Mikrowellenreparatur

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huenerschrecker
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Mikrowellenreparatur

#1 Beitrag von huenerschrecker »

Hi,

vielleicht hab ihr eine Meinung dazu:
ich habe hier seit ewigen Zeiten eine kaputte Mikrowelle stehen die nicht heizt.
Hauptsicherung kommt nicht. HV Sicherung auch nicht.

Gerät verhält sich wie folgt:
Intervall startet, es brummt, klingt normal.
Aber nach ~2sek brummt es nicht mehr (der Intervall ist aber noch nicht fertig)
Die Spannung an den Primärklemmen sinkt dabei aber um ~10V.

Gemessen wurde das mit einem billig DMM.

Ich überlege gerade: WAS verursacht das typische Mikrowellengeräusch, der Trafo, oder vielleicht eher das Magnetron?

Warum fällt die Spannung? Angenommen, etwas zieht viel Strom, aber es brummt nicht mehr, was könnte man daraus schliessen...?
Ich würde denken, der Sekundärwicklung hat einen Isolationsfehler...
Hab leider weder Ersatzmagnetron noch Ersatzkondensator...

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gamerpaddy
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Re: Mikrowellenreparatur

#2 Beitrag von gamerpaddy »

prüf mal die hv diode
klingt so als würde nach 2sek der magnetron aufgeheizt sein, strom fließt im HV kreis und zieht die primärspannung runter
aber der magnetron braucht glaube ich DC, ohne diode kommt da AC an und nix schwingt an
:wurst:

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HV-Juli
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Re: Mikrowellenreparatur

#3 Beitrag von HV-Juli »

Ja, das Magnetron braucht dc. Der MOT bringt einmal die 2-5v zum aufheizen des Magnetrons und dann die 2-2,3kv die mit der diode und dem kondensator auf 4-4,6kv verdoppelt werden. Dann hat man noch immer einen sinus, aber ohne negativen Anteil, also gepulster dc.
Da wird der positive Pol(Kern vom mot) geerdet und an da Gehäuse des Magnetrons angeschlossen, der negative kommt an einen Anschluss des Magnetrons, wo zusätzlich auch noch die heizspannung anliegt.
Ansonsten schließe ich mich gamerpaddy an. Diode prüfen, die lassen aber erst ab ca. 4-12v oder so durch, kannst am besten mit labornetzteil und vorwiderstand probieren. Kondensator prüfen könntest auch(kapazitätsmessung) und beim mot den ohmschen Widerstand prüfen, sollten sekundär ca. 80-120ohm sein. Ob und wie man das Magnetron prüfen kann weiß ich nicht.
Zuletzt geändert von HV-Juli am Do 8. Apr 2021, 15:03, insgesamt 1-mal geändert.


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huenerschrecker
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Re: Mikrowellenreparatur

#4 Beitrag von huenerschrecker »

Danke.

Ich bin noch nicht zum Messen gekommen... Zu wenig Zeit zuim Basteln ;)

Aber mir ist gerade noch etwas eingefallen:
Ich habe mir nämlich eine HV Sonde geliehen (leider wusste der Kollege nicht den Widerstand, da muß ich mir in Ermangelung eine passenden HV Quelle zum Abgleich mal was einfallen lassen).

Um mal den Trafo auszuschliessen habe ich mir überlegt, den mal ohne das andere Zeug zu prüfen, rein widerstandsmässig scheint er gesund, aber unter Spannung...?
Im Leerlauf wird die Spannung höher ausfallen, könnte das ein Problem werden? Nicht das ich erst durch das Betreiben ohne Last Überschläge in der Wicklung provoziere...?

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frickler
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Re: Mikrowellenreparatur

#5 Beitrag von frickler »

huenerschrecker hat geschrieben:
Mi 7. Apr 2021, 23:51
Ich habe mir nämlich eine HV Sonde geliehen (leider wusste der Kollege nicht den Widerstand, da muß ich mir in Ermangelung eine passenden HV Quelle zum Abgleich mal was einfallen lassen).
Wenn die Sonde für den Betrieb an Multimetern gedacht ist, sind 990 Mohm relativ häufig, weil sie mit den 10 MOhm Eingangswiderstand vom Multimeter einen 100:1-Teiler bilden.
Oft kann man die Tastköpfe auch aufschrauben, dann kann man den Wert auf dem verbauten Keramikwiderstand ablesen ;) (selbigen am besten nicht mit bloßen Händen berühren, wegen Verunreinigung)
Im Leerlauf wird die Spannung höher ausfallen, könnte das ein Problem werden? Nicht das ich erst durch das Betreiben ohne Last Überschläge in der Wicklung provoziere...?
Das sollte kein Problem sein, in den ganzen Mot-Stacks die hier schon gebastelt wurden überleben die Teile ja auch :D
(Und bis das Magnetron aufgeheizt ist sollte der Trafo ja auch kurzzeitig im Leerlauf sein, sobald der Kondensator im Verdoppler geladen ist)

MfG frickler
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HV-Juli
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Re: Mikrowellenreparatur

#6 Beitrag von HV-Juli »

Ich hab mal einen MOT mehrere stunden im leerlauf betrieben(lichtenberg figuren haben nicht so gut funktioniert) also er lief wirklich komplett im leerlauf. heute leistet er mir noch immer gute dienste.
@huenerschrecker: du könntest auch den "Lichtbogentest" machen :trollface: einfach kurz einen lichtbogen ziehen, wenns geht dann hat der mot sicher keinen schaden ;)


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huenerschrecker
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Re: Mikrowellenreparatur

#7 Beitrag von huenerschrecker »

Trafo ist OK, Diode OK, Kondensator OK... Magnetron muß wohl irgendwie durchschlagen.


Noch mal eine andere Frage:

Ich habe hier mittlerweile noch eine zweite Mikrowelle, wo offensichtlich der Kondensator durchschlägt.
Tückisch - unendlich hochohmig, aber unter Spannung zerlegt es die Sicherung.

Ich hab das nur rausgefunden weil ich ihn einfach gegen den aus dem ersten Gerät getauscht habe.


Wie kritisch ist bei den Dingern die exakte Kapazität?
Mein Gefühl sagt mir, kleiner kostet Leistung, Größer schadet nicht. Sehe ich das korrekt?

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V-Troxi
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Re: Mikrowellenreparatur

#8 Beitrag von V-Troxi »

Guten Abend!

Die genaue Kapazität wird nicht sooo kritisch sein, die liegt bei den Mikrowellentrafos fast immer bei ca. 1uF.
Der Kondensator wird zusammen mit der Diode als Spannungsverdoppler betrieben.
Viel weniger Kapazität würde die Ausgangsleistung in der Tat verringern.
Zu viel bringt ab eimen bestimmten Punkt aber auch keinen Mehrwert mehr, denn der Trafo kann den Kondensator in einer Halbwelle dann nicht mehr bis zur vollen Spannung aufladen.
Das verringert auch die Ausgangsleistung.

LG
V-Troxi

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