Der Thread der "kleinen Fragen"

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9556 Beitrag von HV-Juli »

Hallo V-Troxi,

Ich wusste zwar, dass pollin nicht gerade hochwertig ist, aber das hier hätte ich wirklich nicht gedacht :? Hast du eine Ahnung welche Marke das war? Davon hängt das sicher auch ab.
Kann man sich da nicht beschweren und Geld zurückbekommen oder so?

LG Julian
Zuletzt geändert von HV-Juli am Fr 14. Mai 2021, 07:33, insgesamt 1-mal geändert.

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V-Troxi
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9557 Beitrag von V-Troxi »

Hmmm. Das weiß ich auch nicht. Da musst du Mal Bastl_r fragen...
Da ist sicher auch eine Glückssache, manche Aktionen bei Pollin sind ja auch gut, aber leider ist da auch öfters Schrott dabei.
Vielleicht ist der Kundenservice kulant, ich kann mir aber nicht wirklich vorstellen, das die geplatzte Elkos noch zurücknehmen würden.

EDIT: Auf diesem Bild kann man die Aufschrift erkennen:
Bastl_r hat geschrieben:
Fr 17. Apr 2020, 20:22
Bild
Es hängt aber mehr von dem Alter als von der Marke ab... Nach 30 Jahren sind die meisten Elkos nicht mehr top...

LG
V-Troxi

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Bastl_r
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9558 Beitrag von Bastl_r »

Hey. Ihr redet von mir! ;)

Die Elkos wohnen schon sehr lange bei mir. Ich glaub, da gab es noch nicht mal Inderned. :?

Ein wenig Überspannung ist nicht wirklich schädlich. Viel schlimmer ist es beim Formieren nach langer Spannungsabstinenz zu ungeduldig zu sein.
Dabei ist ein Variac absolute Pflicht.
Ich werde bei der nächsten Inbetriebnahme iab ca 150V in 50V Schritten stundenweise formieren lassen.
Wenn Die Dinger dann mal eingearbeitet sind können nur noch Alufolienschnipsel Schaden anrichten.
Die kleinen Blitzelkos, wenn es sich um die handelt die ich kürzlich gesehen habe, hatte ich ebenfalls zwecks Erweiterung in Betracht gezogen. War mir dann aber letztlich zu viel Arbeit mit den kleinen Dingern und das Preisleistungsverhältnis hatte mir auch nicht gepasst.
Im Übrigen kannst Du davon ausgehen, dass die Blitzelkos nicht für allzulange Lebensdauer unter Last gemacht sind, dafür können die eben mit den Impulsen gut umgehen. Aber wenn ich das Alter meiner Elkos anschaue habe ich mit denen alles richtig gemacht. 8)
Und wenn Du dann mal schaust was korrekte Blitzelkos so kosten sind die vom Pollin doch wieder billig.

Edit: Hab jetzt grad mal beim Pollin nachgeschaut. 330V Nennspannung und 350V "surge". Mach dir da mal nicht ins Hemd. Langsam hochfahren. ab 330V eben mal eine weile stehen lassen. Und wenns irgendwo knackt sofort entladen ehe das einer der Brüder und Schwestern selbsttätig tut.
Bei 100St hast Du 10000µF für 12,5€. Billiger gehts nicht mehr.

bastl_r

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9559 Beitrag von HV-Juli »

Danke Bastl_r

Da bin ich ja mal (einigermaßen) beruhigt. Ich werde mir davon dann mal 200stück holen(160 brauch ich) und wie du gesagt hast die Spannung langsam rauf drehen ;)
Und dauerhaft belastet werden die auch nicht. Höchstens 5min am stück :)

LG Julian

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Mofi
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9560 Beitrag von Mofi »

Hey!
Was benutzt ihr zum Löterich abstreifen? Nasser Schwamm oder irgendwas aus Metall? Hab beides probiert, kann mich nicht entscheiden. Schwamm macht sauberer, kühlt den Kolben aber ab. Messingspäne macht weniger kalt, aber nicht so sauber. Wie ist es mit dem Verschleiß? Könnt ihr mir was empfehlen?
Hab jetzt eine uralte Ersa Lötstation mit 80W und kleiner Spitze. Die ist aber noch Top!

