Ribbels QCW 1

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Ribbel
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Ribbels QCW 1

#1 Beitrag von Ribbel »

Hallo zusammen,

endlich habe ich begonnen eine QCWDRSSTC zu bauen. Dieses Projekt soll kein Rekordjäger werden, es dient eher dafür, das Verhalten einer QCW zu studieren und zu dokumentieren. Dafür werde ich viele Parameter in dem Projekt ändern. Ich möchte mich nicht festlegen aber das kann z.B. sein: Andere Kapazitäten, Änderung der Kopplung durch verschieben der Sekundärspule, Verschiedene Rampenformen etc. Sobald ich Erkenntnisse erlage, ob sinnvoll oder nicht, werde ich sie hier teilen.

Wie baut ihr eigentlich eure Sekundärspulen? Hier habe ich ein 100er KG-Rohr benutzt, weil es gerade da war. Für meine DRSSTC habe ich HT-Rohr benutzt. Gibt es hier Vor- /Nachteile?
Damit der Draht beim Wickeln auf Position bleibt, nehme ich ein paar Streifen gutes doppelseitiges Klebeband. Ich hatte einmal schlechtes Klebeband, bei dem sich dann der Klebstoff zwischen den Windungen rausgedrückt hatte. Das war kagge.
Die zwei Spulen zuvor hatte ich mit Hilfe eines Motors gewickelt. Für die QCW jetzt hatte ich keinen da und habe selbst gedreht und war nach 3 Stunden durch. Die Augen haben etwas wehgetan danach. Der Draht mit 0,2mm Durchmesser ist schon arg dünn. Das sah so aus:
Wickeln.jpg
Habt ihr gut Tipps um sich nicht mehr so durchquälen zu müssen?
Das Rohr hat einen Außendurchmesser von 11cm und ist auf 15cm Länge bewickelt.

Als Finish kam ein PU-Acryllack auf Wasserbasis drauf, der auch schon bei meiner DRSSTC gute Dienste geleistet hat. Der ist sogar nach DIN EN 71.3 sabberfest :D
Dann wurde noch ein 25cm Toroid vom Highvoltageshop draufgedonnert un jut war die Sache.
IMG_20200502_192505.jpg
Hier daneben die Buscaps, die auch Phoenix in seiner QCW verbaut hat. Die gab's für 20€ das Stück in der Bucht, da konnt ich nicht nein sagen. Ich würde gerne nur mit zwei Buscaps arbeiten, habe aber trotzdem mal den dritten als Reserve eingeplant. Je nach dem wie sehr die Spannung fällt; wird getestet.

Und dann ging es an die Primärspule, Ziel war es die Impedanz etwas höher zu halten damit ich mich Richtung 200A Spitze bewege.
Der massive Kupferdraht hat 10mm². Und es sieht noch etwas hingeeiert aus, aber der Draht war störrischer als gedacht :tropfen:
Die Spule hat 11 Windung bis max 28µH. Oben habe ich noch ein Strikerail drauf. Innenwindung hat 15cm im Durchmesser und die 11. Windung hat 30cm. Die Steigung der Anordnung beträgt 45°. Somit solle laut Raacke eine Kopplung von 0,312 bestehen.
primär.jpg
Die Spule ist auf 10mm MDF Platten eingeklipst. Ja, Holz ist nicht das beste, wobei MDF ja auch nicht wirklich mehr als Holz zu bezeichnen ist. Werd ich sehen was damit bei einem Dauertest passiert.
Das Einklipsen war übrigens eine super Sache. Ich habe die Dreiecke erst auf dem MDF aufgezeichnet, die Löcher entsprechend gesetzt, mit einem 3,5er Bohrer gebohrt und dann beim Ausschneiden mit der Stichsäge bin ich an den Löchern tangiert. Habe danach noch mit einer Schlüsselrundfeile die Weitung überall angepasst und schon konnt man den Kupferdraht eindrücken. Im folgenden Bild ist es auch gut zu erkennen:
Primär Ende.jpg
Vielleicht ist hier noch eine Schwachstelle, denn hier zwischen dem Ende des 11. Windung und dem Ende des Strikerails könnte eine Entladung entlang der Oberfläche stattfinden. Noch bin ich aber optimistisch, dass die 12mm als Abstand ausreichen.

In der Mitte ist überigens ein Loch, weil ich die Höhe der Sekundärspule einstellen möchte um so die Kopplung nach unten/oben zu korrigieren. Somit werde ich auch testen können ob ein alleiniges Positionieren der Sekundärspule die zwei Resonanzpunkte schon ändert. Also rechnerisch tut's das ja, ich will es aber ausprobieren.

Hier mal die zwei Spulen in Kombination:
Overview.jpg
v u.jpg
Der Topload bekommt noch eine längere Spitze, vmtl wird es eine massive Kupferspitze. Ich hatte überlegt ein Hitzefestes Material zu benutzen wie Wolfram oder Niob, aber da kostet eine 8mm x 100mm Rundstange knapp 30€. Für das Geld kann ich 10 Kupferspitzen verheizen.

Die Kondensatoren des Bucks brauchen leider noch 3 Wochen, bis sie da sind. Von dem her werde ich erstmal den DRSSTC-Betrieb startklar machen. Also werde ich als nächstes den UD2.7 zusammenbrutzeln, ein MMC basteln und die Vollbrücke bauen.

@Phoenix, nach etwas rumrechnen bin ich, wohl wie du, zu dem Entschluss gekommen, dass die 15nF Kondensatoren das beste Preis/Leistung/Menge/Flexibilitätsverhältnis haben. Ich werde aber nur 8 in Reihe setzen, die 16vK Spannungsfestigkeit sollten mir reichen, zumal ich ja auch nicht all zu hohe Ströme plane.
Die Vollbrücke war als TO267-Version geplant, aber als ich das Datenblatt deiner Bricks mit einem 60N65 verglichen habe, habe ich den Plan mit der TO267-Brücke verworfen. Die sind ja wirklich richtig flott! Und vorallem ist die Brücke dann schraubbar. Das Gelöts der TO267er Brücke erspare ich mir dann. Super Sache! Vorallem im Fehlerfall ist der Tausch vesentlich angenehmer.

Ich werde euch auf dem laufenden halten.

Vielen Dank für's lesen und freundliche Grüße
Ribbel

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Miles Prower
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Re: Ribbels QCW 1

#2 Beitrag von Miles Prower »

Die blaue Sekundärspule mit dem spun toroid sieht schon schick aus!
Bin schon gespannt.
Ich hol' mir jetzt 'n Bier

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kilovolt
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Re: Ribbels QCW 1

#3 Beitrag von kilovolt »

Sieht auch bei Dir sehr fein aus, Ribbel :awesome:
Du und Phoenix motiviert mich, meinen QCW-Kram auch wiedermal hervorzunehmen :-) Mehr als einen Meter Entladungen habe ich mit der alten Brücke leider nie hingekriegt (Sek. war auf 14cm bewickelt), aber ich denke, das könnte sich vielleicht mit ein bisschen gut zureden noch ändern ;-)

Bin gespannt auf Deine ersten Tests!

Ah, noch ne Frage: Welchen Lack hast Du verwendet für die Sekundärspule?

Beste Grüsse
kilovolt
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Re: Ribbels QCW 1

#4 Beitrag von Ribbel »

Hallo kilovolt,

schön, dass deine Motvation wieder steigt deine QCW wieder auszukramen! Gut zureden hilft oftmals, aber pass auf, dass sich der Rauch in der Elektronik nicht angesprochen fühlt :hihi:

Diesen Lack benutze ich:
Lack.jpg
Ist zwar kein Epoxidfinish, welches dicker schützt, aber er ist robust und hat auch schon auf meiner DRSSTC gute Dienste geleistet. Beim Transport kam nie ein Schaden an die Sekundärspule. In wie fern er leitet kann ich nicht sagen, habe aber bisher keine negativen Auswirkungen feststellen können.

