Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

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Death
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Death »

Was mich ärgert ist dieses CO² Spielchen...

Methan ist, meine ich, ein 28 oder 30fach schlimmeres Treibhausgas, aber wen will man da in die Tasche greifen. Und das die jetzigen Kernkraftwerke so gebaut sind, wie sie sind, ist ja nur dem Wahn verfallen, alles immer mit einem Höchstmöglichen Wirkungsgrad und in think big geschuldet.

So ein Castor strahlt eine Wärme von bis zu 80 Grad ab, die Energie, die da einfach abstrahlt ist futsch. Auch gibt es ja jede Menge junge forschende Jungs und Mädels die auch noch an anderen Sachen grübeln. Das ist ja das, was mich auch ärgert, das die Forschung an Kernkraft ja praktisch auch verboten wurde.

Aus dem Müll kann man doch noch Energie abzapfen, da muss man sich halt was einfallen lassen.

Ich bin jetzt kein unbedingter Atomkraftfreund, aber ich sehe dieses als Notwendiges Übel um mit Wind und Sonne eine Versorgung ohne große Lücken bereitzustellen.

Und Braunkohle weiterlaufen zu lassen ist ein irrwitz in meinen Augen.

Ich beneide ein kleinwenig die, die Möglichkeiten und Fläche zur Verfügung haben und halt ihr E-Auto oder WP oder anderweitig Energie beziehen können/ laden können.

Aber viele können das nicht und werden Gnadenlos abgezockt an der Steckdose oder haben gar keine chance umzusteigen.

Das ist alles eine riesen Gelddruckmaschine

Und dann diese doofe Idee, das an einer Laterne zu machen. Alter Schwede, da kloppen sich abends die Nachbarn von der Mehrfamilienhaussiedlung, wer zuerst an der Laterne war zum laden. Alles eine fette Muppetshow nur sitzen diesmal in der Loge die, die abkassieren wie blöde.

Ach.. ich weiss nicht :hehe:
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VDX
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... ja, ich denke auch, daß die Forschung rund um Atomkraft (bzw. Atommüll) nicht wie "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" werden sollte - immerhin müssen wir das Teufelszeugs ja auch wieder loswerden! ... und die Salzstock-Lagerung ist nicht so dauerhaft, wie es immer gesagt wird - in "geologischen" Zeiträumen bewegt sich das da unten ziemlich hinundher.

Soviel ich weiß, können die unterschiedlichen Strahler-Typen (neben Wärme) durchaus auch direkte elektrische Energie erzeugen - und wenn da [+] und [-] Ladungen (Alpha- und Beta-Strahlung) in gegeneinander verschalteten Folien geschossen werden, welche wie Akkus aufgewickelt sind ... das können dann (vor Allem wegen Abschirmung) durchaus auch "große" Armaturen werden, welche sowohl Abwärme, als auch Strom erzeugen, bis nach vielen Hunderten bis Hunderttausend Jahren über die Halbwertszeit der Wirkungsgrad soweit nachgelassen hat ... und bis dahin haben wir bestimm auch schon was besseres gefunden ...
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Death
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Death »

Das irre ist, ich könnte mich jetzt warm laufen...

Ich komme ja viel rum jobbedingt. Vorgestern war ich auf einem ländlichen Berufskolleg. Die meiste Dachfläche wird mit Photovoltaik genutzt. Auf dem Land ist mehr Kohle für so Projekte und für Bildungseinrichtungen da. Hier in den Großstädten sind die fast am verhungern.

Ich ziehe den Hut vor den Gemeinden, wo sich die Mitbewohner zusammenraufen, eine Genossenschaft bilden und so ihre eigenen Insellösungen schaffen innerhalb der Gemeinde. Die investieren und kriegen ein Stück vom Kuchen dafür ab.


Es ist doch ein Unterschied, ob ich als Bürger morgens nach dem Rollo hochziehen auf ein verhasstes Windrad gugge und der Strom wird immer teurer aus der heimischen Steckdose oder ich ziehe das Rollo hoch, der Windflügel dreht sich und alle freuen sich, weil daran beteiligt.

