HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

Für HV-Trafos, Kaskaden, Coilguns, Induktionsheizer und Ähnliches.

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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1111 Beitrag von VDX »

... wegen dem Tisch - da gibt's einige, welche mit einer Oberfräse "künstlerische" Nuten und Taschen in Tischoberflächen fräsen und die dann mit farbigem 2K-Epoxy oder auch mit beigemischtem Holzstaub und/oder Goldpuder auffüllen und glattschleifen -- solche "veredelten" Tische werden für teilweise bis zu mehreren Tausend Euro gehandelt !!

Viktor
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JuiceMaster
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1112 Beitrag von JuiceMaster »

Hab heute seit langem mal wieder ein wenig mit Hochspannung "gespielt", das erste mal in meiner neuen Wohnung (und neuen Erdungsverhältnissen).
Quelle war ein 25kV DC Netzteil mit einem 250 Mega-Ohm-Widerstand als Strombegrenzung.
Mir ist dabei aufgefallen, dass durch meine Nähe zu dem Aufbau ich mich scheinbar elektrostatisch auflade, beim Anfassen des geerdeten Netzteils oder beim Berühren der Steckerleiste habe ich leicht einen gewischt bekommen.
Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Überlege mir für künftige Versuche ein EDS-Armband zuzulegen :) Scheinbar isoliert mein Fußboden hier relativ stark.

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kilovolt
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1113 Beitrag von kilovolt »

Hallo JuiceMaster

Ja, diesen und ähnliche Effekte habe ich bei meiner aktuellen Bipolarkaskade auch festgestellt. Auch die Plexiglasscheiben, auf denen der Aufbau steht, laden sich statisch auf und selbst wenn man mehrere Minuten nach dem Ausschalten mit der Hand dort drüberfährt, knistert es ganz beachtlich. Während dem Betrieb bildet sich aber auch an allen grössen Metallteilen eine erhebliche Spannung, sodass es immer wieder zu Entladungen zwischen Metallteilen kommt oder man eine gewischt bekommt, wenn man die Teile berührt.

Ich habe bei 25kV bisher keine solchen Effekte bewusst wahrgenommen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das passiert. Bei ein paar hundert kV ist der Effekt aber dann wirklich massiv. Habe mich selber gewundert, was so alles passiert ;-)

Beste Grüsse
kilovolt
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fruitblaster
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1114 Beitrag von fruitblaster »

400V 5x16mm2 Zuleitung mit Ellebogen berührt. Im Krankenhaus ohne Erinnerung aufgewacht. Wie ich das überlebt hab? keine Ahnung. In meinem Ellebogen war ein riesen Loch musste 2mal operiert werden weil sogar der Knochen angekokelt war.

Wiesch das passierd?

Der liebe Herr Hausmeister konnte mit dem Papierschild an der Hauptsicherung "NICHT EINSCHALTEN" nichts anfangen und hat einfach eingeschaltet. Ja Ja gegen wiedereinschalten sichern kommt mir nich damit.. Macht doch keine Sau am Bau ^^ Normalerweise sollte man auch denken dass ein Schild reicht.. Aber es gibt halt viele nicht-normale Menschen auf dieser Welt und deshalb hab ich jez immer ne Rolle Rödeldraht in meinem Koffer.

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Matse
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1115 Beitrag von Matse »

Hallo an alle Bastler,

habe letztes Jahr mit einer alten Kfz-Zündspule experimentiert und sie wie einen kleinen Funkeninduktor per Relais angetrieben. Eine Motorradbatterie von 12 V war die Stromquelle. Ein Kondensator mit 300V Spannungsfestigkeit diente für die Impulse. Als ich dann das isolierte Kabel an die Batterie hielt, bekam ich eine geballert :klatsch: . Das war die Gleitenergie. Jetzt kann ich mir ungefähr vorstellen, wie es ist an den HV-Kontakt zu kommen. das piekst wirklich ungemein.
Es gab dabei 15 mm lange Funken an der Spule. Nur eine Blinklichtschaltung, die ein Relais schaltet.