Freundliche Grüße
Ribbel

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Re: Ribbels QCW 1

#5 Beitrag von kilovolt »

Danke vielmals für den Tipp mit dem PU-Lack, Ribbel. Auf jeden Fall sieht dieser an Deiner Sekundärspule sehr edel aus! Cool!

Gruss kilovolt
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Re: Ribbels QCW 1

#6 Beitrag von Ribbel »

Hallo zusammen,

gleich vorweg: Bilder von Entladungen gibt es noch keine, aber sie läuft, getestet bisher nur mit 30V Busspannung vom Labornetzteil.

So, seit meinem letzten Post hier hat sich einiges getan und ich wollte hier mal etwas Dokumentation des Baus und den aktuellen (noch nicht fertigen) Stand teilen.
Zufällig hatte mein Betrieb eine große alte defekte Endstufe, die ich ausschlachten konnte. Hauptsächlich war ich an dem enormen Aluminiumkühlkörper interessiert. Hier ein Bild des Endstufeninneren:
1 crown.jpg
Kühlkörper und Drosselspulen für umsonst :headbang:
Also habe ich aufgrund der Abmessungen des Kühlkörpers und die der drei Buscaps (à 10.000µF 350V) eine Bodenplatte zugeschnitten und einfach drauf losgebaut.
2 heatsink.jpg
3 heatsink.jpg
Die hier zu sehenden Drosselspulen sollten das Feedback und den OCD ergeben. Diese habe ich aber in späterem Verlauf getauscht, weil der UD2.7 mit dem Feedback Anlaufprobleme hatte. Zum Einsatz kamen dann N30 Ferritringe, die ich auch in meinen GDTs verbaut habe.

Die Vollbrücke besteht aus vier IXXN110N65B4H1 (https://m.littelfuse.com/~/media/electr ... et.pdf.pdf), wie auch @Phoenix sie in seiner QCW verbaut hat. Die IGBTs wurden auf den gegenüberliegenden Seiten, zwei links, zwei rechts, angebracht. Hier die vorherige Überlegung:
1,5BridgeSchem.jpg
und hier die Umsetzung mit Kupferschiene aus der Bucht (Querschnitt 10mm x 3mm).
4 bridge.jpg
Ich dachte mir, dass 30mm² für meine Zwecke durchaus ausreichen sollen, zumal die Prim mit ihren 10mm² eh etwas unterdimensioniert ist.
Die Snubberkondensatoren haben je 3,3µF
Der zu sehende Lastwiderstand ist der Entladewiderstand der Primärseite. Ich habe hier zwei 10kΩ in Reihe wegen der Spannungsfestigkeit.

Die erste Idee, einen großen GDT zu bauen, habe ich verworfen und habe mich für zwei kleine GDTs entschieden, die ich direkt auf die IGBTs schrauben kann.
5 GDT.jpg
6 GDT oszi.jpg
Vom Frequenzgenerator eine "Rechteck"-Spannung von 280kHz zum testen angelegt und den Ausgang gemessen: läuft!
Das ganze dann an den IGBTs montiert und aufgeräumt war die Sache.
7 GDT bridge.jpg
Dann kam noch ein Entladewiderstand an die Snubber, wobei dieser bei angeschlossenem Buck-Converter überflüssig ist. Der klassische Schutzkondensator zur Erde darf natürlich auch nicht fehlen.
8 bridge.jpg
Den MMC habe ich aus 15nF FKP1 Kondensatoren gebaut. Pro Strang 8 Stück in Reihe macht 16kV Spannungsfestigkeit. Berechnete Annahme: Bei 8 Stränge, 15nF, 300kHz und 200Apeak komme ich auf 7kVpeak. Also ist es ausreichend überdimensioniert. Wie er mit 25Apeak pro Strang klar kommt werde ich sehen.
9 overview.jpg
Hier oben links am Kühlkörper sieht man zwei SOT-227-4 Gehäuse. Die Diode und das IGBTs des Buckconverters. Ich habe mich für eine gehäuslich sehr kleine IGBT-Variante entschieden. Mal schauen wie er die Hitze wegdrücken kann. Es ist ein IXGN400N60A3 (https://www.littelfuse.com/~/media/elec ... et.pdf.pdf)
Er verträgt 400A, aber ich denke, die Anschlüsse machen das nicht lange mit, egal, ich will ja nur 200 drüberjagen. Jetzt bin ich gespannt ob er mit den 20kHz auf Volllast klar kommt, denn eigentlich ist er nur für bis zu 5kHz ausgelegt. Ich werde ihn ausreizen und werde notfalls IGBT-Killer :zeigefinger:
Als Ersatz habe ich einen schnelleren Chip aus der Reihe bereit. Und zwar den IXGN200N60B3 (https://www.littelfuse.com/~/media/elec ... et.pdf.pdf)

