HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
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Lightsource
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Meine Jugend-Erfahrungen mit Chemikalien waren auch eindrücklich.
Damals hat man noch Zucker mit Unkraut-Ex vermischt. Ich weiß bis heute nicht, warum da eine brennende Kerze in der Nähe stand. Von der flog ein kleiner Funken direkt in meine neue Mischung. Diese zündete und brachte eine Stichflamme von ca. 1 m Höhe zum Erleuchten meines Zimmers. Immer wenn ich später den Geruch von Karamel in die Nase bekam, erinnerte ich mich daran. Auch das Lied der Beatles, das damals im Radio lief, bewirkt diese Erinnerung und ich kann den verbranntem Zucker formlich riechen.
Damals gab es auch noch Knopfzellen, aus denen ich flüssiges Quecksilber heraus pressen konnte. Ich war fasziniert, wenn ich durch ein Quecksilbertröpfchen auf einer Aluminiumplatte einen starken Stromstoß schickte, und danach kleine Büschel aus dem Aluminium wuchsen. (Das dabei verdampfte Quecksilber hatte mich wohl nicht so gestört)
Einmal hatte ich auf der Arbeit ein spannendes Erlebnis. In einer Steuerapparatur eines Analysengerätes gab es ein elektrisch angetriebenes Schaltermodul. Als ich, wie mir von einem älteren Kollegen beigebracht, den Schaltvorgang per Handhebel weiter drehte, kam ich an einen spannungsführenden Kontakt. Das war ein mords Schlag. Ich versuchte an meinem Hals meinen Puls zu fühlen, und fühlte nichts. Mir wurde schwindelig. Aus Panik klopfte ich mir mit aller Gewalt mit den Fäusten auf die Rippen, um mein Herz wieder in Gang zu bringen. (Keine Ahnung, ob es tatsächlich stand, aber damals wusste ich es ja auch nicht) Zum Schluss warf ich mich dann noch mit der Brust auf den Boden. Irgendwie muss ich wohl überlebt haben...
(Nicht dass ihr meint, dass wäre das einzige spannende Erlebnis gewesen. Ich hatte zuvor und danach noch etliche andere.)
Damals hat man noch Zucker mit Unkraut-Ex vermischt. Ich weiß bis heute nicht, warum da eine brennende Kerze in der Nähe stand. Von der flog ein kleiner Funken direkt in meine neue Mischung. Diese zündete und brachte eine Stichflamme von ca. 1 m Höhe zum Erleuchten meines Zimmers. Immer wenn ich später den Geruch von Karamel in die Nase bekam, erinnerte ich mich daran. Auch das Lied der Beatles, das damals im Radio lief, bewirkt diese Erinnerung und ich kann den verbranntem Zucker formlich riechen.
Damals gab es auch noch Knopfzellen, aus denen ich flüssiges Quecksilber heraus pressen konnte. Ich war fasziniert, wenn ich durch ein Quecksilbertröpfchen auf einer Aluminiumplatte einen starken Stromstoß schickte, und danach kleine Büschel aus dem Aluminium wuchsen. (Das dabei verdampfte Quecksilber hatte mich wohl nicht so gestört)
Einmal hatte ich auf der Arbeit ein spannendes Erlebnis. In einer Steuerapparatur eines Analysengerätes gab es ein elektrisch angetriebenes Schaltermodul. Als ich, wie mir von einem älteren Kollegen beigebracht, den Schaltvorgang per Handhebel weiter drehte, kam ich an einen spannungsführenden Kontakt. Das war ein mords Schlag. Ich versuchte an meinem Hals meinen Puls zu fühlen, und fühlte nichts. Mir wurde schwindelig. Aus Panik klopfte ich mir mit aller Gewalt mit den Fäusten auf die Rippen, um mein Herz wieder in Gang zu bringen. (Keine Ahnung, ob es tatsächlich stand, aber damals wusste ich es ja auch nicht) Zum Schluss warf ich mich dann noch mit der Brust auf den Boden. Irgendwie muss ich wohl überlebt haben...
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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
... was zu Quecksilber und Alu -- ein Arbeitskollege meines Vaters im Kraftwerk kamm auf die Idee, das Quecksilber aus größeren ausgemusterten Quecksilber-Schaltern in einer Aluflasche zu sammeln ... und hat sich dann mächtig gewundert, als auf dem Boden im Spind plotzlich eine Quecksilber-Pfütze entstand und nach draußen, auf den Fliesenboden tropfte!!
