Hier ist jetzt mal die versprochene Anleitung für Selbstbau-Galvos.

Galvos werden im professionellen Bereich in Showlasern eingesetzt. Sie dienen dazu, einen stehenden Laserstrahl in verschiedene Richtungen abzulenken. Dies geschieht mit etwa 60kpps. Kpps ist eine Abkürzung für kilo points per second. Also tausend Punkte pro Sekunde. Das bedeutet, dass die Galvos maximal 60.000 Punkte in einer Sekunde anfahren können. Allerdings sind das Geräte, die dann pro Stück schon im 5.000€-Bereich liegen (natürlich ohne Laser und PC-Steuerung) und für den kleinen Bastler nicht mehr zu finanzieren sind.
Wer dies im kleinen Rahmen aber selbst mal versuchen möchte, kann sich solche Galvos auch selber bauen. Diese haben zwar keine sehr hohe pps-Rate, können aber auch schon für kleine Effekte wie Lissajoufiguren eingesetzt werden.
In Verbindung mit einem Laser höherer Leistung und einer Nebelmaschine können damit herrliche Beam-Effekte erzielt werden.
Wer tiefer in die Materie einsteigen will kann sich auch einen DAC (Digital-Analaog Converter) für den PC bauen, damit man die Galvos auch mit über den PC steuern kann.
Allerdings möchte ich mich an dieser Stelle nur dem einfachen Lissajou-Effektgenerator widmen.
Und so gehts:
Material:
1 Platine, basismaterial doppelt Cu-Beschichtet, 1,5mm dick
3 Ultrastarke Neodymmagnete 6*3mm von hier:
Segor oder vergleichbare
1 Silberstahlwelle 2mm, Conrad best.-Nr.: 237213
1 Stellring 2mm, Conrad Best.-Nr.: 225398
2 Messing-Bundbuchsen 2mm, Conrad Best.-Nr.: 237400
0,4mm CuL
Bruchstück eines Spiegels
Werkzeug:
Stichsäge oder Handsäge
Glasschneider
Inbusschlüssel mit 1,5er Schlüsselweite
Bohrmaschine mit 5mm Metallbohrer
Lötkolben und Lötzinn
Eine „Helfende Hand“
Schraubstock
Seitenschneider
Teppichmesser
Schlüsselfeilen
2Komponenten-Kleber
Und ein wenig Geschick sowie Improvisationstalent

Als erstes nimmt man sich das Platinenbasismaterial zur Hand und Zeichnet ein:
2 Stück 4*2cm Rechtecke
2 Stück 3*2cm Rechtecke
1 Stück 3,3*4cm Rechtecke
Dann sägt man das ganze mit der Stichsäge oder auch mit Handsäge aus.
Man sollte hierbei beachten, dass man die Rechtecke nicht direkt aneinander gezeichnet hat, weil besonders bei der Stichsäge durch das dicke Blatt sehr viel Material verloren geht.
Ist dese Arbeit erledigt, Feilt man alle Kanten und Ecken ein wenig ab.
Als nächstes Zeichnet man auf den kleineren Rechtecken die Mitte an und bohrt ein Loch mit 5mm Durchmesser hinein. Die Kanten am Loch ein wenig abfeilen oder ein kleines Bisschen mit einem Kegelsenker entgraten.
Bis hierhin war die Arbeit noch sehr leicht, doch jetzt wird es ein wenig kniffelig.
Jetzt nimmt man sich die 4*2 und die 3*2 Rechtecke und legt sie so zusammen, dass die eine Kiste ohne Deckel und Boden ergeben. Dies Lötet man nun zusammen, sodass es so aussieht:


Auf dem bild sind die oberen und unteren Rechtecke (4*2cm) ein wenig länger, ich habe sie jedoch bei 4cm angelötet.
Jetzt muss die Silberstahlwelle und die Bundbuchsen her.
Von der Welle schneidet man nun ein etwa 5,5cm langes Stück ab. Achtung! Die Welle darf dabei nicht verbiegen und auch nicht zerkratzt werden!! Auch hier die Kanten wieder vorsichtig abfeilen.
Nun Setzt man die Bundbuchsen in die 5mm-Löcher. Und zwar mit dem Kragen nach außen und schiebt dann die Welle hinein.
Die Bundbuchsen müssen jetzt noch festgeklebt werden.
Also ein bisschen 2Komponenten-Kleber anrühren. Dieser wird dann so auf die Buchsen geschmiert, dass auf gar keinen Fall etwas auf die Welle kommt und etwas verklebt!!!!
Das muss jetzt erst mal aushärten.

