Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

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axonf
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Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen Abend, da die Energiepreise nur eine Richtung kennen, Frieden und Freiheit haben
eben auch seinen Preis, habe ich mir überlegt für die Übergangszeit Sommermonate ne Wärmepumpe zu installieren. Auf dem elterlichen Hof habe ich vor über 20 zig Jahren eine Luft - Wasser Wärmepumpe zum Kühlen des Kellerlagers eingebaut. Den Wärmetauscher habe ich in einen kleinen Behälter eingebaut, diesen könnte ich mit einem 3 Wege Kugelhahn in den Brauchwasserkreislauf meines Hauses einbauen. Lohnt sich überhaupt ein solches Vorhaben ? da ja auch die Strompreise steigen werden. Die Installation kann ich ja selber machen, brächte ja nur ein Kältetechniker der mir das Kältemittel auffüllt, erneuert. Viele Grüße von axonf.
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Norbi
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Norbi »

Eine Wärmepumpe macht bei schlecht gedämmten Gebäuden oft keinen Sinn. Erstmal den Wärmeverlust der Hütte auf irgendwie _wenigstens_ Effizienshaus 85 Niveau bringen sonst heizt man zum Fenster raus. Fenster>Dach>Wand>Erdreich dämmen und dafür sorgen das die Kiste Luftdicht wird.

Der freundliche Energieberater wird da gerne helfen und für seine Arbeit eine Rechnung an den Staat stellen. Kannst den Kram ja hochladen wenn der die Hütte durchgerechnet hat und Empfehlungen formuliert hat. Habe auch so einen Schein für die DENA.
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Multi-kv
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Multi-kv »

Andreas Schmitz hat auf seinem YT-Kanal auch einiges zu Wärmepumpen zur Heizung /oder Kühlung auch mit PV betrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=BvI7A3NmY08
Da sind sonst auch noch einige interessante Sachen auf seinem Channel für den Bastler (DIY Akkus für PV-Anlagen, Klima-/Wärmetauscher, Kalkulationen, Erfahrungen etc.).

Viel Erfolg!
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Alexander470815
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Alexander470815 »

Luft-Luft Wärmepumpen aka die meisten Split Anlagen haben natürlich den riesen Vorteil das man Innen einen sehr großen Wärmetauscher zur Verfügung hat, damit sind die erforderlichen Temperaturen gering.
Ähnlich ist es bei einer Fußbodenheizung, die erforderlichen Vorlauftemperaturen sind gering.

Bei Heizkörpern sieht es schlecht aus, da braucht man je nach Auslegung schonmal 50°C Vorlauf und mehr bei 0°C Außentemperatur.
Das vermögen Wärmepumpen zwar zu erreichen aber Effizient ist das dann nicht mehr, das ist ein grundlegendes Problem dem sich auch kein Hersteller entziehen kann.

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axonf
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen Abend, vielen herzlichen Dank noch für die sehr informativen Post s. Ich möchte gerne ne gebrauchte Wärmepumpe zur zusätzlichen Brauchwasser Erwärmung nutzen, sollte eher in die Richtung low cost, dij Marke Eigenbau gehen. Ich denke mal , was der Andreas Schmitz auf seinem YT Video zeigt , ist wohl keine Milchmädchenrechnung, ich wusste gar nicht, das man eine Klimaanlage auch andersherum effizient betreiben kann. Logischerweise kann er ja auch auf seine PV Anlage zugreifen, da werden die Preise sicherlich auch noch steigen. Ich möchte erst mal versuchen, möglichst viele Liter Heizöl zu sparen, für größere Investitionen fehlen mir einfach die Mittel. Ein weiteres Potential sehe ich auch in der Steuerung des Brauchwasserkreises, wäre ja sinnvoll über die Werktage mit ner niedrigeren Brauchwassertemperatur zu fahren, und am Wochenende wieder auf 58 Grad zu gehen, auch wegen der Legionellen Gefahr. Wie gesagt meine Heizung hat schon 25 Jahre auf dem Buckel, und Steuerungstechnisch kann die daß noch nicht. Eine gute Nacht wünscht der axonf.
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Norbi
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Norbi »

Also ich war bei diesem Video dann doch sehr verwundert als da gesagt wurde dass "Klimaanlagen" bei -10 bis -20°C umgekehrt noch gut funktionieren sollen, bin aber auch kein Kältetechniker.

Habe irgendwie den Verdacht dass er sich seine Sachen dann doch etwas schön rechnet.
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Bastl_r
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Bastl_r »

Ich meine, dass diese WP für kältere Temperaturen schon mal einen leistungsfähigen Heizstab eingebaut haben um über die ganz kalten Tage(-10 - -15°) hinweg zu kommen.
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Multi-kv
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Multi-kv »

Wärmepumpen sind am effizientesten wenn der Temperaturunterschied gering ist. Je größer er wird, desto ineffizienter werden sie. Irgendwann geht der Effekt wirtschaftlich gegen Null.
Eine gute Alternative für Warmwasser wäre auch eine Solarwasserheizung, also als diy lange schwarze Schlauchleitung auf dem Dach verlegt, am besten unter Glas. Diese schwarzen PVC-Schläuche gibt es billig als 50m Ware, einen flachen Blech-/Alukasten mattschwarz lackiert und die Schlauchleitung als Spirale da hineinlegen und fixieren. Mittels PV-Anlage kannst Du dann eine Umwälzpumpe betreiben, die dir dann bei Sonneneinstrahlung warmes Wasser erzeugt. 60 - 70 Grad sollten bei guter Sonneneinstrahlung kein Problem sein. https://www.youtube.com/watch?v=iX9JShZ372E
Optimal dann mit Pufferspeicher und Wärmetauscher im Speicher. Man findet so alte gebrauchte "Boiler" für die Warmwasserheizungsanlage oft günstig bei ebay. Hatte ich mir auch mal überlegt, war mir dann aber zuviel Bastelei und Montage und man muß natürlich irgendo die Leitungen aufs Dach und bis zum Bad verlegen. Bei Neubau ist das sinnvoll, nachträglich sehr aufwändig. Für eine dezentrale kleine Anlage, wo man dann irgendwo das heiße Wasser abzapfen kann, wäre das noch eine Möglichkeit - aber vielleicht nicht das Gewünschte...
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Alexander470815
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Alexander470815 »

