TEA Stickstofflaser/Dye Laser

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Darkside
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TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#1 Beitrag von Darkside »

Moin Allerseits,

bevor ich mein kleines aktuelles Projekt vorstelle, möchte ich mir kurz selbst vorstellen. Mein Name ist Alexander 32 Jahre jung ^^ , bin gelernter Elektroniker für Automatisierungstechnik Fachrichtung Industrielle Bildverarbeitung und Lasertechnik. Ich bin seit Jahren stiller Leser dieses Forums und habe mich entschieden, mich jetzt auch mal zu registrieren, da ich jetzt auch wieder Zeit zum basteln gefunden habe.

So nun zu meinem Projekt:

Ich plane aktuell den Bau eines TEA Stickstofflasers zum optischen pumpen eines Farbstofflasers. Der Laser wird erstmal nur mit normaler Luft betrieben werden, da mir eine Stickstoffflasche + Druckminderer nur für diesen Zweck zu kostspielig ist. Ob sich damit eine zum pumpen ausreichende Pulsspitzenleistung erzielen lässt wird sich zeigen. Der Laser wird mit einer 25cm langen Entladungsstrecke aus zwei polierten Messing 6-Kantstäben arbeiten, die ich auch schon getestet habe.
Hochspannungstechnisch wird es eine Charge Transfer Schaltung mit "selfmade" 50kV Doorknob Kondis und einer unter Überdruck betriebenen Funkenstrecke werden.

Da die meisten Teile aktuell noch im Zulauf sind, habe ich bisher nur die Elektroden testen können. Der Test war aber schon ziemlich vielversprechend und ich konnte fast sofort Lasertätigkeit erzeugen, ohne viel abzustimmen. Der Testaufbau besteht aus Blumeline Schaltung mit einer einfachen Funkenstrecke. Als Versorgung dient ein Zeilentrafo. Entladerate war etwa 4Hz, damit ich es überhaupt Fotografieren konnte.

Übersicht Testaufbau:
IMG_6400.JPG
Endladung im Kanal: Belichtungs 1/10s. Man beachte die wunderschöne und sehr professionelle Funkenstrecken Abdeckung :D
_MG_6387.JPG
Laserspot auf Papier und in Fluorescein/Ethanol: Belichtung 1/10s
_MG_6390.JPG
Laserspot auf Wand in ca 1m Abstand: Belichtung 1/15s
_MG_6402.JPG
Der fertige Laser soll dann auf einer 5mm Aluminiumplatte als Basis aufgebaut werden. Die Elektroden werden dann in 10mm Plexiglas gehalten, mit der Option auf spätere Stickstoffzufuhr. Ich plane auch einen 100% Spiegel + Spiegelhalter auf einer Seite, aber da bin ich mir noch nicht sicher ob ich diesen selber baue oder nicht.

Gruß Alex

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VDX
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#2 Beitrag von VDX »

... sieht schonmal interessant aus - viel Erfolg beim Aufbau!

Ich selber habe noch einen Nitromite 105 mit 30Hz und bis 400kW Puls-Spitzenleistung bei 3bar N2, mit dem aber noch nicht viel gemacht ... bin eher mit den anderen Faser-Lasern und NIR-Dioden am "Brutzeln" bzw. "Materialbearbeiten" :trollface:

Viktor
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Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#3 Beitrag von Zero »

Der Aufbau scheint recht fliegend, ich denk noch NA OB DAT WILL....et will :> ich hab da noch Aluspiegel, die sollten gut gehen für TEA.
Bei meinem damals hat das gut funktioniert. Sind glaub ich 20x20 oder 25x25...


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Darkside
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#4 Beitrag von Darkside »

@VDX: Ja.. wenn ich deine Laserressourcen zur Verfügung hätte, würde ich auch mit solchen Sachen rumspielen :ugly:. Hab aber mit hohen Leistungen nur in der Arbeit zu tun und dann auch meist nur wenn die nicht lasern oder nicht so wie gewollt.

@ Zero
Ja, der Aufbau wenn man ihn so nennen kann, ist echt "fliegend" ^^. Aber das war ja nur zum testen der Elektroden und um grob die Leistung abschätzen zu können.

Aluspiegel hört sich interessant an, ich wollte mir welche aus einer Festplatten Platter schneiden. Mein Problem sind eher die Spiegelhalter, da scheue ich ein bisschen den Selbstbau wegen Einstellbarkeit. Was auch schwer zu finden ist, sind Zylinderlinsen für den Farbstofflaser. Ich habe zwar eine, die hat aber bei 337nm fast keine Transmission mehr, was in Kombination mit der eh geringeren Leistung mit normaler Luft nicht die besten Voraussetzungen für erfolgreiches pumpen sind.