Jetzt kommen der Spiegel und der Stellring ins Spiel.
Vom Spiegel brauchen wir nur ein etwa 1,5*0,75cm großes Stück.
Am besten ist es, wenn man es so abschneidet, dass man an der Kurzen Seite des Stückes eine Kante hat, wo der Spiegel gerade drauf stehen kann.
Vorsicht mit den Spiegelstücken! Sie haben sehr scharfe kanten!
Jetzt brauchen wir wieder 2K-Pampe um den Spiegel festzukleben.
Und zwar so:

Aushärten lassen.
Damit sich die Welle auch bewegen kann, braucht es Elektromagnete.
Ich hatte das Glück, aus dem Spulenkörpersortiment von Pollin zwei passende Körper mt den Maßen 1,75*1cm mit drei Kammern zu finden.
Wer diese nicht zur Hand hat, muss sich zwei solche Spulenkörper selber basteln.
Und zwar so:
Man nehme ein Rundholz von 1cm Durchmesser und kürze es auf 1cm Länge. Die Enden sollten dabei so parallel wie möglich sein.
Als nächstes nimmt man sich ein Stück Pappe und schneidet zwei Kreise mit etwa 1,6cm Durchmesser aus. Diese klebt man dann auf das Stück Rundholz.
Et Voila!
Zwei fertige Spulenkörper Marke: Eigenbau.
Wenn der Kleber getrocknet ist, nimmt man sich den CuL und Wickelt etwa 60-80 Windungen auf jeden Körper.
Bei mir sah das dann so aus:

Die Enden des Drahtes sollten etwa 10cm lang sein.
Von diesen kratzt man nun etwa 1cm des Lackes am Ende ab.
Ich mache das immer mit einem Teppichmesser. Es gibt aber auch professionelle Kratzer. Manche bevorzugen auch ein Feuerzeug.
Ich mache das mit dem Messer.
Wenn der Kleber an den Bundbuchsen getrocknet ist, kann es weitergehen. Jetzt braucht man zwei der Magnete und den Rest Stahlwelle.
Von der Welle schneidet man nun zwei mal ein Stück mit 5mm Länge ab.
Diese Setzt man nun so auf einen der Magnete:

Diese Gebilde wird nun mittig in den Kasten auf die Welle gesetzt. Die Welle sollte dabei etwa 1cm vorne aus dem „Gehäuse“ schauen.
Und zwar so:

Damit der Magnet auch nicht verrutscht, habe ich vorher ein Stückchen Doppelklebeband raufgeklebt.
Dies ist sehr hilfreich, weil jetzt der andere Magnet auch aufgesetzt werden muss.
Dazu hält man den schon befestigten Magneten so fest, dass er sich nicht wegdrehen kann.
Am Ende sollte das dann so aussehen:

Nun setzt man die Spulen in das Gehäuse.
Und zwar so:

Als nächstes kommt der Teil, der die Welle in die Ausgangsposition zurückbringt: Der dritte Magnet und das letzte Stück Platine.
Den Magneten setzt man mittig auf die Platine und klebt ihn fest.
Die Platine befestigt man nun so an Gehäuse, dass er nach außen zeigt.
Die Welle wird sich automatisch mit einem Pol des Rotormagneten zum anderen hindrehen. So soll es sein:

Ich habe ein Stück pappe anstatt Platinenmaterial genommen. Aber das ist egal.
Nun kommt der letzte Schritt der Montierung: Der Spiegel.
Dieser wird mit Hilfe des Stellringes einem beliebigen Winkel aufgeschraubt.
So:

Fast geschafft.
Jetzt müssen nur noch die Spulen in reihe geschaltet und getestet werden.
Zum Testen werden benötigt:
Ein paar Krokoklemmen
Ein Labornetzgerät oder ein Trafo mit 5Volt AC, der über einen Stelltrafo geregelt wird.
Man geht wie folgt vor:
Man schaltet die Spulen in Reihe. Dann schließt man an die übrigen zwei Drähte den Trafo bzw. das Labor-NT an. Wenn man das Netzgerät nun langsam hochregelt (so 1-3 Volt), sollte sich die Welle neigen. Polt man das ganze um, sollte sich die Welle in die andere Richtung neigen.
Nimmt man den AC-Trafo und den Stelltrafo, geht man wie folgt vor:
Man schließt wie oben die beiden Spulen in Reihe und klemmt den AC-Trafo an die übrigen zwei Drähte.
Wenn man nun den Trafo auf etwa 1-3 Volt AC hochregelt, sollte sich die Achse mit einem 50Hz-brummen hin und her drehen.
Wenn dies nicht der fall ist, muss man eine der beiden Spulen umpolen. Dann sollte es wie beschrieben laufen.
Jetzt gibt es nur ein Problem: Man hat erst den Galvo für die Ablenkung der Y-Achse.
Also muss man sich noch einen bauen, der den Spiegel quer auf dem Stellring kleben hat.
Diese beiden Galvos müssen dann im 90° Winkel zueinander befestigt werden.
So:


