Der Thread der "kleinen Fragen"

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9691 Beitrag von HV-Juli »

Guten Abend,
Irgendwelche Ideen für einen Arcstick der temperaturmäßig einiges aushält?
Früher hatte ich immer einen Kunststoffstab mit einer Kroko vorne dran, da hab ich halt dann die Elektrode reingeklemmt. Aber richtig stabil war das nicht, da die Krokoklemme nur mit einer Schraube und ein bisschen Heißkleber befestigt war. Dadurch war das ganze immer ein bisschen locker.
Dann habe ich mir einen neuen Arcstick gebastelt, PVC-Rohr und vorne ein großes Metallteil drangeschraubt, worin ich die Elektroden anschrauben konnte. Das war zwar stabil und praktisch, aber als ich dann mal einen Drehstrom-Lichtbogen 1-2min aufrechterhalten habe, ist das Metallteil so heiß geworden dass es vom Rohr abgeschmolzen ist.
Ich bräuchte also irgendwas zwischen Metall und Rohr, was große Hitze aushält, aber diese sehr schlecht leitet. Stabil muss es natürlich auch sein. Mir wäre schon Keramik und Quarzglas eingefallen, aber da weiß ich nicht wie ich das gut befestigen kann. Kleben fällt wegen den Temperaturen weg und anschrauben geht nicht weil ich nicht weiß wie ich mit einem Eisenbohrer Löcher in Keramik und Glas bohren kann :mrgreen:
Was benutzt ihr als Arcsticks für sehr heiße Lichtbögen?

LG Julian

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Bastl_r
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9692 Beitrag von Bastl_r »

Vielleicht einen kleinen Kühlkörper an den Arcstick vorne dranschrauben.
An dem Kühlörper zwei Klemmstellen anbringen an denen einerseits die speisende HV-Leitung, und andererseits die Elektrode eingeklemmt wird.

bastl_r

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Norbi
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9693 Beitrag von Norbi »

Das mit dem Kühlkörper wäre auch meine Idee gewesen.

Vielleicht einfach die letzten 10 cm das Arcsticks aus Alurohr ausführen, dann ein Zwischenstück aus Edelstahl mit möglichst geringen Querschnitt zur Isolierung und dann die "Antenne".
Edelstahl hat meistens eine ziemlich niedrige Wärmeleitfähigkeit (~50% von Baustahl, ~5% von Kupfer).

Oder nimm einfach ne V2A -Gewindestange und mach vor dem Plastik vier Alugewindescheiben je zwischen zwei Muttern. Würde mich doch wundern wenn da das Plastik vor dem Edelstahl schmilzt wenn das 20 cm m4 Gewindestange und etwas Kühlfläche dazwischenhängt.

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HV-Juli
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9694 Beitrag von HV-Juli »

Auf die Idee mit dem Kühlkörper wäre ich auch schon gekommen, aber manchmal will ich die elektrode auch schmelzen :D und da ist es eindeutig besser wenn die Wärme nicht abgeführt wird.
@Norbi: ich werde wahrscheinlich einen von deinen Vorschlägen ausprobiert ;)

LG Julian


Dogger
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9695 Beitrag von Dogger »

@Norbi
Ich würde eine Glasröhre aus Bohrsilikat ( Laborglas ) nehmen und eine Krokodilklemme mit dem Bunsenbrenner einschmelzen.
Achtung Glasröhre ist nicht isolierend ( Kondensat in Röhre )

Meine Frage:
Ist es möglich über eine Luftspule schnelle, hohe Stromimpulse fürs Punktschweißen zu übertragen?
Die Überlegung ist:
mit 400V Elkos und Überspannungsableitern ein Punktschweißgerät zu bauen.
Die Elkos werden mit Netzspannung geladen und entladen sich über den Überspannungsableiter
aber die Spannung an den Schweißpunkten sollte nicht über 50V sein.
Ein Ferritkern für die Leistungen wäre halt sehr teuer und bei den Mengen an 400V Elkos die ich habe wären Verluste von 70% OK.
Abschirmung würde die Verluste dann auffangen.
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Alexander470815
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9696 Beitrag von Alexander470815 »

Dogger hat geschrieben:
Fr 3. Dez 2021, 11:32
aber die Spannung an den Schweißpunkten sollte nicht über 50V sein.
Deswegen würde ich auch nicht mehr als nötig verwenden.
Ist der Kontakt schlecht gibt es sonst ein riesen Funkenregen und man hat ein Loch im Teil.