Hier ist noch eine Liste des Herstellers IXYS mit den diversen IBGTs der GenX3-Baureihe https://www.ixyspower.com/images/litera ... nX3_TM.pdf

Die Diode ist eine 200A-Variante namens STTH200F04TV1


Erstmal genug zum Buck, später mehr. Die Sekundärspule habe ich auf einem in der Höhe verstellbaren Brett angebracht um die Kopplung zwischen Primär- und Sekundärspule ändern zu können.
16 var.jpg
17 var.jpg
Der UD2.7 kam hier zum Einsatz und hat einen zusätzlichen 2200µF Kondensator auf der 24V-Schiene bekommen. Ab ins Gehäuse und los kann der DRSSTC-Betrieb gehen!
11 UD27.jpg
... dachte ich.
Zum Testen der Vollbrücke hing ich einen Frequenzgenerator an den Feedbackeingang. Und was ich an der Brücke gemessen hatte, verzweifelte mich. Eine Seite der Vollbrücke schien defekt zu sein. Jetzt schon? Och nöö... Und tatsächlich kamen am Gate der IGBTs Spannungsspitzen von knapp über 30 V an. Da haben sie schon die weiße Fahne geschwenkt. Super, noch nicht einmal richtig losgelegt und schon zwei IGBTs gekillert :tropfen:
Also nochmal auseinanderbauen, zwei neue IGBTs rein (zum Glück Ersatz direkt mitbestellt) und alle vier Gates mit ZVS-Dioden versehen (1.5KE27CA). läuft :headbang:
12 GDT zvs.jpg
So, jetzt kann es richtig losgehn. Feedback und OCD Spulen angeschlossen und ab dafür. Tja, wieder gedacht; lief bei 30V Busspannung nicht an. Auch mal die Polarität des Feedbacks vertauscht, immernoch nichts. Das Verhältnis war zu hoch gewählt (1:300). Da kam wohl nicht genügend an. Aber ich wusste auch nicht ob das Material der Kerne geeignet war, denn diese waren die Drosselspulen aus dem alten Verstärker den ich ausgeschlachtet habe. Also hab ich das alte Feedbackgeraffel rausgeschmissen und baute aus N30 Ferritringen etwas neues. Diesmal mit Feedbackverhältnis 1:150 und OCDverhältnis 1:195.
13 fb.jpg
14 fb.jpg
Der lose hängende Ferritring mit den feinen Windungen (1:100) habe ich temporär daran, um mit dem Oszi (über einen 10Ω Widerstand) den Primärstrom mit dem Verhältnis 1:10 potentialfrei zu messen. Dem könnte ich aber eigentlich auch einen festen Platz geben.

So, aber jetzt. Die Spule läuft an und der DRSSTC-Betrieb funktioniert und direkt noch das Phaselead eingestellt. Allerdings habe ich nur mit meinem Labornetzteil mit einer Busspannung von 30V gespeist. Immerhin ergab das einen Streamer von 2,5cm :klatsch:. Ich habe in meiner Wohnung leider nur den Schutzleiter der Steckdose als Erdung. Für solche Testzwecke bei niedriger Leistung finde ich es noch ok. Gut, Spule läuft, weiter gehts mit dem Buckconverter.

