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Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Do 2. Jun 2016, 14:47
von Multi-kv
Danke für die Konkretisierung!
Welche Genauigkeit in welchem Meßbereich traust Du diesen Geräten im Bereich L-Messung zu?
Bzw. hast Du da schon mal Test- und Vergleichsmessungen gemacht?

Als allg. Komponententester sind diese Teile sicherlich brauchbar, aber speziell für L?
Vermute nur sehr mäßig (10-20% fehler? - oder mehr?)

Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Do 2. Jun 2016, 15:08
von kilovolt
Naja, die maximale Auflösung des Komponententesters beträgt schon nur 10µH. Also kann man keine Vergleichsmessungen im wirklich interessanten Bereich von einigen µH machen, sondern müsste vielleicht so im Bereich einiger 100µH mal starten. Dieser Bereich war für mich nicht soo interessant, deshalb hab ich da nichts verglichen. Kann natürlich schon sein, dass der Kompnententester ab einigen 100µH brauchbare Ergebnisse liefert, denn dort ist die Messung auch nicht mehr so heikel und auch eine tiefe Messfrequenz wäre dort wohl schon tragbar. Aber eben, was bringt das schon, wenn sich vieles im Bereich von wenigen µH abspielt und man dafür ein Gerät mit mindestens 0.1µH Auflösung benötigt...

Bei Gelegenheit kann ich mal Spulen ab etwa 1mH vergleichen mit beiden Geräten. Ich denke, dort könnte wohl selbst der billige Komponententester einigermassen mithalten. Was hingegen unter etwa 50 bis 100µH liegt, muss man mit sowas ganz schnell vergessen.

Beste Grüsse
kilovolt

Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Do 2. Jun 2016, 21:13
von Multi-kv
Danke kilovolt - das wäre mal interessant.

Vielleicht kann man auch herausbekommen, mit welcher Meßfrequenz diese Teile arbeiten?
Das wird ja leider in der Regel nicht angegeben.

Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Fr 3. Jun 2016, 07:11
von kilovolt
Hallo Multi-kv

Beides kann ich klären, aber vermutlich erst etwa in einer Woche.

Ein herzlicher Gruss
kilovolt

Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Di 7. Jun 2016, 08:19
von Multi-kv
Danke kilovolt - keine Eile!

Habe inzwischen versucht, die Induktivität verschiedener selbstgewickelter Ferrit-Ringkerne selbst grob zu ermitteln.
Habe mich an diesem Video orientiert: https://www.youtube.com/watch?v=74fz9iwZ_sM

Hier wird die Induktivität näherungsweise über einen LC-Schwingkries mit bekanntem C ermittelt.
Als "Rechteckgenerator" habe ich meinen NE555-timer verwendet, dessen Ausgang ich noch über einen Mosfet verstärkt habe.
Die Flanken werden schon recht steil, wenn man den Ausgang etwas belastet.

Habe die Messung mit verschiedenen R und C wiederholt und bin immerhin auf recht ähnliche Resultate gekommen, die mich
dennoch erstaunt haben. Ich hatte maximal mit einigen Hundert uH gerechnet, bei den doch relativ kleinen Kernen.
Die gemessenen Werte waren aber ca. um den Faktor 10 - 50 höher.
Größenordnungen von 10 - 40 mH bei Ringkernen von max. 6 cm DM und ca. 40 - 50 Wdg. ist doch schon recht beachtlich, finde ich.
Können die Werte hinkommen?

Hier mal ein paar Bilder vom Meßaufbau:

Bild

Bild
(kleinster Ringkern, L ~ 3,2 mH)

Bild
(größter Ringkern, L ~ 20 mH)

Bild

Re: Ferrit-Ringkern: AL-Wert / Induktivität ermitteln

Verfasst: Sa 25. Apr 2020, 10:39
von Multi-kv
Sorry, wenn ich hier diesen uralt-Fred nochmal ausgrabe, aber die Frage paßt hier gut rein :oops:

Den AL-Wert meiner Ferritkerne-Sammlung konnte ich inzwischen ganz gut bestimmen, allerdings habe ich immer noch kein Gefühl dafür,
welche Kerne sich für welche Anwendungen, insbes. Frequenz und Strombelastbarkeit bzw. Magnetfelddichte, eignen.
Gibt mir der Farbcode in Zusammenhang mit Größe und Form der Ringkerne einen Anhaltspunkt? Gibt es überhaupt einen Farbcode für Ferritkerne über alle Hersteller hinweg?
Es gibt ja Eisenpulverkerne und verschiedene Ferritmaterialien - wie kann ich die auseinanderhalten?

Insbes. suche ich einen geeigneten Kern für einen Royer Converter (für einen Induction heater). Dort fließen hohe Ströme durch den Choke bei einer relativ geringen Induktivität von ca. 100 uH und einer (angestrebten Frequenz um 40 - 60 kHz). Die Kerne sollten also nicht so schnell in die Sättigung gehen, sonst gibt es hohe Verluste und die Dinger werden heiß.
Die meisten meiner Ringkerne haben einen AL im Bereich von 1500 - 20.000 (nH) und einen Durchmesser von 20 - 65mm, eine Höhe von ca. 10 - 20mm.