Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Fehlersuche oft nicht so einfach ist und daher relativ viel Zeit in Anspruch nimmt. Arbeitszeit ist halt eine teure Sache. Nun ist es natürlich fraglich, soll gleich von Anfang an eine ganze Baugruppe ersetzt werden (kostet halt was!), oder soll zuerst Fehlersuche betrieben werden. Nur - im Falle der Fehlersuche gibt es leider auch oft Probleme, beispielsweise dass ein Fehler schlussendlich doch nicht behoben werden kann (beispielsweise aus Gründen der Ersatzteilverfügbarkeit). Nun hat der Tech aber bereits einiges an Arbeitszeit investiert um den Fehler zu eruieren und das kostet auch schon. Hinzu kommt dann doch noch die neue Baugruppe und deren Einbau. Am Ende kostet das oft mehr als wenn man gleich von Anfang an die ganze Baugruppe ersetzt hätte. Und - was man auch gerne vergisst: Ein reparierter Print hat noch 1001 andere Bauteile, die alle auch gealtert sind und irgendwann weitere Fehler verursachen können. Beim Austausch der gesamten Baugruppe funktioniert halt das Gerät meist zuverlässiger.
Inzischen habe ich ziemlich viel Erfahrung in der Fehlersuche, da ich seit bald 20 Jahren im Elektronik-Service arbeite (zuerst Reparaturen im Bereich Radio/TV/Hifi, dann Computer, nun Messtechnik). Immer wieder musste ich erfahren, dass der Kunde nicht versteht, dass ein kleines elektronisches Bauteil wie ein Elko oder so schlussendlich richtig viel kosten kann als Reparatur, weil die Leute immer wieder vergessen, dass da zuerst mal einer den Fehler suchen, eingrenzen und
finden musste

Dann natürlich die ganzen Kosten, die nicht direkt mit der Reparatur in Verbindung stehen, so zum Beispiel: Annahme des Auftrages, evt. Eintrag des Gerätes in eine Datenbank, diverse Abklärungen, Lagerbewirtschaftung, Rechnungstellung, evt. Vorort-Service, Infrastruktur der Firma... das muss alles über die Rep. mitfinanziert werden.
Gruss kilovolt