Bei dem Buckconverter habe ich mich für eine einfache Open-Loop-Variante entschieden. Der Aufbau einer QCW ist komplex genug und für den Anfang sollte es durchaus genügen. Klar werde ich in zukünftigen Projekten auch einen Buck mit Feedback realisieren, aber ich will erst einmal schauen wie gut die Open-Loop-Variante denn wirklich funktioniert.
Als IGBT-Treiber habe ich den IXDD630MCI (https://www.ixysic.com/home/pdfs.nsf/0/ ... XD_630.pdf). Dieser hat auch ein Enable-Pin, welchen ich nutzen will. Der Buck soll erst die Freigabe bekommen, wenn die Buscaps geladen sind und soll auch abschalten können, wenn eine Übertemperatur vorliegt. Eine Abschaltung verbunden mit dem OCD des UD2.7 habe ich in diesem Projekt nicht vorgesehen. Hier mal der Schaltplan, wie ich es umgesetzt habe (funktioniert):
15 BuckDriverSchematicV1.0.jpg
Enable/Disable-Funktion: Der Treiber wird ausgeschaltet wenn an dem Optogekoppelten Enable-Eingang eine logische 1 anliegt. Für zukünftige Varianten ist der invertierte Fall besser, dass im Falle eines Ausfalls der Überwachungseinheiten der Ausgang abgeschaltet wird.
Also der Enablepin des IXDD630 hat intern schon mal eine 100kΩ-Verbindung zu VCC (hier 24V). Wenn man ihn also nicht anschließt, ist er dauerhaft enabled. Zieht man den Pin nun auf Masse, wird der Ausgang disabled. Ist der Zustand des Mosfets logisch 0, wird der Drain also nicht gegen Masse gezogen, so bleibt der Enablepin bei seinen 24V. Schaltet nun der Mosfet durch, liegt am Enable-Pin 2,4V an, was ihn zum Abschalten des Ausgangs bringt. Während ich das hier schreibe, fällt mir auf, dass der Spannungsteiler hier womöglich komplett unnötig ist, einfach den Enablepin auf Drain des Mosfets sollte ja auch passen, da der Pin ja wie gesagt intern mit 100kΩ auf 24V liegt. Oder sehe ich das grad falsch? Ich weiß nicht was mich dazu geritten hat das wie oben zu sehen zu lösen, aber hey, es funktioniert trotzdem :D .
Achja, dem EnablePin reicht keine logische 5V eins. Auch bei 9V schaltet er nicht durch. [EN Input Voltage, High = 2/3VCC][EN Input Voltage, Low = 1/3VCC]. Deswegen hier der Mosfet.

Ansonsten habe ich noch festgestellt, dass zusätzliche 10nF als "Gate-"/Ausgangkapazität die Spannungsspitze deutlich zurück nimmt. Am IGBT selbst befindet sich noch eine ZVS-Diode (1.5KE27CA). Die ist hier im Schaltplan nicht versehen.
Erstaunlicherweise hat die Schaltung im Betrieb am Breadboard nur um die 20mA gezogen. So nun das Geknödel vom Breadboard auf ein Streifenraster und rein damit in die QCW.
18 buckcontroller.jpg
Joa ist nicht viel dran an dem Hexenwerk.
19 buckcontroller.jpg
Hier ist mir nochmal wichtig zu erwähnen, dass der Buckcontroller ja durch den direkten Anschluss an das BuckIGBT ein hohes Potential aufweist, sodass man die Schaltung mit einem galvanisch trennenden Trafo speisen muss.