Der Wirkungskrad sinkt natürlich schon deutlich ab mit steigender Temperaturdifferenz.
Mit fallender Außentemperatur sinkt aber auch die Antriebsleistung des Verdichters, damit reduziert sich die Heizleistung auch immer weiter.
Der Wirkungsgrad bei tiefen Temperaturen ist gar nicht mal so das Problem, es wird einfach weniger Heizleistung erbracht wenn man sie am meisten braucht.
Also müsste man die Anlage für den kältesten Betriebsfall auslegen, das macht sie tendenziell zu groß was dann bei höheren Außentemperaturen eine deutliche Überdimensionierung darstellt.
Noch dazu die erhöhten Kosten für eine Anlage mit höherer Leistung, deswegen nimmt man eben für die paar Tage im Jahr einen Heizstab dazu.

Damit die Effizienz unter die eines Heizstabes fällt muss es schon extrem kalt draußen werden, so -40°C oder so.

Ich heize meine Werkstatt im Winter auch mit einer Split Klimaanlage da sie vom Haus abgesetzt ist.
So sieht das bei der Anlage dann aus in Abhängigkeit zur Außentemperatur:
Unbenannt.PNG
Dazu muss man sagen das die Anlage schon ein einige Jahre alt ist(2008) mittlerweile geht da schon noch etwas mehr in Sachen Effizienz.
Es gibt auch von vielen Herstellern optimierte Modelle für besonders gute Wirkungsgrade im Heizbetrieb, die kosten dann natürlich auch etwas mehr.
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Multi-kv
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Multi-kv »

Danke, Alex! Das der Verlauf fast linear ist hätte ich jetzt nicht gedacht! Dann ist der Wirkungsgrad bei tieferen Temp. besser als ich dachte.
Um aus -10 Grad noch 5000 W Heizleistung herauszuziehen, mußt Du wieviel elektr. Energie hineinstecken? (Verstehe die 2. Kurve nicht so ganz...)

Es ist ja wie mit PV-Anlagen auch: im Winter reichen sie oft nicht für den Eigenbedarf. Dennoch ist es unsinnig die Anlage so weit überzudimensionieren, das auch die schlechteste Woche noch komplett abgedeckt werden kann mit PV-Strom. Wenn man den Rest einspeisen kann/will dann ist das natürlich o.k. aber für eine Inselanlage, müßte man sich für die dunkelsten Tage dann eine zusätzliche Energiequelle nutzen, wenn kein Netzstrom verfügbar ist (Dieselgenerator etc.).
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Heisath
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Heisath »

@Multi-kv, wenn ich es richtig verstehe, musst du bei der unteren Kurve nur auf Leistung umrechnen (also alle Werte * 230V).

Wäre natürlich schön, wenn das in der gleichen Einheit und dem gleichen Diagramm wäre :)
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Alexander470815
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Alexander470815 »

Heisath hat geschrieben: Sa 5. Mär 2022, 15:15 Wäre natürlich schön, wenn das in der gleichen Einheit und dem gleichen Diagramm wäre
Das wäre es in der Tat.
Aber es geht genau so, den Leistungsfaktor von 0,98 kann man noch mit einbeziehen.
Also 9,1A * 0,98 * 230V = 2050W für 5000W Heizleistung.

Bei Teillast wird die Effizienz nochmal ein ganzes Stück besser als bei Volllast.
Bei +7,2 kann die Anlage von 0,9kW bis 8kW regeln(nominal 7kW).
Elektrische Aufnahme geht dabei von 260W bis 2820W(nominal 2450W).
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Bastl_r
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Bastl_r »

Alexander470815 hat geschrieben: Fr 4. Mär 2022, 10:06 Mit fallender Außentemperatur sinkt aber auch die Antriebsleistung des Verdichters, damit reduziert sich die Heizleistung auch immer weiter.
Okeeee. Hätte ich jetzt nicht erwartet! :shock:
Wie kommt das zustande? Brauchts dann weniger Leistung um denselben Druck im System zu erzeugen?(Frage aus Neugierde)

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Alexander470815
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Alexander470815 »

Bastl_r hat geschrieben: Sa 5. Mär 2022, 21:33 Wie kommt das zustande? Brauchts dann weniger Leistung um denselben Druck im System zu erzeugen?(Frage aus Neugierde)
Unter der Annahme das der Hochdruck und damit die warme Seite konstant bleibt:
Die Antriebsleistung sinkt ab da der Massenstrom geringer wird.
Der Massenstrom wird geringer da die Sauggasdichte(Druck) abnimmt.
Der Volumenstrom wird auch etwas geringer da der Liefergrad des Verdichters abnimmt.
Damit fällt die Antriebsleistung obwohl die Temperaturdifferenz größer wird.
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Re: Alternative Heizung, der doch ne W - Pumpe

Beitrag von Multi-kv »

Die untere Tabelle ist also die Input-Leistung (Input-Strom * Netzspannung) und die obere die Output-Heizleistung.
Warum steigt die Inputleistung, wenn die Außentemp. steigt - müßte doch umgekehrt sein? O.k. die Outputleistung steigt dabei auch, aber dennoch verwundertlich...
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