Viktor
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Lightsource
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Ja, Quecksilber bildet gerne mit allen möglichen Metallen Legierungen und verändert damit die Eigenschaften.
Darum wurde es "früher" auch gerne als Silberamalgam in hohle Zähne gedrückt.
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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
... ich habe auch noch 4 von den "Quecksilber-Schweinchen", falls ich irgendwann mal Quecksilber oder Schalter für ein paar kA brauchen sollte
Viktor
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Bastl_r
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Experimente mit dem Obit...
zwei Stück 10mm² zu einem Hörnerableiter gebogen und mit dem isolierten Ende im Schraubstock fixiert.
Lichtbogen bewundert.
Nach einer Weile wurde das langweilig und wir haben dann alles mögliche auf dem Amboß des Schraubstockes verbrannt.
Ich weiß nicht warum, aber plötzlich fragte mich mein Bruder ob man nun an den Hörner fassen könnte.
"Klar doch, ist ja nix angeschlossen und die Isolation isoliert diesen von Schraubstock" meinte ich noch.
Juuunge, junge! Hat der seltsam Luft geholt als er über die Spitze gewischt hat!
Unbemerkt von uns hatte im Schraubstock die Isolation des Drahtes durchgeschlagen gehabt...
zwei Stück 10mm² zu einem Hörnerableiter gebogen und mit dem isolierten Ende im Schraubstock fixiert.
Lichtbogen bewundert.
Nach einer Weile wurde das langweilig und wir haben dann alles mögliche auf dem Amboß des Schraubstockes verbrannt.
Ich weiß nicht warum, aber plötzlich fragte mich mein Bruder ob man nun an den Hörner fassen könnte.
"Klar doch, ist ja nix angeschlossen und die Isolation isoliert diesen von Schraubstock" meinte ich noch.
Juuunge, junge! Hat der seltsam Luft geholt als er über die Spitze gewischt hat!
Unbemerkt von uns hatte im Schraubstock die Isolation des Drahtes durchgeschlagen gehabt...

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Norbi
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Datenvernichtung mit Messwandler und Kondensator.
Hatte vor einigen Jahren einen haiden Spaß CDs mit einer Kondensatorentladung zu entschichten. 24kV ausm Messwandler gleichgerichtet in 4µF, CD zwischen zwei Elektroden, Kontakt schließen: BANG, CD fast komplett transparent.
Hab mich dann einmal vertan und die Kondensatoren waren voll als ich mit der Hand die CD gegen die Elektroden gelehnt hab.
Bang partiell durch die rechte Hand - ziemlicher Schock. Genug um den Kram erstmal ein paar Wochen wegzupacken.
Zum Glück war der Kram galvanisch getrennt und vielleicht haben die Schuhsohlen auch noch was isoliert, oder CD Selber war schnell nichtleitend......
Hatte vor einigen Jahren einen haiden Spaß CDs mit einer Kondensatorentladung zu entschichten. 24kV ausm Messwandler gleichgerichtet in 4µF, CD zwischen zwei Elektroden, Kontakt schließen: BANG, CD fast komplett transparent.
Hab mich dann einmal vertan und die Kondensatoren waren voll als ich mit der Hand die CD gegen die Elektroden gelehnt hab.
Bang partiell durch die rechte Hand - ziemlicher Schock. Genug um den Kram erstmal ein paar Wochen wegzupacken.
Zum Glück war der Kram galvanisch getrennt und vielleicht haben die Schuhsohlen auch noch was isoliert, oder CD Selber war schnell nichtleitend......
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Lightsource
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Es ist auch gar nicht so ohne, wenn man mit einer hohen Gleichspannung irgendwelche größeren Metallteile aufgeladen hat. Selbst wenn die Spannungsversorgung nicht mehr dran hängt, die Platten oder andere Metallteile sind noch geladen und können einem "erschrecken". Das funktioniert nicht nur mit den typischen Influenzmaschinen oder Bandgeneratoren. So jedenfalls schon erlebt.
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VDX
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
... wenn man Digitalcameras zerlegt, ist es doch immer wieder überraschend, wie lange der Kondensator von der Blitz-Elektronik noch ein paar kV Ladung hat!