Hier nochmal das BuckIGBT-Modul mit ZVS-Diode direkt am Gate
21 buck.jpg
Die Drossel besteht aus zwei in Reihe geschalteten Drosseln à 55µH (gesamt also 110µH). Pro Drossel sind zwei T300-2 Kerne verbaut. Gewickelt mit 6mm².
22 buck.jpg
Die Kondensatoren à 20µF sind von ihrer Position nicht ganz optimal. Einer davon snubbert das IGBT, leider aber mit etwas Leitung dazwischen und der andere ist der Kondensator hinter der Spule im Buck. Der Weg bis zur Vollbrücke ist leider etwas lange geraten. Ich hoffe dadurch nicht all zu viel Probleme zu bekommen.
23 buck.jpg
Zur Ansteuerung des Bucks verwende ich den Arduino Due. (Alles ähnlich wie bei Phoenix's Projekt, ein dickes Danke geht hier nochmal raus an dich!). Hier der .ino Code von Finn Hammer:
QCW_Ramp_Generator.zip
(2.14 KiB) 13-mal heruntergeladen
Da der Due eine Standard-PWM-Frequenz von 1kHz hat, muss diese noch erhöht werden (ich bin erstmal auf 20kHz rauf, kann man sich je nach dem was man vor hat selber definieren) und zwar so:
Die Frequenz kann man in der variant.h Datei ändern. Speicherort ist bei jedem anders, fündig wird man meist bei C:\Users\Ribbel\AppData\... Findet ihr schon. In dieser Datei findet ihr mit dem Editor dann die Zeile "#define PWM_FREQUENCY 1000" und den Wert muss man entsprechend anpassen.
Dann habe ich provisorisch 5 Potis ran und dazu ein kleines Platinchen, es Schmidttriggert die PWM für den Buck, den Enable für den UD2.7, treibt die Fiberoptik an (IF-E91A) und hat einen RC-Tiefpass, damit man sich die Rampe mit dem Oszi anschauen kann.
20 due.jpg
Den Buck habe ich erst mit einem 1,3Ω Lastwiderstand (bei 30V Bus) getestet. und die Rampe kam linear an. Jetzt habe ich die Vollbrücke angeschlossen und es läuft! Allerdings bin ich wie gesagt nur bei 30V Busspannung bisher. Aber bis hierhin funktioniert die QCW schon mal wie sie soll. ENDLICH!

Zur Zeit bin ich dabei eine Schaltung für die dicken Bus-Elkos zu entwerfen. Diese werden dann per Lastwiderstand geladen, nach Vollladen wird dieser überbrückt und nach Benutzung werden die Elkos auch wieder entladen. Dazu ein paar LED als Anzeige für die Zustände: SAFE, CHARGING, READY und DISCHARGING. Hier die Lastwiderstände, drei mal 100Ω [100W] in Reihe:
24 widerstand.jpg
Diese Schaltung bringt nicht nur eine gewisse Sicherheit mit sich, sondern man kann das Laden und Entladen der Kondensatoren versteuern und vorallem macht sie einen Stelltrafo überflüssig. Das bedeutet, dass mein Rücken sich freut, wenn er den 35kg schweren Trafo nicht ständig mitschleppen muss. Die Schaltung ist zum Teil schon auf dem Breadboard. Wenn diese zuverlässig läuft gibt's hier den Schaltplan dazu.


Zuletzt noch ein Bild des aktuellen Gesamtzustandes der QCW.
25 overview.jpg
Freundliche Grüße
Ribbel

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kilovolt
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Re: Ribbels QCW 1

#7 Beitrag von kilovolt »

Hallo Ribbel!

Das ist echt super geworden, Respekt! Alles sehr schön und vorbildlich verarbeitet, nicht so fliegend, wie es bei mir meist daherkommt ;) Habe bei meinem Setup auch einen Openloop-Buck, was bei mir viel besser funktionierte als closed-loop. Bin gespannt auf den Output Deiner Spule! Lass es krachen :)

Beste Grüsse
kilovolt
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Paul
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Re: Ribbels QCW 1

#8 Beitrag von Paul »

Moin Ribbel!

Für diesen perfekten Aufbau hast du meinen höchsten Respekt! :mrgreen: :mosh:
Ich bin extrem (!) gespannt auf die Entladungen!!

PS: Der Blau-Ton kommt total geil! :awesome:

Beste Grüße
- Paul!
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Phoenix6478
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Re: Ribbels QCW 1

#9 Beitrag von Phoenix6478 »

Hallo Ribbel

Der Aufbau schaut echt gut aus. Gratuliere!

Mich irritiert nur eine Sache ein wenig. Zeigt dieses eine Oszibild das Gatesignal an? Stimmen die 5V/Div? Wenn das der Fall ist wäre das nicht gut, denn die Gatespannung fällt gegen Ende auf etwa 6V, was die IGBTs sofort zerstören würde, selbst bei sehr kleinen Primärstrom. Bei so kleinen Gatespannungen entsättigt der IGBT, was zu absolut extremen Verlusten führt. Da verbrennt der arme IGBT in der linearen Region.

Wie genau hast du das Phaselead eingestellt? Auf ZVS beim Turn On oder möglichst gutes ZCS? Für das absolut essentielle ZVS ist ausreichend Deadtime notwendig die man mit größeren Gatewiderständen erreicht.

Grüße
Phoenix

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Re: Ribbels QCW 1

#10 Beitrag von Ribbel »

Hi,

danke ihr drei, ich hoffe sie wird so gut funktionieren, wie sie aussieht.

@Phoenix
Vom Frequenzgenerator eine "Rechteck"-Spannung von 280kHz zum testen angelegt und den Ausgang gemessen: läuft!
Das ist also NICHT das Gatesignal. Damit habe ich nur überprüft, ob der GDT überträgt wie er soll und ob die Phasen richtig sind.

Den Phaselead habe ich eingestellt, indem ich den Primärstrom und die Ausgangspannung der Vollbrücke am Oszi hatte und dann die passende Induktivität gesucht habe, bis die auftretende Spannungsspitze am Ausgang der Vollbrücke, sowohl als auch das Gerippel des Primärstrom bei falschem Schalten minimal waren. Meine Gatewiderstände sind 3,3Ohm.

Wie genau bist du vorgegangen?

Freundliche Grüße
Ribbel

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Re: Ribbels QCW 1

#11 Beitrag von Ribbel »

Ich habe mir soeben nochmal das Gatesignal angeschaut und muss sagen, das es doch etwas bedenklich ist, dass ich hier sogar knapp über die +-30V Grenze komme. Bringt es hier etwas den Gatewiderstand zu erhöhen, damit der Peak nicht so dolle ist? Bin wie gesagt aktuell bei 3,3 Ohm.
Gatesignal.png
Gatesignal.png (47.42 KiB) 431 mal betrachtet

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Re: Ribbels QCW 1

#12 Beitrag von Heisath »

Oder halt die 27V TVS Dioden an den Gates gegen 24V tauschen.
ehemals "Count-Doku".

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Re: Ribbels QCW 1

#13 Beitrag von Ribbel »

Das wäre natürlich die einfachste Option. Aber das mit den ZVS-Dioden ist doch eher Symptombekämpfung statt Ursachenbekämpfung? Gibt's da irgendwelche Nachteile?

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Heisath
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Re: Ribbels QCW 1

#14 Beitrag von Heisath »

Ja ist es. Aber das Vergrößern der Gatewiderstände doch auch? Eigentlich müsstest du die Windungsanzahl auf dem GDT anpassen. Aber das ist vermutlich aufwändig, da du die Leitungen verdrillt hast. Bedenke auch, dass unter Last später deine Gatesignale schlechter werden (Millereffekt undso). Also ist es vielleicht nicht schlecht, wenn sie im Leerlauf etwas steiler/höher sind und dafür Energie an den Dioden/Widerlingen verbrannt wird.
ehemals "Count-Doku".

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Re: Ribbels QCW 1

#15 Beitrag von Ribbel »

Etwas Last war schon dran (Labornetzteil, 30V, 30Apeak Primärstrom). Aber ich werde trotzdem die Gatewiderstände mal variieren um die passende "Deadtime" zu finden, denn perfekt schaltet die Brücke noch nicht. Danke dir, hat schonmal weitergeholfen!

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