Kondenswasser aus Raumentfeuchter

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Lightsource
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Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#1 Beitrag von Lightsource »

Da wir uns so ein Teil angeschafft hatten, interessierte es mich als Analytiker natürlich, welche Qualität das aufgefangene Wasser hat.
Ich werde hier keine Wertung über Verwendbarkeiten abgeben, sondern nur meine Analyse angeben.
Analysiert wurde mit ICP-MS
Alle Werte in ppb (Teile pro Milliarden Teile oder 1/10^9)

Na 120
Ca 45
K 12
Cu 10
Ti 7
Al 4
Mg 3
Zn 1
Ba 1

Angaben über die "Genauigkeit" werde ich auch nicht machen, da hier irrelevant.

"Alles" andere <1ppb
Die Bestandteile kommen hauptsächlich aus dem Staub der Luft.
Titan ist wahrscheinlich aus der Dispersionswandfarbe
Kupfer ist wahrscheinlich von den Kühlrippen des Entfeuchters
Viren, Pilzsporen und Bakterien habe ich nicht gesucht, sollten aber genügend vorhanden sein.
Unabgekocht oder Un-Membranfiltriert sollte man das Wasser jedenfalls nicht für kosmetische Zwecke verwenden.


oglbi
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#2 Beitrag von oglbi »

...und jetzt fehlt noch der Waeschetrockner


axonf
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#3 Beitrag von axonf »

Hallo und einen schönen Abend, hallo Lightsource das ist ja schon eine Hausnummer 10 hoch minus 9 , beim Kunden rechnen die bei Analysen, Verunreinigungen mit parts per million kurz ppm. Da wird sich aber die Farbstoffindustrie freuen, das du doch so wenig Titandioxid gefunden hast, ist ja auch entscheidend ob dies als Pigment oder als Nanoteilchen vorliegt. Als eher grob Schlosser habe ich von Analytik wenig Ahnung, habe aber mal die Drucklufttversorgung für ein NMR Spektrometer von Brucker Biospin gemacht, 3 fach gefiltert und nicht geschüttelt. Da wurde ja ein richtiger Hype drausgemacht, weis auch nicht wieviel MHz dieses hat, und ganz wichtig auf wieviel Tesla das gute Stück kommt. Ich habe mir auch ne Bastelei vom ICP Massen Spektrometer abgeschaut, würde gerne ein 10 MHz Feld an eine ganz gewöhnliche Plasmaflamme ankoppeln lassen, ob da was geht, oder bin ich mal wieder der Ober Schlaumi. Ich wünsche euch noch ne gute Nacht axonf.

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Death
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#4 Beitrag von Death »

Vielen Dank für diesen Test :hehe:

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Multi-kv
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#5 Beitrag von Multi-kv »

Hallo Lightsource,

das sind ja schon interessante Werte, obwohl mir die ppb doch schon sehr kleinteilig vorkommen.
Ich kann leider gar nicht einschätzen, wie "gefährlich" oder harmlos diese Werte sind, mal angenommen man würde das Kondenswasser trinken oder sich damit die Hände waschen -
kannst du dazu Angaben machen?

Es kommt ja wohl auch darauf an, in welchen Verbindungen diese Metallspuren auftreten, vermutlich in Form irgendwelcher Salze?
Die Metallionen an sich (evtl. bis auf Ba) scheinen mir als unbedarftem Hobbychemiker jetzt nicht sonderlich gefährlich, immerhin findet sich da kein Hg oder As oder Pb oder ähnliches.

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Death
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#6 Beitrag von Death »

Für unsereins Laserfreaks isses interessant, weil einige schon mal im Forum fragen, wegen Kühlwasser für die Laserquellen und Kosten sparen uns so

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VDX
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#7 Beitrag von VDX »

... ich habe das Kondenswasser aus unserem Kondens-Wäschetrockner schon mehrfach als Ersatz für "Aqua Dest" verwendet, ohne irgendwelche Nachteile gehabt zu haben ... ein halbvoller Kanster steht aktuell neben einem der kleinen Luft-Kühler am "home-office"-Arbeitsplatz , wenns wieder heißer wird.

Da es mir vor Allem um den Kalk geht, ist das kein Thema ... Keime wären da aber schon unschön -- obwohl die sich mangels Nährstoffen im Wasser auch nicht so stark ausbreiten sollten ... allerdings sollte man diese "Luft-Trockner" nicht mit feuchtem Vließ stehen lassen - ich schalte immer so 1-2 Stunden vor beabsichtigtem "Abgang" (Feierabend oder Schlafen gehen) den Ultraschall-Verdampfer aus, damit das Vließ komplett ausgetrocknet wird ... sonst am nächsten Tag "trocken" laufen lassen ...

Viktor
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Lightsource
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#8 Beitrag von Lightsource »

Ja ppb ist schon etwas, was man sich kaum mehr vorstellen kann.

1g in 100g sind % (Prozent) 10^2
1g in 1000g (1 Kg) promille 10^3
1g in 1000Kg ( 1 tonne) sind ppm 10^6
1g in 1000 tonnen sind ppb 10^9
1g in 1 Megatonne sind ppt 10^12 Und das ist die Grenze (zwischen ppb und ppt)was unser Gerät theoretisch können würde.

Einen Würfelzucker von ca. 3g gelöst in einem Schwimmbadbecken finden...