Ewig der Hintergedanke, so Projekte können nur Firmen lösen und die Vorstände verdienen sich dumm und dusselig. Da müssen alle daran beteiligt werden als Gemeinde. Wir Bürger finanzieren den größten Teil und werden noch zur Kasse gebeten auf etlichen Wegen. Das kotzt halt die meisten brutal an und entwickeln so eine dauernde " Bin dagegen " Menthalität.

Der Staat muss hier in Vorreiterstellung gehen. Auf alle öffentlichen Flächen, Schulen, Schwimmbäder, Gemeindegebäude und ja sogar Museen gehören Energieanlagen. Der Mittelstreifen der Autobahn kann doch locker für sowas genutzt werden. Brücken können für sowas genutzt werden.

Gnaa
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VDX
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... ja, der Meinung bin ich auch :trollface:

Paßt so auch zu einem anderen leidlichen Thema: -- je mehr man Kontakt zu Ärzten und Krankenhäusern hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, ernsthaft krank zu werden :roll:

Ich bin da selber von betroffen, und meine (vor 2 Jahren verstorbene) Mutter hatte auch mit Fehldiagnosen und dadurch ausgelösten "chronischen" erkrankungen zu kämpfen, bei denen die medikamentöse Behandlung immer mehr "Nebenwirkungen" auslöste, die wiederum neue Medikamente brauchten.

Scheint mit vielem Anderen (Politik, Marktwirtschaft, Energiewende, ...) genauso abzulaufen - je mehr, umso tiefer wird der kleine Mann reingezogen und muß dann noch mehr latzen ...
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... die Chinesen mal wieder - https://www.youtube.com/watch?v=20rZ4xKtojo

Eine solche "Atom-Batterie" wäre hierzulande aber auch (noch) nicht erlaubt, da bei Beschädigung mehr als der Grenzwert an radioaktivem Material austreten könnte :roll:
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Norbi
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Norbi »

kilovolt hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 23:11 Warum sollte man vernünftig erzeugten Strom nicht auch so entschädigen, wie es sich gehört?
Der Strom vom Kleinanalagenbetreiber ist ja nicht vernünftig erzeugt, sondern im Gegenteil, der wird zum größten Teil dann erzeugt und eigespeist wenn den keiner braucht und der nichts wert ist. Derjenige der sich so eine Anlage leisten kann spart Strom und darf obendrein zu vollkommen überteuerten Preisen fernab jeglichem marktwirtschaftlichem Sinn einspeisen. Und nebenher lässt der sich seine Versorgungssicherheit dann noch von der Allgemeinheit bezuschussen die zum Glück noch die konventionellen Kraftwerke bereithält.

Wir haben hier in DE nicht den Luxus einer Topographie wie in Österreich und Wasserkraft bis zum geht nicht mehr, auch keine Küstenlinie wie in Dänemark mit mehr Offshorewindpotential als Landesfläche vorhanden ist. Wir liegen da doch eher zwischen Frankreich und Polen was unsere Möglichkeiten angeht.
kilovolt hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 23:11 Es geht um eine gangbare Zukunft, welche auch langfristig funktioniert.
Ich halte die Grundannahme dass unser aktuelles Wirtschaftssystem nicht funktionieren und nicht Zukunftsfähig wäre für nicht haltbar. Hört sich an wie Propaganda von Leuten die sich auf die Straße kleben und die sich einbilden der Planet würde unbewohnbar, obwohl nach jeglichem quantifizierbaren Maßstab die Lebensqualität der Menschen global faktisch immer besser wird, trotz steigender Weltbevölkerung.
kilovolt hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 23:11 Also kein Betrag, der unbezahlbar ist oder der für eine Volkswirtschaft dieser Grössenordnung irgendwie relevant wäre.
Wir haben einen Bundeshaushalt in DE von 460 Mrd. € ohne Landeshaushalte/Kommunen. Davon gehen schon jetzt 8,3% für die Zahlung von Zinsen für bestehende Schulden drauf.
Inwiefern da 100 Mrd. "irrelevant" sind weiß ich nicht, wir hatten gerade ne halbe Regierungskrise wegen 15 Mrd. oder so pro Jahr.