Grüße, Mofi.
Oh ja. So fängt es an. Aber der Weg von einem legitimen Verdacht zu blindem Verfolgungswahn ist weitaus kürzer als wir denken.
Ich bin zutiefst besorgt über das, was hier geschieht.
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CoronaDischarge
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9561 Beitrag von CoronaDischarge »

Hallo Mofi

Persönlich verwende ich einen nassen Schwamm und bin damit sehr zufrieden. Gerade kleine Spitzen kriegst du damit wahrscheinlich zuverlässiger gereinigt. In der Firma haben wir vorwiegend diese Messingwolle, welche sich vor allem für die "schmutzigen" Arbeiten (z.B. verzinnen von Backlack-HF-Litze, das gibt richtig viel Schlacke und stinkt zum Himmel) gut eignet, weil du die Schlacke so auch mechanisch entfernst.
In deinem Fall würde ich wohl beim Schwamm bleiben, es sei denn, du machst oft gröbere Arbeiten ;)

Grüsse,

CD

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VDX
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9562 Beitrag von VDX »

... für "neue" Spitzen nehme ich momentan die Messingwolle, weil die Spitzen-Beschichtung gute "Antihaft"-Eigenschaften hat -- damit bekomme ich auch die dünnsten Spitzen gut gereinigt ... nassen Schwamm habe ich auch da, ist aber wenn ich ihn brauche, meist nicht mehr "naß" und ich meist zu faul, Wasser zu holen :|

Viktor
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Mofi
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9563 Beitrag von Mofi »

nassen Schwamm habe ich auch da, ist aber wenn ich ihn brauche, meist nicht mehr "naß" und ich meist zu faul, Wasser zu holen
Ein nicht zu verlässigendes Argument :hihi: Geht mir genauso.
für "neue" Spitzen nehme ich momentan die Messingwolle, weil die Spitzen-Beschichtung gute "Antihaft"-Eigenschaften hat -- damit bekomme ich auch die dünnsten Spitzen gut gereinigt.
Macht das denn einen Unterschied?

Grüße, Mofi.
Oh ja. So fängt es an. Aber der Weg von einem legitimen Verdacht zu blindem Verfolgungswahn ist weitaus kürzer als wir denken.
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9564 Beitrag von VDX »

Mofi hat geschrieben:
Fr 21. Mai 2021, 20:08
...
für "neue" Spitzen nehme ich momentan die Messingwolle, weil die Spitzen-Beschichtung gute "Antihaft"-Eigenschaften hat -- damit bekomme ich auch die dünnsten Spitzen gut gereinigt.
Macht das denn einen Unterschied?
... ja, macht schon einen Unterschied, wenn die silbrige Beschichtung noch neu ist -- wenn du mit heißer Spitze in die Messing-Wolle reinstichst und "drehend seitlich rausziehst", sieht die wieder wie geleckt aus ;)

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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9565 Beitrag von MaxZ »

Man korrigiere mich falls ich jetzt Märchen erzähle, aber ich dachte, der größte Vorteil der Messingwolle wäre, dass immer ein dünner Zinnfilm auf der Lötspitze verbleibt und sie so vor Oxidation geschützt bleibt. Beim Schwamm wischt man üblicherweise ja alles ab.

Liebe Grüße,
Max

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9566 Beitrag von HV-Juli »

Hallo,
Ich will diesen IGBT von digikey für einen stärkeren Royer Converter kaufen, aber finde es ein bisschen seltsam dass der 4 Aschlüssen hat: Gate, Kollektor und 2 Emitter. Laut Datenblatt sind die 2 Emitter intern einfach nur verbunden.
Ich hätte gedacht, dass so der Querschnitt der Anschlüssen vergrößert werden soll, immerhin schafft der igbt bei 100°C 40A und bei 25°C 160A. Dann ist es aber unverständlich, warum es nicht auch zwei Kollektor gibt. durch die fließt schließlich der selbe Strom.

Hat irgenwer eine Ahnung welchen Nutzen die zwei Emitter haben?

