Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

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Norbi
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Norbi »

Jep der Grenzüberschreitende Stromfluss ist da nicht drin.

Die Seite hier gibt dazu Auskunft:
https://www.energy-charts.info/charts/p ... d_absolute

Da gibt es auch sonst recht viele Daten wie Börsenpreise oder halt wie oben die Erzeugung und so zu jedem Tag/Monat der letzten Jahre.

Da wird auch das recht grundsätzliche Problem deutlich, wie Stopft man so eine Woche wie um den November/Dezember Wechsel?

Solar wird nicht viel Nützen.
Gaskraftwerke bauen die dann vier Wochen im Jahr laufen?
Zehn mal so viel Windkraft zubauen wo dann wertloser Strom erzeugt wird den keiner braucht, wenn Wind weht?
Super Duper Energiespeicher mit tausend+ Gigawattstunden (der nicht viel kosten darf)?
Franzosen anrufen?

Alles zusammen und sich das irgendwie schönrechnen, vielleicht ist zehn mal null ja plötzlich eins ;) ?

Ist aber auch wieder nur ein ökonomisches Problem, kann man ja alles machen und wird auch funktionieren, wenn der Steuerzahler dafür genug blutet.
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Multi-kv
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Multi-kv »

Ja, genau das sind die Probleme bei den Erneuerbaren und der Ideologie NUR damit auskommen zu wollen. Es wird immer eine Dunkelflaute geben, wo die EE-Energie gegen Null geht und genügend konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden müssen. Das sich dies dann nicht wirklich rentiert ist klar. Vielleicht gibt es in 30...50 Jahren eine Speichertechnologie, die hier bezahlbar große Mengen an Energie speichern kann, aber das darf bezweifelt werden. Aus meiner Sicht war es ein großer Fehler, ganz von der Kernkraft wegzugehen - zumal unsere eher die sicheren waren. Dafür laufen jetzt die alten und unsicheren in Frankreich und anderswo weiter - damit wir im Dezember genug Strom haben...
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Death
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Death »

Wir sehen doch alle gerade live, das der ganze Wunschturm in sich zusammen fällt.
Der Ausstieg aus der Kernkraft war ein riesengroßer Fehler.

Genauso war es ein riesen Fehler Power to Gas zu verbieten mit Einführungen des Einspeisegesetzes.

Wir werden eine Rückkehr zur Atomkraft kriegen. Es war ein riesen Fehler sämtliche Forschungen dazu mit zu beerdigen.

Der ganze Wasserstoffhype wird sich bald verflüchtigen, ist nur eine Frage der Zeit und dann bricht auch dieses Türmchen zusammen. In meinen Augen war das Förder-Aus für die E-Autos auch ein kalkül um die Flut der E-Autos etwas zu bremsen, weil sonst kommen schwer lösbare Probleme zu schnell auf uns zu.

Die haben da in der Politik viel Scheisse gebaut und nun müssen wir da durch.. wie weiß ich auch nicht, aber eines ist sicher, das wird teuer.
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VDX
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... ich schätze mal, wir werden den Atomstrom "hintenrum" wieder reinbekommen -- während D und EU sich da rausklinken, machen die anderen ja weiter ... und es gibt gute Aussichtenm in Richtung "Atom-Batterien", in denen z.B. die radioaktiven Abfälle als "Wärmequellen" eingebettet werden und für ein paar Hundert Jahre lang "Thermo-Strom" ausgeben.

Vielleicht werden dann auch die Atomlager in den Salzstöcken wieder als "nachhaltige Ressourcen" wiederenteckt :trollface:
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reklm
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von reklm »

Zum Thema Wasserstoff fällt mir gerade noch der Name Stanley Meyer ein. Ich hatte mich vor ein paar Jahren ein wenig in seine Forschungen vertieft, aber da findet man auch schnell den Dinosaurier-Typen und andere Verschwörungstheoretiker, die sich etwas vorstellen, was es nicht gibt oder nicht geben kann.
Seine Forschungen und Entwicklungen in den 80er Jahren rund um die Wasserspaltung zur Gewinnung von Wasserstoff sind zwar nicht unumstritten, aber dennoch inspirierend.Eventuell wird in Zukunft auch eine neue Quelle für EE gefunden.Eine, die Energie auf eine andere Weise erzeugt, als wir sie heute kennen.
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Death
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Death »

In meinen Augen ist es jetzt wichtig, Politiker bloß zu stellen, die davon träumen, das wir mit Wasserstoff fahren und heizen können. Das ist Schwachsinn hoch 10 und Volksverarschung dazu.

Die Industrie wird den benötigten H2 restlos für sich beanspruchen, da bleibt nix mehr über, egal wo der herkommt.
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VDX
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... die Leute sollten sich mal Gedanken machen, anstatt den "geernteten" Solarstrom unbedingt mit Gewalt zu Dumpingpreisen einspeisen zu wollen, damit einfach selber "grünen" Wasserstoff zu erzeugen ... je nachdem könnte das mehr bringen, als einzuspeisen ...
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reklm
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von reklm »

Dazu bräuchten die Leute auch dass Know How oder eher die Interesse mehr als nur Strom aus den Solarzellen zu holen. Ich glaube die meisten sind froh wenn sie Ihre Solarmodule da haben und es funktioniert.Es gibt ja zahlreiche Dinge die man mit Wasserstoff machen kann ,aber man will es ja eventuell speichern und da wird es ja schon schwieriger

axonf
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen guten Abend, ich denke auch, den grünen Wasserstoff sollte man der Industrie gönnen. Im Fach- Jargon heißt das Zauberwort, 🔋 Batteriespeicher mit virtueller Kopplung :awesome:, und so ein Eisen - Redox - Flow Batteriespeicher kommt schon mal auf 500 Giga - Wattstunden Speicherleistung bei ner Abgabeleistung von 50 Megawatt. Wäre doch auch ne Super Idee 💡, tausche mir einfach bei der nächste Tanke ⛽ den Elektrolyten aus, bis zu den nächsten 500 Kilometern und fahre mit grünem Strom🌞🌊🌫 hoch zwei :trollface: . Ich denke mal vor über 20 Jahren hätte keiner gedacht, daß wir bei unserem Strommix mal nen Anteil von erneuerbaren von über 50 Prozent haben werden. Wer s mag, kann sich gerne mal in ein paar Jährchen eine nukleare Batterie 🔋 in den Keller stellen. Ich persönlich halte von Kernkraft gar nix, keiner will ja auch ein nukleares Endlager🛢 in der Nachtbarschaft haben, und dann gibt's ja auch noch den Badewannenkurven - Effekt, und gerade die Schweiz leistet sich die älteste Flotte an AKW s Weltweit. Eine gute Nacht 🌃 wünscht der axonf.
Zuletzt geändert von axonf am Sa 3. Feb 2024, 10:06, insgesamt 7-mal geändert.
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VDX
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... ach, da gab's z.B. von Kosmos "Brennstoffzellen"-Kits, wo man an einer Seite Wasserstoff aus einer Flasche einspeiste, was dann zusammen mit dem Luft-Sauerstoff von der anderen Seite her Strom erzeugte ... oder auch direkte Verbrennung, für z.B. Warmwasser-Erzeugung (und Speicherung) ... oder andere chemische Reaktionen ... oder ...

Da gäb's schon noch einiges einfachen und sicheren "Küchen-Chemie"-Methoden, ohne gleich in die viel gefährlichere Hochdruck-H2-Speicherung gehen zu müssen ...
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Death
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Death »

VDX hat geschrieben: Do 1. Feb 2024, 21:19 ... die Leute sollten sich mal Gedanken machen, anstatt den "geernteten" Solarstrom unbedingt mit Gewalt zu Dumpingpreisen einspeisen zu wollen, damit einfach selber "grünen" Wasserstoff zu erzeugen ... je nachdem könnte das mehr bringen, als einzuspeisen ...
Da hängt ja schon die nächste Stolperfalle.

Nicht umsonst gehen die Komunen jetzt hin und basteln an Wärmeversorgungsplänen. Da werden dann straßen wieder aufgerissen, dann kommen da Fernwärmeleitungen reingeklatscht und dann werden da alle anrainer Zwangsangeschlossen, damit die Stadtwerke in diese Selbstversorgungshabitate wieder einbrechen kann und wieder Kohle rausziehen kann.

Viele sind froh das die gut aus dem Stromsog kommen und dann kommt der Dampfsog...

Zahlt einfach alle und die Straßen bleiben "ganz" :mrgreen:
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kilovolt
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von kilovolt »

Hallo Leute

interessante Diskussion, die Ihr da führt ;-) Gerne setze ich mich mal etwas in die Nesseln, könnt gleich auf mich einprügeln ;-)

Ich finde Deutschlands Abkehr vom Atomstrom mutig und bewundernswert. Die Krise kann zu einer grossen Chance werden, um Innovation hervorzubringen. Dies passiert nämlich meist in schwierigen Zeiten, wo Not erfinderisch macht. Die Menschheit wird schlichtweg nicht drumherum kommen, neue Ansätze zu finden. Atomstrom ist eine Sackgasse und obendrein noch eine sehr teure, wenn man richtig rechnet. Die Gestehungskosten des Atomstroms sind definitiv sehr viel höher, als sie von Atombefürwortern immer gerne dargestellt werden. Beispielsweise wurden die Versicherungssummen von AKWs standardmässig viel zu tief angesetzt. Hätte man die Risiken korrekt abgesichert, was eigentlich Pflicht sein müsste, könnte man diesen Strom nicht mehr bezahlen. Wer zahlt im Fall eines Crashs? Bei Fukushima hat man es eindrücklich gesehen: Der Betreiber Tepco zuckt mit den Schultern, diejenigen, welche Ihr Zuhause, Ihr Hab und Gut und vielleicht auch ihre Gesundheit verloren haben, bleiben auf ihren Schäden sitzen. So sieht die Sache ungeschminkt aus. Wenn was passieren würde, würden sich die Betreiber auch hierzulande raushalten ;-) Bei uns ist ein Supergau undenkbar? Wenn dies in Japan möglich war, ist es auf der ganzen Welt möglich. Ich kenne keine Industrienation, welcher ich technologisch mehr vertrauen würde als Japan. Ausserdem: Wenn man mal die Liste der atomaren Unfälle der Welt ansieht, dann muss man einfach sagen, diese vermeintliche Sicherheit ist mehr als trügerisch. Dazu gibt es übrigens noch weitere Aspekte, auf die ich nicht alle eingehen kann. Stichworte dazu wären beispielsweise die nach wie vor ungelöste "Endlagerung", dann die Kosten für die Umweltschäden beim Abbau von Uran etc. Diese Dinge werden von der Industrie gerne und gekonnt unter den Teppich gekehrt.

Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass Solar die einzige Lösung für die Zukunft ist. Es gibt noch viel Potential durch andere alternative Energieformen, welche leider noch immer stiefmütterlich behandelt werden. Für mich steht aber fest, dass der atomare Weg zu problematisch ist, um ihn weiterzuverfolgen. Es ist eine Technologie, welcher nicht nachgetrauert werden muss. Stattdessen ist es jetzt an der Zeit, viel mehr MIttel in Forschung und den Ausbau von erneuerbaren zu setzen. Langfristig wird dies der einzig wirklich gangbare Weg sein, davon bin ich überzeugt. Manchmal braucht es etwas Durchhaltevermögen und die Bereitschaft zur Änderung, nicht zuletzt auch durch Opfer jedes einzelnen durch Einsparung. Ausserdem muss man sich auch Gedanken machen, ob das Netz und dessen 24h Verfügbarkeit, so wie wir es aktuell kennen, weiterhin so bestehen muss oder ob es auch da neue Lösungen gäbe, welche dezentraler, autonomer und intelligenter organisiert sind.

Beste Grüsse
kilovolt
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Norbi
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von Norbi »

Ich sehe schon den Tag kommen da pressen sich die Leute Briketts aus gelben Müllsäcken und Papiermüll für den illegalen Ofen.
Energetisches Recycling - ganz toll dezentral und nicht mehr im großen Abfallkraftwerk :p

Für mich ist das aktuell einfach zu viel Planwirtschaft, als Kleinanlagenbesitzer bekommt man zB. 8 Cent/ kWh selbst wenn man bei negativem Börsenstrompreis einspeist, vom Steuerzahler. Höhere "Stromgestehungskosten" gibts bei keiner anderen Technik.

Kann nicht sein dass man sich entscheidet "Solar toll, Wind toll das bauen wir aus!" aber keinerlei Beleg dafür hat dass das zu einem Zustand führt der irgendwie wirtschaftlich funktioniert. Man kann in eine Volkswirtschaft nicht so drastisch mit Kleinstregelungen eingreifen nur mit der Hoffnung dass irgendwem schon was einfallen wird die offensichtlichen Probleme zu lösen. Was wenn keine Lösung kommt und man nur darauf wartet wie aufs Fusionskraftwerk? Wir geben da wahnsinnig viel Geld für aus, Geld das an anderer Stelle eben dann nicht mehr vorhanden ist.
Und dann fragt man sich eben schon wo ist dem Wohl der Menschen mehr geholfen, wenn für 100 Milliarden eine mehr oder minder unerhebliche Menge CO2 eingespart wird oder wenn man zB. für Milliarden Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Renten etc pp. bezahlt.

Und dann stell diese Frage mal in irgendeinem Entwicklungsland......


Warum machen die Politiker denn dieses ganze Mikromanagement anstatt dem großen Wurf dass man CO2 einfach so besteuert dass man gezwungen wird den Ausstoß zu verringern?
Weil man ganz genau weiß dass das nicht funktioniert und die Volkswirtschaften schlicht zerstört. Das Fernziel dass man kein CO2 ausstößt ist einfach so kurzfristig wie angestrebt nicht erfüllbar.
Und wenn das mit CO2 Steuer nicht geht geht das mit Mikromanagement erst recht nicht.
Zuletzt geändert von Norbi am Do 1. Feb 2024, 22:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von VDX »

... oder, die Leute machen's so wie meinereiner und "bleiben unter dem Radar" :trollface:

Ich habe mir, um das auszuprobieren, ein paar PV-Module (zusammen momentan iwas über 2 kWh) und inzwischen auch zwei Solarspeicher mit je 1.6kWh zugelegt und betreibe die auch, ohne ins Netz einzuspeisen - sprich "Insel" ... sollte bei mir mal der Stom ausfallen, habe ich 2x 1.6kWh "Reserve"

Alles, was ich "zuviel" reinbekomme, und nicht direkt verbrauchen kann, geht "verloren" ... was ich "zuwenig" habe, muß ich aus dem Stromnetz ziehen ...

In diesem Sinne bräuchte ich einfach nur noch mehr PV-Module oder andere Energie-Generatoren und Speichermöglichkeit, was dann auch durchaus was in Richtung Preßluft oder Schwungrad oder Salz-Batterie oder auch ganz was anderes sein könnte.

Und, solange ich das nicht ans öffentliche netz anschließe ... wer kann mir da am Karren flicken? ;)
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Re: Negative Strompreise - erzeugter Strom 'muß abgenommen werden'?

Beitrag von kilovolt »

Für mich ist das aktuell einfach zu viel Planwirtschaft, als Kleinanlagenbesitzer bekommt man zB. 8 Cent/ kWh selbst wenn man bei negativem Börsenstrompreis einspeist, vom Steuerzahler. Höhere "Stromgestehungskosten" gibts bei keiner anderen Technik.
Warum sollte man vernünftig erzeugten Strom nicht auch so entschädigen, wie es sich gehört? Die erwähnten 8 Cent pro kWh finde ich überdies recht bescheiden. Der Kleinanlagenbesitzer wird sich damit keine goldene Nase verdienen können, das ist mal klar. Nochmals: Würde man die Kosten des Atomstroms korrekt berechnen, wäre die kWh Atomstrom dermassen teuer, dass alle abwinken würden.
Und dann fragt man sich eben schon wo ist dem Wohl der Menschen mehr geholfen, wenn für 100 Milliarden eine mehr oder minder unerhebliche Menge CO2 eingespart wird oder wenn man zB. für Milliarden Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Renten etc pp. bezahlt.
Ich glaube nicht, dass man die Problematik einfach auf das CO2-Problem reduzieren kann. Es geht um viel mehr als um Co2-Einsparung. Es geht um eine gangbare Zukunft, welche auch langfristig funktioniert. Woher die Zahl 100 Mia kommt, weiss ich nicht, kann Euren Staatshaushalt oder Eure Politik auch nicht beurteilen. Allerdings muss man zu solchen Zahlen immer auch sagen, dass es nach mehr aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Ihr habt doch etwa 80 Mio Einwohner, oder? Da reden wir von 1200 Euro pro Kopf, wenn man das mal runterrechnet. Also kein Betrag, der unbezahlbar ist oder der für eine Volkswirtschaft dieser Grössenordnung irgendwie relevant wäre. Wenn man also die Themen wie Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Renten im gleichen Atemzug erwähnt, dann sollte man schon sehen, dass ein solcher Betrag diese Themenbereiche nicht wirklich tangieren kann. Da reden wir von anderen Grössenordnungen. Scheint mir also eher ein etwas populistisches Argument zu sein.

PS: Ich seh grad: Staatsverschuldung 2023 Deutschland gemäss Internet im Bereich von ca. 2 bis 3 Billionen Euro, da muss man 100 Mia nicht mal erwähnen...
Warum machen die Politiker denn dieses ganze Mikromanagement anstatt dem großen Wurf dass man CO2 einfach so besteuert dass man gezwungen wird den Ausstoß zu verringern?
Die Besteuerung wäre auch eine Variante, aber ich glaube nicht, dass dies viel an der Lage ändern würde. Alle Preise würden steigen, der einzelne Bürger hätte dadurch nicht mehr in der Tasche und die grossen Konzerne würden gleich weitermachen, die Kohle bezahlen und alle Kosten auf den Verbraucher abwälzen...

Gruss kilovolt
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