Und wie teuer nun der Atomstrom ist, wer weiß. Ich halte da Schätzungen zu angeblich "realen Preisen" wie sie von Greenpeace und anderen kommen jeden Falls für nicht glaubwürdig. Ich habe da tatsächlich mal reingeguckt wie die rechnen. Ist auch eine Frage wie man damit umgeht, klar kann man zB. Endlager leeräumen sobald da radioaktives Wasser austritt, man kann das Ding aber auch einfach zukippen und sich sagen "gut ist auch nicht mehr als Uranbergwerk in Thüringen". Und sowas wie in Fukushima kostet ja auch nur 500Mrd$, ist wohl auch eine Summe die nicht besonders ins Gewicht fällt.


Und unser zuständiger Minister sitzt in der Talkshow und dem rutschen gerade gestern Sätze wie „Ich weiß nicht, ob das Land das aushält“ zu Ausgabenkürzungen, und „Ich kann Ihnen auch nicht sagen, ob das erfolgreich ausgeht.“ heraus, dem Fallen nur Schulden und Steuererhöhung ein. Wie ich den Mann ungenannten Namens finde schreibe ich lieber nicht, sonst reihe ich mich nachher in die lange Reihe derer ein die inzwischen ein (zum glück oft strafloses) Strafverfahren wegen Meinungsäußerungen mit "Idiot" oder "bescheuert" am Hals haben.

Ich selber arbeite in der Baubranche und die wird aktuell durch die Politik regelrecht plattgemacht (und wurde auch schon Jahre zuvor gegängelt) Wenn der Juchtenkäfer und die grüne Wiese wichtiger ist als dass die Leute bezahlbaren Wohnraum übern Kopf haben stimmt irgendwas bei den Maßstäben der Politiker und auch der Wähler nicht. Niemand im Büro, der Baustelle oder bei den anderen Planern der sich nicht letzten Sommer über ein gewisses Gesetz regelrecht ausgekotzt hat.

Und mein Bruder arbeitet in nem energieintensiven Unternehmen, die Frau dort in der Verwaltung, ca. 500 Mitarbeiter in Deutschland, vor einigen Jahren in der Hand vom amerikanischem Investor.
Standorte Deutschland:
2022 Verlust ca 5 Millionen €
2023 Verlust ca 50 Millionen €
Dessen Job ist bald weg. Die Nachfrage wird trotzdem irgendwo anders gestillt werden. Das was die produzieren machen die Chinesen auch, und der Witz dabei ist mit einem Vielfachem an CO2 pro Tonne Produkt. Da ist dem Klima natürlich gut geholfen.

Tut mir leid aber spätestens wenn es mich den Job kosten würde wäre mir (global unwirksamer) Klimaschutz regelrecht scheißegal. Finden manche asozial die Einstellung, ich finde es einfach nur ehrlich.
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kilovolt
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von kilovolt »

Wirtschaftsinteressen sind selten auch Umweltinteressen und umgekehrt. Die Wirtschaft beklagt sich immer, die Umwelt kann sich nicht beklagen. Sie wird einfach irgendwann nicht mehr existieren. Dazu kann man nur sagen: Nobel muss die Welt zugrunde gehen. Dass der Klimawandel eine Tatsache ist, das muss man heutzutage nicht mehr betonen, oder besser, man sollte es nicht mehr betonen müssen. Die Zeichen sind unübersehbar und Fachleute sagen inzwischen, es ist nicht mehr Fünf vor Zwölf, sondern Fünf nach Zwölf.