LG Julian


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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9567 Beitrag von Korni »

Hallo HV-Juli,

Das 4. Bein ist wirklich ein zweiter Anschluss für den Emitter. Jedoch wird über diesen kein Laststrom geführt, sondern direkt mit der Gate-Ansteuerung verbunden. Damit lassen sich Rückwirkungen des Laststroms auf die Gatespannung vermeiden. Jedes Anschlussbein hat einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Widerstand und eine parasitäre Streuinduktivität (etwa 20 nH bei TO247). Bei schnellen Änderungen des Laststroms (z.B. beim Ein- und Ausschalten des IGBT) fällt über dem Anschlussbein eine Spannung ab, welche sich zur Spannung zwischen Gate und Emitter dazu addiert. Dabei können ungewollte Spannungsspitzen und Schwingungen am Gate entstehen, welche den Transistor ungewollt wieder einschalten lassen. Im Falschen Moment kann das Katastrophale Folgen haben (Zerstörung des Transistors, Kurzschluss,…).

Mit einem Extra Anschluss nur für die Gateansteuerung können Einflüsse durch eine große Stromanstiegsgeschwindigkeit des Laststroms vermieden werden. Durch den E1 Anschluss fließt keinerlei Laststrom, nur der nötige Strom, um die Kapazitäten am Gate umzuladen. Was allerdings bleibt sind die Rückwirkungen aufgrund der Kapazitäten, besonders zwischen Gate und Kollektor.

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9568 Beitrag von HV-Juli »

Hallo Korni,

Das hört sich wirklich interessant an, ist für mich jetzt auch nachvollziehbar. Mit solchen igbts könnte man sicher auch eine SSTC risikofreier ohne GDT betreiben, also direkt den Oszillator(mit Vorverstärker) an die Gates, oder? Wenn ich das richtig verstanden habe sind Gate und Emitter1 ja galvanisch von den anderen Anschlüssen getrennt.

Bei dem Royer Converter kann ich allerdings keinen Nutzen davon machen, weil die Gates ja nicht von einem Oszillator o.ä. angesteuert werden. Soll ich dann einfach die Emitter verbinden?

LG Julian

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MaxZ
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9569 Beitrag von MaxZ »

Nein, nein, nein, nix galvanisch getrennt. Nur ein gesondertes Beinchen, das zum gleichen Punkt auf dem Silizium-Die im Inneren führt, um so wenig gemeinsamen Weg wie möglich mit dem Laststrom zu haben.
Ist das gleiche Prinzip wie beim der "sternförmigen Masse" (englisch: "star ground"). Gibt viele gute Erklärungen dazu im Netz.

Edit: schnell ein Bildchen gezeichnet:
Gesonderter-Emitter-Anschluss.png

Liebe Grüße,
Max


Korni
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9570 Beitrag von Korni »

Galvanisch getrennt wird da nichts! Der extra Pin ist direkt am Silizium-Chip mit dem Emitter verbunden, genau wie das andere Emitter-Bein.
Für eine SSTC mit einer Halbbrücke braucht es weiterhin zwingend eine galvanisch getrennte Ansteuerung der beiden Transistoren.
Zusätzlich braucht man, um den Vorteil des getrennten Emitter-Beins zu nutzen, eine Gate-Ansteuerung, deren Bezugspunkt von der Masse des Laststroms isoliert ist. Für einen High-Side Schalter braucht man das sowieso, hier aber auch für den Low-Side IGBT. Andernfalls würde man E1 und E2 über die Treiber-Masse einfach kurzschließen und der Effekt ist dahin.

Für die gezeigte Royer-Schaltung nützt dir der extra Emitter-Anschluss in der Tat nicht weiter. Aber nicht weil ein Oszillator fehlt, das ist egal, sondern weil die Bezugsmasse der Ansteuerung auch gleichzeitig die Masse des Leistungsteils der Schaltung ist. Den IGBT kann man trotzdem in der Schaltung einsetzen, es wird allerdings i.d.R nur das Bein vom „Haupt“-Emitter angeschlossen.

Infineon hat damals als erster Hersteller das 4. Bein eingeführt und die Vorteile und Unterschiede in einer Application Note zusammengefasst:
https://www.infineon.com/dgdl/Infineon ... f4d97e09ea

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