Ich denke, das Kondenswasser wäre eher ungesund, weil eben nicht genügend Mineralstoffe drin sind. Ich weiß nicht ob es stimmt, uns hat man einmal gesagt, dass 3Liter dest. Wasser zum Tode führen kann, weil der osmotische Druck zu den Zellen im Körper dazu führt, dass man aufquillt...
Die Keime, na ja. Wenn du einen frisch gewaschenen Salat roh isst, hast du bestimmt einige Größenordnungen mehr an Mikroben und Schimmelpilze aufgenommen.
Die wirklich giftigen Stoffe habe ich ja gar nicht gefunden (weil ihr Anteil zu gering ist). Arsen, Cadmium, Blei, Quecksilber und all die anderen Schwermetalle. Zwar ist Barium giftig, aber da es sich sowieso immer gerne mit Sulfat zusammen tut, und dadurch sehr schwerlöslich wird, denke ich, ist das auch zu vernachlässigen. Da der pH-Wert so um die 7 herum lag, gehe ich davon aus, dass zu den Metallen auch keine wesentlichen Anionen (Säuren) vorhanden sind. Was da normalerweise in Frage käme, wären natürlich Kohlensäure, Essigsäure und Ameisensäure. Salpetersäure, falls man irgendwo gerade eine Flamme hat, oder eine Teslaspule aktiv ist ;)
Zum Händewaschen ist so ein Wasser übrigens aus anderen Gründen nicht so geeignet. Ihr kennt das vielleicht, wenn man in einer Gegend mit sehr weichem Wasser ist, und versucht die Seife abzuwaschen. Das dauert viel länger als bei hartem Wasser. Zudem laugt es die Haut auch stärker aus (wegen dem osmotischen Druck).
Der Vorschlag mit dem Kühlwasser ist bestimmt gut. Aber da muss man auch aufpassen. Reines Wasser hat eine stärker korrodierende Wirkung als dessen Gemisch mit Trinkwasser. Dafür leitet es
aber den Strom viel schlechter, und ist dann zum Kühlen von Hochspannungsanlagen schon wieder besser geeignet.

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Death
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#9 Beitrag von Death »

Zur Kühlung der Hochspannungs DC Röhren verwenden wir nur Deionisiertes Wasser, das ist die Herstellervorgabe.

Im privaten Sektor empfehlen wir noch einen klitzekleinen Schluck Frostschutz für Alumotoren hinzu zu packen, um es leicht zu ionisieren, damit eventuelle Kupferkühlschlangen vom Chiller nicht zu stark angegriffen werden.

Für meine Diodenlaser ( kleine Spannung und hoher hoher Strom ) und ND:YAG´s ( Hochspannung zum zünden und danach so 110 Volt bei 6 bis 17 Ampere ) muss ich sogar zwingend Deionisiertes Wasser verwenden. Da wird zus. über Filterpatronen mit Harz deionisiert.

:hehe:

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Multi-kv
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#10 Beitrag von Multi-kv »

Lightsource hat geschrieben:
Fr 23. Jul 2021, 22:18
J
Zum Händewaschen ist so ein Wasser übrigens aus anderen Gründen nicht so geeignet. Ihr kennt das vielleicht, wenn man in einer Gegend mit sehr weichem Wasser ist, und versucht die Seife abzuwaschen. Das dauert viel länger als bei hartem Wasser. Zudem laugt es die Haut auch stärker aus (wegen dem osmotischen Druck).
Das sehe ich eigentlich genau anders herum. Mit weichem Wasser lässt es sich viel besser waschen, sowohl die Wäsche, als auch die Hände etc. Ich dusche seit über einem Jahr fast nur noch mit gefiltertem Regenwasser - geht wunderbar. Man braucht eher weniger Seife/Shampoo etc. und es gibt keinerlei Kalkränder in der Dusche und meine Haut fühlt sich wohl. Natürlich sollte man sich nach dem Duschen immer etwas eincremen ;-)
Das Kondensatwasser würde ich aber eher nicht zu duschen verwenden :mrgreen:


oglbi
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#11 Beitrag von oglbi »

Die Haut ist sauer und das muss sie auch bleiben wenn sie nicht geschaedigt werden will. Der zivilisierte Mensch ist der Meinung man muss sie jeden Tag duschen. Dematologen sind anderer Meinung. Der zivilisierte Mensch duscht nun jeden Tag und versucht das wieder gut zu machen indem er danach das Fett in Form von cremes auftraegt. Ich glaube das Wasser hat da gar keinen Einfluss. Einfluss hat sehr wohl die Auswahl der Seifen. Es gibt Seifen da hat man danach das Gefuehl man haette Haehnchen gegessen.

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Bastl_r
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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#12 Beitrag von Bastl_r »

In Schweißgeräte nimmt man auch ein spezielles Wässerchen. HKF15 wäre da so ein Markenbegriff. Nicht leitfähig und dennoch neutral beim Zusammenkommen verschiedener Werkstoffe wie Kupfer messing und Aluminium.


bastl_r


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Re: Kondenswasser aus Raumentfeuchter

#13 Beitrag von Lightsource »

@Multi-kv
Ich weiß ja nicht, was du unter filtriertes Regenwasser verstehst. Aber in gesammeltem Regenwasser sind viele Mikroben, Viren, Bakterien, Schimmel, Pollen, Würmer u.a. die
ziemlich klein sind, und wahrscheinlich höchstens mit einem Mikro-Membranfilter entfernt werden können. Eventuell auch mit einer UV-Lampe.
Was für einen Filter nimmst du denn dazu?

@Bastl_r
Wenn das stimmt, was bei Wikipedia über den Inhaltsstoff steht, wird der gerne an Milchkühe verfüttert. Unglaublich auf welchen Mist diese Menschen kommen.
Vor ein paar Jahren hatte ich mal ein Stück Kasseler, das uns viel zu salzig war, analysiert. Außer 3.5% Kochsalz war auch eine große Menge an Wismut drin.
Das nimmt man, damit die Salzlake in der die Kasseler liegen, schön flüssig bleibt. Brrr.

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