Wir haben seit 2017 eine Solaranlage. Damals wurde uns ein lächerlicher Einspeisetarif von 4.5 bis 6.5 Rp. pro kWh geboten. Wir haben definitiv draufgelegt und konnten auch nichts dagegen unternehmen. Als Stromproduzent hast du da gar nichts zu melden, das ist der Wahnsinn. Das EW macht die Preise, und sagt dir klipp und klar: Vogel friss oder stirb. Nimm die 4.5Rp. oder lass es bleiben. Das EW hat den Strom dann sehr teuer weiterverkauft, ein Skandal. Die Leute in meinem Umfeld haben uns belächelt und es kam immer wieder die Frage: "Rentiert sich das denn?" Wenn ich mit Nein geantwortet habe, haben sie mich ungläubig angestarrt und gefragt, warum ich denn Geld in etwas investiere, das sich nicht rentiert. Das ist doch genau der Kern der Sache. Immer, wenn es ans eigene Geld geht, dann ist sich jeder selber der nächste. Dass man auch aus Überzeugung einen eigenen Beitrag einbringen kann, scheinen nur wenige zu verstehen, und genau deshalb ist es eben so wichtig, dass der Staat dies regelt und entsprechende Anreize schafft. Interessant ist ja nun, dass sich inzwischen alles umgekehrt hat: Das EW, welches unseren Strom immer äusserst arrogant als "unbrauchbaren Flatterstrom" abgetan hatte, bezahlt uns nun wegen drohendem Strommangel plötzlich 30Rp. pro kWh für den angeblich so unbrauchbaren Strom. Aber weisst du was? Sie pumpen damit das Wasser in die Stauseen rauf und verlangen anschliessend massiv mehr, wenn der Strom dann plötzlich zu "nützlichem" Wasserstrom geworden ist. Dass mein Solarstrom also so wertlos sein soll, glaube ich schon lange nicht mehr. Das kommunizieren die EWs natürlich so, um die Preise zu drücken und die unliebsame Konkurrenz klein zu halten. Bis jetzt haben sie den Strom so praktisch als Geschenk immer gerne genommen, diese Gauner.

Und damit kann ich vielleicht auch gleich aufräumen mit dem Vorurteil, Solarstrom würden nur diejenigen produzieren, die dann finanziell profitieren wollen. Wir haben vor 7 Jahren unsere Anlage uneigennützig installieren lassen. Mit der damaligen Rentabilitätsrechnung hätte es 30 (!) Jahre gedauert für eine Amortisation, da wären wir mit Geldanlagen wesentlich besser dran gewesen und es war klar, dass wir vor Ablauf dieser 30 Jahren zumindest den Wechselrichter einmal hätten ersetzen müssen. In finanzieller Hinsicht hätten wir das Projekt aus der damaligen Sicht also unbedingt abblasen müssen, aber die Sache schien uns sinnvoll und ich stehe noch immer voll und ganz hinter dieser Entscheidung. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dass wir jetzt Geld sparen können beim Stromverbrauch, ist klar, aber es wird noch lange dauern, bis die Investition amortisiert ist, wenn dies überhaupt je geschieht. Man kann sich damit definitiv keine goldene Nase verdienen und Reiche werden andere Finanzanlagen bevorzugen.

Gruss kilovolt
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Norbi
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Norbi »

Na da läuft bei euch ja einiges anders als bei uns. Bei so einer Entlohnung (die lag hier mal bei über 30 Cent /kWh) und freier Vermarktung würde sich hier doch keiner aufregen. Tangiert mich auch eher weniger, deine Anlage ist ja nicht Teil meines Steuerbescheides.

Idealismus muss man sich halt auch leisten können, und Schweizer stehen halt nicht grad dafür knapp bei Kasse zu sein um es mal böse auszudrücken.

Vielleicht sind da auch noch die grundsätzlichen Probleme etwas anders geartet wenn irgendwie 9 Millionen Schweizer ein vielfaches der natürlichen Speicherkapazität haben wie die 80 Millionen Deutschen und die pro Kopf auch nicht weniger Solar oder Windkraftanlagen haben.

Ich werfe auch nicht allgemein den Anlagenbetreibern vor nur Reibach machen zu wollen, das einzige was da kam dass die Versorgungssicherheit schmarotzen nur um mal klarzustellen dass die Gestehungskosten eben nicht alles sind was betrachtet werden muss.
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Multi-kv »

Meine Eingangsfrage ist ja etwas politisch und ideologisch abgedriftet - was bei diesem Thema aber durchaus zu erwarten war und auch für mich o.k. ist.
Aus meiner Sicht muß man so einen 'Mißstand', das erzeugter Strom für negative Preise abgegeben werden soll, unbedingt ganz schnell abstellen. In solchen Phasen der Überproduktion, sollte das Zapfen von Strom an den Tanksäulen für E-Autos eben entsprechend günstig angeboten werden, meinetwegen auch minutenweise zum Nulltarif! Hier muß die Politik regelnd eingreifen, denn negative Strompreise führen zu falscher Steuerung aus meiner Sicht.
Vielleicht kann man auch Massnahmen ergreifen, damit die Regelgeschwindigkeit div. Kraftwerkstypen erhöht wird oder damit die Bereitsschaft zum Regeln steigt.

Beim Wasserstoff - so schön und umweltfreundlich diese Technologie auch sein mag - sehe ich jedoch auch eher schwarz. Gestern war Habeck in Alergien um dort Kontrakte für Wasserstoffeinkauf vorzubereiten. Das H2 wird dort mit großen PV-Anlagen erzeugt und soll dann über Pipelines nach Europa fließen. So eine Pipeline kostet vermutlich viele Mrd. Euro, ca. 10 Mrd. hat Nordstream gekostet, die nun sabotiert und unbrauchbar ist. Eine Pipeline über Land ist noch sehr viel einfacher zu sabotieren oder anzuzapfen und die Nordafrikaner sind nicht gerade als äußerst friedfertige Menschen bekannt. Über die Hintergründe der Sabotage an NS darf hierzulande nicht gesprochen werden, da die Staatsräson in Gefahr ist (obwohl jeder klar denkende Mensch sich hier schon seine mehr oder weniger eindeutigen Gedanken gemacht hat und ein allseits bekannter Präsident genau damit gedroht hatte). Ich will die Diskussion jetzt nicht in diese Richtung führen, aber H2 als Allheilmittel für Klima und Wirtschaft zu sehen scheint mir eine Sackgasse. Technisch sehr aufwändig, nur großtechnisch halbwegs wirtschaftlich zu produzieren aber eben nicht im kleinen Maßstab lokal vor Ort. Es gibt schon solche PV-H2-gekoppelten Systeme auch für kleine Anwendungen wie im EFH, die Kosten liegen so bei schlappen 60 - 100 kEuro. Und alle 1-2 Jahre muß der TüV kommen und die Anlage abnehmen - ist ja auch nicht ganz ungefährlich. Bei dem relativ geringen Brennwert von H2 im Vergleich zu Öl oder Kohle müßte Afrika aber wohl halb zugepflastert werden mit PV-Modulen, damit genügend H2 für Europa bereit gestellt werden kann.

Aus meiner Sicht war die Abschaltung sämtlicher KKW in Deutschland auch ein großer Fehler. Wir hatten die sichersten Anlagen der Welt und die hätte man problemlos über die nächsten 10-20 Jahre auslaufen lassen können. Das wäre ein gutes backup für die Dunkelflaute gewesen, hätte keine zusätzlichen Kosten gebracht und wäre auch wesentlich besser für das Klima gewesen, als nun neue Braunkohle- und Gaskraftwerke zu bauen. Die Entscheidung war aber schon bei Merkel gefallen aufgrund der Panik durch Fukushima. Ob es von den Japanern eine so gute Idee war ein großes KKW in eine bekannte Erdbebenregion zu bauen weiß ich nicht? In Deutschland sind solche Erdbeben die letzten 1000 Jahre jedenfalls nicht verzeichnet worden. Das war eine übereilte Panikentscheidung, die die Grünen jetzt mit Macht auch durchdrücken wollten - gegen alle Vernunft.

P.S. Wo ich Kernforschung wirklich sinnvoll finde ist der Bereich Kernfusion! Dort hat man ja jetzt gerade wieder einen neuen Rekord erzielt, auch wenn wir von der wirtschaftlichen Nutzung noch meilenweit entfernt sind. Vielleicht ist das in 20-30 Jahren einmal die Energiequelle der Zukunft :)
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