Meinst du mit dem ganzen Widerstandsschweißen? Also Elektroden pressen Blech zusammen -> viele tausend Ampere drauf -> verschweißt
Das wäre eher so das Metier für Trafos mit ein paar Volt und paar tausend Ampere.

Oder sowas wie Bolzenschweißgeräte?
Da benutzen die kommerziellen dann bis zu 200V.
Sowas habe ich mal selber gebaut: viewtopic.php?p=298266


Dogger
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9697 Beitrag von Dogger »

Ja es wäre mit 50V Elkos bestimmt besser...
Aber ich habe nun mal die 400V Elkos zu Verfügung und wenn ich die über ein Widerstand lade bis der Gas-Überspannungsableiter durchschlägt, kann ich mit billigen Bauteilen ein sehr hohen Stromimpuls erzeugen.
Gas-Überspannungsableiter für 40V gibt es leider nicht oder nur sehr selten .
So ein Gas-Überspannungsableiter kann ein Impuls von 1000A ohne Probleme erzeugen.
Daher die Frage:
Wäre es mit einer Luftspule möglich?
Mir fallen noch andere Spielereien mit einem 300V Impuls ein aber das Projekt sollte wenn es gestartet wird auch ein sinnvolles Ergebnis liefern. ( mindestens Akkus schweißen )

Edit:
Ja die Luftspule wird versuchen auseinander zu springen und ein „kleinen“ EMP erzeugen.
Aber dagegen, kann man was machen und ich will das Teil ja auch nicht vom TÜV prüfen lassen.
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Alexander470815
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9698 Beitrag von Alexander470815 »

Dogger hat geschrieben:
Fr 3. Dez 2021, 13:55
kann ich mit billigen Bauteilen ein sehr hohen Stromimpuls erzeugen.
Nur wird der Stromimpuls nicht so groß da du eine Induktivität einbaust.
Damit erreicht man also ein bisschen das Gegenteil von dem was man haben will.
Dogger hat geschrieben:
Fr 3. Dez 2021, 13:55
So ein Gas-Überspannungsableiter kann ein Impuls von 1000A ohne Probleme erzeugen.
Der erzeugt gar nichts.
Der schaltet allenfalls.
Für sowas kann man auch einfach einen entsprechend dicken Thyristor verwenden wenn es so ein Einzelpuls sein soll.
Den kann man auch dann zünden wenn man möchte und muss nicht auf so einen relativ ungenauen Durchbruch warten.
Ganz davon zu schweigen wie oft so ein Gasableiter sowas mitmacht... sowas dient zur Sicherheitszwecken und nicht als Schaltfunkenstrecke.
Will man das es zuverlässig und oft viele tausend Ampere schaltet muss das schon etwas anders aufgebaut sein.
Dogger hat geschrieben:
Fr 3. Dez 2021, 13:55
mindestens Akkus schweißen
Viel zu viel Spannung.
Mit mehr als 15V würde ich da überhaupt nicht anfangen.
Einmal schlechten Kontakt und du hast ein Loch in der Zelle.
Nicht ohne Grund arbeiten kommerzielle Akku Punktschweißgeräte mit Trafos oder Superkondensatoren.
Ich schweiße Akkus mit gerade mal 5V aus zwei 3000F Kondensatoren(mit Mosfets als Schalter für variable Zeit).

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Bastl_r
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9699 Beitrag von Bastl_r »

Dogger hat geschrieben:
Fr 3. Dez 2021, 13:55
Wäre es mit einer Luftspule möglich?
Könnte, mit geeigneten Spulen funktionieren. Siehe meine Experimente mit der Capbank bei denen ich ein 5 mm starkes Aluminiumblech gefühlt 40 - 50m hoch in die Luft geschossen hatte. Das war ja auch nur eine Primärspule mit 6 Windungen aus einem 5x10mm Flach-Kupfer sowie einer kurzgeschlossenen Sekundärwicklung, dargestellt durch das Alublech.
Ein 5x5mm Kupferring den ich aus einer Kupferplatte ausgeschnitten und gegen die Garagendecke geschossen hatte war anschließend handwarm.
Allerdings hast Du hierbei keinerlei Kontrolle über die Dauer des Impulses. Ich vermag noch nicht mal einzuschätzen ob dieser fürs Schweißen lang genug wäre.