Matse
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Draconia111
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1116 Beitrag von Draconia111 »

Hab eben ein billiges USB Feuerzeug bei Netto gekauft und die interessanten Eigenschaften von HF kennengelernt: Man fühlt fast nix aber es gibt 2 kleine Brandlöcher im Arm. Also nicht zu empfehlen :?
:moep: :haufen:


oglbi
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1117 Beitrag von oglbi »

Dann reihe ich mich auch mal in die lange Liste der Pappnasen ein...

Ich spiele mit meiner Kaskade (Villard) rum und will da nochmal rumaendern.
Natuerlich entlade ich die letzte Stufe ordnungsgemaess. Weiss doch jedes Kind.
Ihr ahnt es schon...
Natuerlich habe ich an die vorletzte (geladene) Stufe mit 650V (14µF) gepackt.
Es hat sich fuer geschaetzte 2s angefuehlt als wuerde ich einen 100kg-Sack hochheben.

Danach habe ich erstmal all den Krempel in Kisten gepackt und weggestellt.
Nach ein paar Monaten habe ich dann alles wieder rausgeholt und Entladewiderstaende eingeloetet.
Jetzt hatte ich auch verstanden wofuer man das macht.


oglbi
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1118 Beitrag von oglbi »

Eine kleine Anekdote aus meiner Modellbauzeit von vor knapp 40 Jahren..

Ich hatte damals Modellbau betrieben. Natuerlich habe ich nichts uebrig fuer filigranen Modellbau.
Das waren eher grobschlaechtig mit stabilit express zusammengeschusterte Rennboote.

Jedenfalls hatte ich zu einem Probelauf alle meine Akkus NiCd (knapp 40V) zusammengeschaltet.
Das war ein fiegender Aufbau auf dem Tisch. Weil die Kontakte nur ein paar mm auseinander waren
und selbst mir das zu joker war, hatte ich die geniale Idee da ein bisschen Schaumgummi dazwischenzuquetschen.
In der Kruschelkiste fand sich auch sofort ein passendes Stueck.

Ich schalte ein und ....Poff...blauweisser Lichtblitz mit einigen Minuten Sehstoerungen.
Ich hatte das Zeug mit Potentialausgleich fuer ICs genommen.


oglbi
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1119 Beitrag von oglbi »

Einen habe ich noch...

Ich meiner Jugend (auch mindestens 35 Jahre her) entdeckte ich Trafos. Natuerlich habe ich direkt ausprobiert auf wieviel Spannung man kommt wenn man die Dinger rumdreht.
Pi mal Daumen haette das sogar in die 1kV von Digitalmultimeter gepasst. Dass es sowas wie Leerlaufspannung oder Mittel-/Scheitelwert gibt hatte ich erfolgreich verdraengt.

Jedenfalls klemme ich das Multimeter an und stecke den Stecker rein.
Ueberlauf..
Mist denke ich.
Ich denke nach...
Hmm...was knistert hier?
Komisch...das scheint vom Multimeter zu kommen...

Nach ein paar Sekunden knistern wurde die Anzeige dunkel.
Strom ab...Messgeraet ab/aus/an...nix geht mehr.
Auch 1 min danach war es noch tot.
Am Abend probierte ich es nochmal aus und aufgrund spontaner Selbstheilung funktionierte es wieder.
Seit jenem Tag ist einer der Dezimalpunkte zusaetzlich dauerhaft in der Anzeige an.
Ansonsten scheint das Messgeraet noch normal zu funktionieren.
Ausmustert habe ich es spaeter trotzdem.

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Matse
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1120 Beitrag von Matse »

Ach ja, bei allem Respekt ... Vorhin habe ich meinen Stoßinduktor getestet, bin vom Schalter abgerutscht und mit der flachen Hand auf die Kondensatorkontakte gekommen.
Hat sich so angefühlt, als hätte man einen Hammer auf die Hand gegeben. Ist aber nichts passiert. Die Kondensatoren waren ja auch nur auf 450 V aufgeladen, hatten aber eine Kapazität von 72 MFD.
War mal wieder nötig. Zu viel Vorsicht bringt manchmal Fahrlässigkeit mit sich :klatsch: .