Viktor
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Matse
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Stromschläge gehören nun mal dazu. Meine ersten erhielt ich als Kind, damals drehte ich Glühbirnen aus Fassungen von Lampen, die an der Steckdose waren. Manchmal war auf der Fassung Strom. Ich weiß nicht wie viele ich bis heute hatte, aber der letzte war auch sehr erfrischend. Zu Hause in meiner Abstellkammer steht ein Handbetriebener Induktor. Beim Kurbeln erzeugt das Maschinchen etwa 650 Volt, um Kondensatoren zu laden. Es war dunkel, damit ich den Blitz besser sehen konnte. Dann rutschte ich beim Betätigen des Schaltknüppels ab und landete mit den Fingern auf den Dioden
. Das war erfrischend!
Gruß, Matse
Gruß, Matse
...denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang... (Rainer Maria Rilke 1875-1926)
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JThies32
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Re: HV-Anfass-Erfahrungen und elektronische Missgeschicke
Hallo zusammen,
nachdem ich hier schon eine Weile mitlese, muss ich bei Matses Story mit dem Kurbelinduktor einfach einsteigen.
Das hat bei mir direkt einen Flashback ausgelöst.
Mein "Inductor-Baptism" hatte ich nämlich schon mit 3 Jahren im Haus meines Urgroßvaters.
Während meine Mutter fast einen Herzinfarkt bekam, hat mein Uropa mich einfach machen lassen – er hat wohl schon damals meine Engineering-DNA erkannt.
Diese Erfahrung, dass man selbst Energie erzeugen kann, auch wenn man physisch noch klein ist, war prägend für alles, was danach kam.
Mit 8 Jahren kam dann die nächste Stufe: Ich durfte bei einem Elektrikermeister in der Werkstatt lernen.
Das hat die Basis für mein heutiges Verständnis von Mechanik, Elektrik und IT gelegt.
Was das "Anfassen" angeht: Ich habe mich über die Jahre mit einem 15 kV Piezo-Element abgehärtet – mittlerweile ist das nur noch ein Kitzeln.
Ich bin da schmerzfrei genug, dass ich auch schon mehrfach absichtlich einen Mikrowellentransformator einseitig angefasst habe und auch der direkte Kontakt mit der Steckdose gehört zu meinen Erfahrungen.
Letztens im Nebel unter der Trasse bei Winnenden/Schwaikheim hat mein Körper dann wieder als Antenne fungiert – die kapazitive Entladung am Arm fühlte sich exakt wie mein Piezo an.
Schön, dass es hier noch mehr Leute mit funktionierendem Pseudoscience-Immune-System gibt!
Beste Grüße aus Winnenden,
JThies32
nachdem ich hier schon eine Weile mitlese, muss ich bei Matses Story mit dem Kurbelinduktor einfach einsteigen.
Das hat bei mir direkt einen Flashback ausgelöst.
Mein "Inductor-Baptism" hatte ich nämlich schon mit 3 Jahren im Haus meines Urgroßvaters.
Während meine Mutter fast einen Herzinfarkt bekam, hat mein Uropa mich einfach machen lassen – er hat wohl schon damals meine Engineering-DNA erkannt.
Diese Erfahrung, dass man selbst Energie erzeugen kann, auch wenn man physisch noch klein ist, war prägend für alles, was danach kam.
Mit 8 Jahren kam dann die nächste Stufe: Ich durfte bei einem Elektrikermeister in der Werkstatt lernen.
Das hat die Basis für mein heutiges Verständnis von Mechanik, Elektrik und IT gelegt.
Was das "Anfassen" angeht: Ich habe mich über die Jahre mit einem 15 kV Piezo-Element abgehärtet – mittlerweile ist das nur noch ein Kitzeln.
Ich bin da schmerzfrei genug, dass ich auch schon mehrfach absichtlich einen Mikrowellentransformator einseitig angefasst habe und auch der direkte Kontakt mit der Steckdose gehört zu meinen Erfahrungen.
Letztens im Nebel unter der Trasse bei Winnenden/Schwaikheim hat mein Körper dann wieder als Antenne fungiert – die kapazitive Entladung am Arm fühlte sich exakt wie mein Piezo an.
Schön, dass es hier noch mehr Leute mit funktionierendem Pseudoscience-Immune-System gibt!
Beste Grüße aus Winnenden,
JThies32