Ich muss aber auf jeden Fall sagen, dass Akkus schweißen "praktisch realisiert", anders aussieht. :mrgreen:
So was könnte aber durchaus dennoch ein interessantes Bastelprojekt werden.
Frei nach dem Motto: lass dich nicht beirren und mach einfach mal. Die Unkenrufer, wie auch ich werden dich Sicher trotzdem gerne begleiten und mit Tips unterstützen versuchen. Außerdem lernst Du sehr viel dabei.

bastl_r


Lightsource
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9700 Beitrag von Lightsource »

Ich bin gerade dabei als Geschenk für meine Frau ein Emblem aus Filz mit dem Laser auszuschneiden.
Die meisten Teile, die wie Intarsien ineinander greifen habe ganz gut geklappt.
Das waren aber auch dunkle Farben.
Mit Weiß habe ich jetzt ziemlich Probleme. Ich wollt einen Schriftzug Weiß in Schwarz anlegen.
Aber die weißen Teile schmelzen zu sehr an den Rändern, und ich würde ewig brauchen, wenn ich mich mit kleinster Energie durch den 4mm Filz durcharbeiten müsste.

Hat jemand eine Idee, wie ich das machen könnte?
Ich habe schon daran gedacht eine Farbe zu nehmen, die funktioniert und diese anschließend zu färben. Habe aber wenig Hoffnung, dass das viel besser aussieht

Welches weiße Material könnte ich noch verwenden, um Schrift mit einer Linienstärke von 2mm auszuschneiden?

Ich hatte auch schon daran gedacht, die bereits ausgeschnittenen Löcher der Buchstaben mit irgend etwas auszugießen.
Dazu ist mir aber auch noch nichts passendes eingefallen.

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VDX
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9701 Beitrag von VDX »

... "Weiß" ist nicht gleich "Weiß" -- evtl. mal andere Hersteller/Typen durchprobieren oder hellgrau, hellblau, gelb oder was "silbriges" nehmen ...

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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9702 Beitrag von Norbi »

Lightsource hat geschrieben:
So 5. Dez 2021, 21:11
mit dem Laser auszuschneiden.
Was ist denn das für ein Laser? Mit CO2 kann man eigtl. ziemlich alles organische gut schneiden.

Sollte der Laser Rot/ NIR sein kann ich nur empfehlen Material zu nehmen dass leicht grau ist, vielleicht einmal durch den Tintenstrahldrucker schicken und ein 20% Grau oder so draufdrucken oder mehr halt nur da wo geschnitten werden soll. Oder einfach Lack draufsprühen und dann mit Aceton nach dem Schneiden wieder auswaschen.

Wenn nur das Schmelzen/Verkohlen an den Rändern ein Problem ist kann man das Schneidgut auch Anfeuchten sofern es das verträgt und versuchen dann mit maximaler Stärke durchzurotzen.

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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9703 Beitrag von VDX »

... ich gehe mal von einem blauen Laserdiodenmodul aus - aktuell sind die 4.5W-Typen mit "20W-Laser" oder "30W-Laser" ziemlich weit verbreitet :|

Meine Versuche mit Filz und "verkohlten Rändern" sahen so aus:

Laserschnitt-Filz-Alle.jpg
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9704 Beitrag von Dogger »

Was hältst du von färben und danach bleichen. Mit Chlorreiniger bekommt man vieles wieder komplett weiß. Zum färben ist möglicherweise gelbe Lebensmittelfarbe ganz gut.
Zuletzt geändert von Dogger am Mo 6. Dez 2021, 08:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Thread der "kleinen Fragen"

#9705 Beitrag von Norbi »

VDX hat geschrieben:
So 5. Dez 2021, 23:47
4.5W-Typen
Hm da steh ich echt aufm Schlauch unterhalb von 10 Watt habe ich tatsächlich null Erfahrung mit dem Laserschneiden, fand das mit dem 30 Watt Modul dass Du jetzt hast schon ziemlich "angestrengt" wenn man mal durch 3mm Holz durch wollte, keine Ahnung ob da die Tipps irgendwie hilfreich sind.

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