Gruß Alex


Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#5 Beitrag von Zero »

Aaach...die schraubste doch ohne viel Weakzoisch zusamm. 2 Aluplatten und 4 Schrauben mit Federschen. Bissken Epoxy unter datt Aluspiejelschen weisse.
Bloß kein Sekundenkleber *grunz* weisste Bescheid. Der macht dat blind, wenne Pesch hass :<

(Anmerkung von mir: Ich gukck grad den Horst Schlämmer Film)


axonf
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#6 Beitrag von axonf »

Hallo und einem schönen Abend, hallo Darkside sieht doch klasse aus, dein TEA Stichstofflaser, besonders die Entladungen im Kanal , bei Jay vom Plasma Chanel gibt es einen ähnlichen Aufbau mit zwei Alu Winkeln. Das wäre ja auch mal etwas für mich , zum Basteln, für die sieben auf einem Streich. Von laser habe habe ich noch Null Ahnung, poste doch mal deinen weiteren Aufbau, auch Hochspannungsseitig. Ein Bekannter ist immer mal bei Desy in Hamburg, die machen an sich auch ganz tolle Sachen mit lasern, ist ja ein riesiges Institut und ne gute Kantine haben die auch. Besonders finde ich die Idee von einem Mini Plasmabeschleuniger Richtungsweisend, ein 5 Joule Kiloherzlaser feuert auf eine mini Plasmaröhre aus Saphir . Laser sind doch eine spannende und kurzweilige Sache, noch einen schönen Abend wünscht der axonf.


Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#7 Beitrag von Zero »

5J 5khz??? Da muss Saphir im Absorbtionsspektrum aber auf Diät sein! oO


axonf
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#8 Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen guten Morgen, hallo Zero ich denke mal das der Saphir nicht gepumpt wird, sondern als Target dient, der Laser soll die Elektronen im Plasma beschleunigen, auf Tera Millionenvolt, siehe Plasmabeschleuniger. Noch einen schönen Tag axonf.


Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#9 Beitrag von Zero »

Moin
Meinte ich ja :> absorbiert quasi NIX was bei 5J schon ein dickes Ding ist.


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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#10 Beitrag von axonf »

Hallo grüßt euch, da hat sich wohl ein größeres mistake eingeschlichen, es muss natürlich Tera Elektronenvolt , TeV heißen, die Maßeinheit der Teilchenphysik .Einen schönen Tag wünscht euch noch der axonf.

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Death
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#11 Beitrag von Death »

Tera Millionenvolt gefällt aber besser :hehe:


Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#12 Beitrag von Zero »

Dachten wir uns schon.


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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#13 Beitrag von Darkside »

Nabend Allerseits, hier mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir. Updates zum Laser gibt es grad keine, ich warte noch auf meinen neuen Maschinenschraubstock, ohne den ich nicht genau genug bohren kann.

@axonf: Wenn du einen bauen willst, kann ich dir diese 6Kant Messingprofile sehr an Herz legen, die kann man wunderbar polieren und damit eine schön gleichmäßige Glimmentladung bekommen. Ich hatte mit Alu immer Probleme mit der Oxidschicht und man bekommt mit den Aluprofilen gerne mal Kontaktprobleme wenn man sie im fliegenden Aufbau verwendet und nicht für genügen Anpressdruck sorgt. Das ist gerade bei TEA problematisch, weil der bei schlechten Übergangswiderständen oder zu großen Impedanzen anfängt zu zicken.

Hier ein Bild meiner Hochspannungsquelle. Simpler PWM Treiber mit HEF4010+ IRF530 und nen Diodensplittrafo
IMG_6409.JPG
Gruß Alex


Zero
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#14 Beitrag von Zero »

Wollte noch fragen was genau du genommen hast für die Ansteuerung. Was bekommste raus an kV maximal?
Meine ZVS hat es mir immer gekillt an TEAs, die ist für sowas wohl net so geeignet.

Ist die Patina die Messing zieht grade bei Plasmakram nicht auch irgendwann störend? Weiss gar nicht ob sich das viel tut.


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Darkside
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Re: TEA Stickstofflaser/Dye Laser

#15 Beitrag von Darkside »

Uff max kV kann ich jetzt so gar nicht sagen, reicht bei voller Power und 15V input für etwa 3.5cm Plasmabogen. Aber der TEA läuft mit ca 5mm Funkenstrecke also lass es max 10kV sein. Hab bei den Versuchen gelernt, dass weniger mehr ist. Wenn die Spannung zu hoch ist haut es einem zu schnell das Dielektrikum der Blumline durch, oder man bekommt Funkenentladungen im Laserkanal und die versauen den Output. Deine ZVS wird dir bestimmt immer dein Dielektrikum zerschossen haben.

Zur Patina: Ich kann es dir nicht genau sagen, habe da keine Langzeiterfahrung. Ich bin über Ebay einfach leichter an Messing 6Kant gekommen und das ist die einfachste Form für Elektroden. Ich bekomme Messing schöner auf Spiegelglanz und die Oxidschicht ist nicht so dick/stabil wie von Alu. Je glatter und paralleler die Elektroden sind desto sauberer wird die Entladung. Mal schauen, wenn der Laser wuppt und ich günstig an eine Vakuum Pumpe komme, versuch ich mich mal an einem TE-Laser. Da sind die Parameter durch das Vakuum ja etwas gutmütiger.

Gruß Alex

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