlkörper zu drücken.
Das mag bei 20 -30° noch problemlos zu bewerkstelligen sein...
Warum hat diese Senke bei nur 250W wohl 4 Transistoren?

Aber dennoch danke fürs Zeigen und Präsentieren. Ich hatte mir auch schon überlegt mal so eine Senke zum "Spielen" zu holen.

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Heisath
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Re: Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#5 Beitrag von Heisath »

Da musst du garnicht den Kühlkörper abnehmen. Das es nur ein MOSFET ist sieht man schon auf den ebay bildern.

Bild
ehemals "Count-Doku".

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Re: Test 150W elektronische Last von DM (DIY MORE)

#6 Beitrag von Multi-kv »

Hat doch niemand behauptet das da mehrere Mosfets verbaut sind. Wenn KK und Lüfter ausreichend dimensioniert sind und der Temp.sensor funktioniert, ist das doch für einen ECHTEN Mosfet kein Problem die 150 W abzuleiten. Wenn es natürlich ein fake-Mosfet ist, wird der deutlich früher durchbrennen - mal sehen. Die Temperatur ging nach Sensor auch bei 140W nicht über 46..48 Grad hinaus - das wäre ja o.k.

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