Gruß, Matse 8)
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Felix B.
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1121 Beitrag von Felix B. »

Hab bei mir in der DRSSTC mal auf die 2800uF Bus caps gegriffen (auch auf ca 450Vdc geladen) weil ich schaun wollt ob die Bus Bars warm werden und bin unabsichtlich an der 2. Bus Bar angekommen. Echt nicht empfehlenswert :?

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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1122 Beitrag von VDX »

... was ziemlich heftig "britzelt" sind die 30kV vom Fernseher-Zeilentrafo durch den Zeigefinger!! -- der zickt/zuckt dann noch über 15 Minuten lang rum :|

Viktor
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Death
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1123 Beitrag von Death »

Jaaaaa.... jetzt wo du es schreibst, da war ich noch klein. Da meinte mein großer Bruder mit dem Phasenprüfenden Schraubendreher im Fernseher rumfuchteln zu müssen.

Einen Blitz mit Schrei später fand er sich in der anderen Ecke vom Zimmer wieder. Ganz im Sinne der Quantenmechanik. Man konnte nicht sagen wo er sich gerade befindet, dafür wie schnell er ist oder wo er sich befindet dafür war die Geschwindigkeit unbekannt. Man konnte sich das aussuchen ..

:headbang:

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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1124 Beitrag von VDX »

... ja, das kommt mir extrem bekannt vor!! -- nur hat sich bei mir dann der Prüfschrauber in die andere Ecke teleportiert :|

Viktor
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Matse
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke

#1125 Beitrag von Matse »

Das größte Missgeschick damaliger fehlender Erfahrungen, ein halbes Jahr Arbeit, jede Menge Kunststoff und Kupferlackdraht ...Es war eine Katastrophe, die in meiner Entwicklungsgeschichte wie ein Vulkanausbruch war. Nicht nur der Apparat mit der schadhaften Wicklung, sondern danach noch der Abbau des Apparates, Müll, Schrott usw. Bis heute habe ich das nicht vergessen und es brauchte eine Weile, um es einfach als Schicksal und Erfahrung anzunehmen.
Nach dem 4. Einschaltvorgang brannte die Wicklung durch. Ich hatte sie nicht gewissenhaft genug isoliert und gegen Durchschläge geschützt. Das kostete mich ein kleines Vermögen, auch wenn die Preise von Kupfer und Eisen im Jahr 2006 noch nicht so hoch waren wie heute.
Der Apparat war sperrig und selbst in seine Einzelteile zerlegt, hätte ich das Ding kaum aus dem Keller gebracht. Es war wie ein Dinosaurier.

Zu den erhofften Daten: 500 kV hätte der Trafo bringen sollen.
Im Mast befindet sich ein schwerer Eisenkernschenkel von 100 mm x 100 mm x 500 mm Länge, eine Primärwicklung von 18 Quadratmillimetern, auch in Öl. Der obere Spulenkomplex besteht aus einer inneren Ölkammer mit Trafoöl und einer Außenkammer mit Rapsöl. Verschiedene Einfüll- und Ablass-stutzen waren vorhanden. Ein langer Polarm, der durch Streben verstärkt wurde, war per Flansch an den Sekundärbehälter verschraubt. Darin die Verkupplung des Leiters. Der Arm hatte eine eigene Ölisolierung, also vier Ölkammern insgesamt. Unten am Mast befanden sich drei Stellrohre für die Höhe der Sekundärspule. Schon da hätte ich einen Flaschenzug gebraucht. Es war vergeudete Zeit und reine Idiotie so ein Ding zu bauen. Aber es existierte und bekam den Namen "Obsessor". Es war eine Obsession und überhaupt ein Fehler eine riesige Einzelspule für den Ausgang zu wickeln. Letztendlich haben ein paar Luftblasen alles zerstört, nach der Einstellung der Elektroden auf 42 cm.
Naja, wens interessiert... :hammer: :balla: :?

Heute würde das nicht mehr passieren :) Gruß, Matse
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