Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

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VDX
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#61 Beitrag von VDX »

... ich würde es eher mit dem "sputtern" von Ionen probieren - damit sollte es deutlich schneller gehen, etwas Farbe "unter die Haut" bei Kristallen zu bekommen ;)

Viktor
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stoppi
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#62 Beitrag von stoppi »

Na, wer sagt es denn. Nach nur 7 Stunden... :shock:
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VDX
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#63 Beitrag von VDX »

... und, wie hast du's hinbekommen -- Taschen-Atobombe oder Beize? :mrgreen:

Viktor
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EL12
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#64 Beitrag von EL12 »

Bei alten (gebrauchten) Röntgenröhren kann man aber z.B. oft eine braun-grau Färbung des Glases durch die Strahlung beobachten. Auch werden Optische Gläser, die Thoriumdioxid enthalten nach so 50 Jahren deutlich gelb.

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VDX
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#65 Beitrag von VDX »

... bei alten Glühbirnen sehe ich auch immer wieder graue Verfärbungen - mal Flecken, mal gleichmäßig ... das ist aber garantiert nicht durch die "Bestrahlung", sondern eher "Bedampfung" von Innen mit dem Wolfram von der Glühwendel ;)

Viktor
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DanielS
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#66 Beitrag von DanielS »

Wow, mit dem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet. Dann sind das wohl wirklich Farbzentren, also fehlstellen im Kristall durch die radioaktive Strahlung.
Ich werde das demnächst mit meinen Rauchmelder-quellen ausprobieren. (Vielleicht schaffen die das in einigen Monaten). Vielleicht schaffst du es sogar durch die Bestrahlung die elektrischen Eigenschaften einer halbleiterschicht zu verändern, das wäre dann praktisch ein Dosimeter.
Sehr interessant, danke fürs Zeigen. Dafür lohnt es sich ins mfk Forum zu schauen.
Viele Grüße,
Daniel


EL12
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#67 Beitrag von EL12 »

Das ist aber nicht zu verwechseln mit der Färbung des Glases, ich habe mal eine alte Röntgenröhre zerlegt, da war das Glas sehr deutlich dunkler geworden (insbesondere dort, wo die Strahlung am stärksten war).
Solche Metallbedampfungen in glühlampen (oder auch Elektronenröhren, wobei man dort schon eher von sputtern sprechen müsste) sind meist grau bis metallisch schpiegelnd und nich gelb-braun.

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stoppi
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#68 Beitrag von stoppi »

Ich muss zum verspäteten 1.April etwas aufklären...

Mein Bergkristall ist nach 19h leider noch immer so klar wie vor dem Experiment. Ich kann keinerlei (beginnende) Trübung erkennen. Von daher vermute ich einmal, dass dies auf die schnelle auch nicht passieren wird. Ich bestrahle jetzt den Kristall für 1-2 Wochen, aber ich habe wenig Hoffnung. Vielleicht stimmt ja auch meine Überschlagsrechnung von der Größenordnung her. Dann würde dieses Experiment wohl das gesamte Forum überleben :hihi:

Nehmt es mir bitte nicht böse, aber ich konnte der Versuchung dieses mal nicht widerstehen. Die größte Schwierigkeit lag darin, im Internet einen Rauchquarz zu finden, der von der Form her meinem ähnelte :mrgreen:

Der Vollständigkeit halber: https://www.vlmf.at/index.php/sammlerse ... p1450876-2
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VDX
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#69 Beitrag von VDX »

... also doch keine "Taschen-Atombombe" :awesome:

Und ja, die zusätzliche "Zacke" Oben und die "Fenster-Front" waren mir auch schon aufgefallen :mrgreen:

Viktor
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Re: Verschiedene Detektoren für radioaktive/kosmische Strahl

#70 Beitrag von stoppi »

Während ich auf die Verfärbung des Bergkristalls warte ist mein Tritium-Licht eingetroffen. Es misst 3x22.5mm und kostet rund 15 Euro inkl. Versand.

https://www.aliexpress.com/item/3278755 ... 4c4dIUik4U

Tritium hat ja als schwerstes Wasserstoffisotop 1 Proton und 2 Neutronen. Dieser Neutronenüberschuss bewirkt Betastrahlung, konkret beta-minus-Strahlung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tritium

Es wandelt sich dabei ein Neutron in ein Proton + Elektron + Antielektron-Neutrino um. Daher entsteht aus Tritium durch Betastrahlung Helium-3.

Alphastrahlen besitzen durch diskrete Energieniveaus im Atomkern immer die gleiche Energie und gelangen in einem Medium fast immer gleich weit. Bei Betastrahlen ist dies etwas anders. Die zur Verfügung stehende Energie (beim Tritiumzerfall sind dies etwa 18.5 keV) teilt sich auf die kinetischen Energien vom Elektron und dem Neutrino auf. Daher erhält man bei Betastrahlung eine komplett andere Energie-Häufigkeitsverteilung. Die kinetische Energie des Elektrons kann alle Werte zwischen 0 und der Maximalenergie (bei Tritium eben die 18.5 keV) annehmen. Im Mittel besitzt das Elektron beim Tritiumzerfall 5.7 keV.

Die maximale Reichweite an Luft der Betastrahlung beim Tritiumzerfall beträgt rund 8 cm. Es handelt sich also um eine sehr weiche radioaktive Strahlung. Deshalb wird das Elektron bereits durch die das Tritium umgebende Kunststoffhülle abgeblockt.

Die Halbwertszeit von Tritium beträgt 12.3 Jahre. Diese Lichter verlieren also in eben dieser Zeitspanne die Hälfte ihrer Leuchtkraft. Das Licht entsteht dadurch, dass die emittierten Elektronen eine Phosphorschicht zum Leuchten anregen

Mit diesen Tritiumlichtern kann man auch das einfachste Kernkraftwerk in Miniaturform basteln. Man nimmt mehrere dieser Tritium-Lichter und bedeckt diese auf beiden Seiten mit je einer Solarzelle. Danach wickelt man diese lichtdicht ein und schließt die Solarzellen parallel zusammen. Die beiden Anschlussdrähte werden nach außen geführt und können etwa eine LED (https://www.youtube.com/watch?v=Os2T0vZGs_E) oder sogar einen extrem leistungsarmen Motor (https://www.youtube.com/watch?v=3B5JPuEUCyc) betreiben.
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Quelle: Wikipedia
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Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Beta_spectrum_of_RaE.png#/media/Datei:Beta_spectrum_of_RaE.png
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Re: Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

#71 Beitrag von stoppi »

Mittlerweile sind 98h vergangen und ich kann keine wirkliche Eintrübung/Verfärbung erkennen. Damit dürfte wohl bewiesen sein, dass es doch deutlich mehr Zeit/einer stärkeren Strahlungsquelle bedarf. Aber macht ja nichts, auch das ist ein Ergebnis. Ich werde den Versuch aber noch 1-2 Wochen fortsetzen...
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Kohlenstoffkarbid
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Re: Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

#72 Beitrag von Kohlenstoffkarbid »

Bei Quarz gibt es das Problem, dass nicht jeder Quarz gleich reagiert. Einige färben schneller als andere.

Hier etwas Literatur zum Färben von Mineralien mit Strahlung. Etwas "veraltet" aber aus der Zeit, wo man die Versuche mit einfachen Mitteln noch ordentlich dokumentiert hat:
http://www.crtsite.com/info/cathoderays ... 201911.pdf

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VDX
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Re: Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

#73 Beitrag von VDX »

... hmmm ... wenn sowas auch mit "Kathodenstrahlen" funktioniert, dann sollte man das doch mit der Elektronenkanone einer alten Oszilloskop- oder Fernseher-Röhre in Vakuum machen können?

Viktor
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Re: Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

#74 Beitrag von stoppi »

Danke für den Link...

Habe nun nach mehr als 300 Stunden den Versuch mit Gammastrahlen abgebrochen. Leider konnte ich keine Verfärbung feststellen. Habe aber einen neuen Versuch mit Betastrahlen (Quelle: Strontium-90) begonnen, wenn es laut Literatur auch mit Kathodenstrahlen (= Elektronen) klappen sollte...
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IPlayWithLasers
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Re: Experimente mit radioaktiver/kosmischer Strahlung

#75 Beitrag von IPlayWithLasers »

Ich verstehe die grundlagen deines versuches nicht ganz.
Sowohl Cs-137 als auch Sr90 sind Betastrahler, zur TG30 hab ich direkt keine daten gefunden, allerdings hat die wohl ca. 1 µCi Cs137 drinnen, damit also die 10-fache aktivität deines Strontiums.
Wieso sollte sich der bergkristall innerhalb von stunden, tagen oder wochen verfärben, wenn das glas der röhre nach jahrzehnten keine sichtbare änderung hat?
Wenn man von "Kathodenstrahlen" redet, dann sind das genau die gleichen elektronen wie in betastrahlung, allerdings impliziert das auch ströme im µA bis mA bereich, was du mit einer legalen quelle nie erreichen wirst.

https://www.youtube.com/watch?v=H1UqiImm6Sw
Das hier ist eine 20-30 jahre alte quelle, die damals(tm) 14 MBq hatte, man sieht schön wie sich das glas verfärbt hat.

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