BB3 Open Source Labornetzteil

Für Netzteile, NF-/HF-Verstärker, Reparaturen und allgemeine Elektronikprojekte.

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MaxZ
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BB3 Open Source Labornetzteil

#1 Beitrag von MaxZ »

Moin,

Da sich mein Labornetzteil heute verabschiedet hat (mehr dazu hier: viewtopic.php?f=42&t=64485), bin ich auf der Suche nach nem neuen. Dabei bin ich über das EEZ-BB3 gestolpert, ein modulares Netzteil das komplett Open Source ist. Es ist der Nachfolger des (ebenfalls Open Source) EEZ-H24005.
Hat jemand Erfahrung mit denen gesammelt*? Halten die was sie versprechen? Von den Specs her gefällt es mir nämlich recht gut (lässt sich mit 3 Modulen ausrüsten, wobei 40V 5A Module und 2x20V 4A Module zur Verfügung stehen).

Danke!
Max

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Paul
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#2 Beitrag von Paul »

Moin,

das schaut ja mal wirklich interessant aus. Zwar nicht ganz billig, aber $750 für die volle Vierkanal-Version geht ja noch...wenn man das mal mit "kommerziellen" Systemen mit ähnlichen Features vergleicht.
Ca. 150W Output pro Versorgungsmodul (bis 20V bzw. 40V) ist ja auch annehmbar.
Auch, dass man Stromverbräuche damit einfach mit dem PC mitloggen kann ist ganz cool!

Kann das Teil eigentlich auch Funktionsgenerator spielen? Oder nur DC? :trollface:

Beste Grüße
Paul!
“With great power come great heat sinks.”
paulwilhelm.de -- mosfetkiller.de

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kilovolt
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#3 Beitrag von kilovolt »

Hallo Max

Wenn ein einfaches Gerät wie ein Netzgerät einen bunten Touchscreen mit µC-Steuerung und 1000 Features bietet, dann frage ich mich, wieviel Wert wohl auf den Kern dieses Geräts (nämlich den analogen Part!) gelegt wurde. Mir riecht sowas einfach zu stark nach Spielzeug. Meistens haben professionelle Labornetzgeräte kaum Bedienfunktionen, weil es ja auch kaum was braucht. Wenn dann da drin noch ein Schaltnetzteil steckt, wäre es für mich definitiv out of order ;-)

Meiner Ansicht nach kann man für relativ wenig Geld etwas gebrauchtes kaufen, das wirklich professionell gebaut und durchdacht ist, ganz ohne Schnick-Schnack wie Touchscreen, dafür aber mit soliden, elektrischen Eigenschaften. Für 750$ bekommt man schon was wirklich highendiges, gebrauchtes.

EDIT: Nachdem ich soeben eine Blick auf das Innere werfen konnte, sehe ich keinen Grund mehr, der den Preis rechtfertigen könnte...

Gruss kilovolt
Zuletzt geändert von kilovolt am Fr 15. Mai 2020, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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gamerpaddy
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#4 Beitrag von gamerpaddy »

Vielleicht lohnt sich der eigenbau, ist ja alles open source.

https://github.com/eez-open/modular-psu
https://github.com/eez-open/modular-psu-firmware

der stm32f7 ca 15€, jedes 48v meanwell netzteil ungefähr 20€, die zweil kleinen meanwells auf dem psu board je 7€, 30€ für das display RFE43BH-AIW-DNS.. = 120€
Dann noch ca 5€ je LTC, TPS, STM32, ADS chip. (ca 20..30€ pro modul)
und der rest ist hühnerfutter.
mit dem gehäuse/platinenbundle kommt man vielleicht unter 450€

mir wären 750€ zu viel, aber wenn man rechnet ist es doch recht fair. 3x 40V 5A netzteile die steuerbar sind und was taugen kommen in etwa auch dort hin, ohne die restlichen features die das teil bietet.
vergleichbare wären drei GW Instek PSP-405, da ist man auch schon bei 900€ neupreis und hat nichtmal eine steuerkonsole dabei.

Ob das teil was taugt ist eine andere frage. und wenn ja, taugt es auch was wenn man selbst zusammenbaut?^^

hier hat der entwickler die DCP405 einschübe getestet auf ripple und regelzeit
https://www.envox.hr/eez/eez-bench-box- ... odule.html

Ich lese aber nirgends ob die DCM220 ausgänge voneinander isoliert sind? Die werden beide von einem 48V netzteil gespeist. Es sei denn (was auch die 2x 20V erklärt) je ein buck wandler ist auf der positiven/negativen seite mit mittelabgriff als masse.


ich persönlich würde abstriche in sachen ripple, regelzeit und genauigkeit machen und mir weiterhin diese ruideng module besorgen. alles ist besser als voltcraft. (hab ein PS1302D und hatte ein VLP1303pro, keines der beiden wärs mir erneut wert. )
:wurst:

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kilovolt
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#5 Beitrag von kilovolt »

So könnte ein hochwertiger Aufbau aussehen, der zwar weder Display noch Touch bietet, dafür saubere, stabile Spannungen ohne HF-Müll:

https://www.circuitsonline.net/forum/file/31910

Klar sind die Geräte funktionell nicht miteinander vergleichbar, aber letzteres ist das, was ich unter "professionell" verstehe. Da wurde Wert auf den Kern des Geräts gelegt. Man sieht, dass es sich um ein Netzgerät handelt und nicht etwa um einen Microcomputer mit zwei, drei Schaltnetzteilen drin ;-) Ich habe es bei mir so gelöst, dass ich zwei relativ highendige Geräte habe mit grossen Bereichen, eines eher für hohe Spannungen und das andere für hohe Ströme. Dazu habe ich mehrere günstige, kleine Linear-Labornetzteile, die sich beliebig miteinander verschalten lassen. Damit ist bei mir so gut wie alles abgedeckt, das ich je brauchen werde. Alle Geräte habe ich gebraucht gekauft und für alles zusammen deutlich weniger bezahlt, als das hier kosten soll ;)

Beste Grüsse
kilovolt
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Bastl_r
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#6 Beitrag von Bastl_r »

Hallo kilovolt
Muss man zum betrachten des Links dort angemeldet sein?

Edit : jetzt beim zweiten Versuch funktioniert er...

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gamerpaddy
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#7 Beitrag von gamerpaddy »

Das Netzteil hat ja garkein bluetooth, nfc oder wlan, es kann nicht laut piepen, noch hektisch blinken oder mit irgendwelchen fehlermeldungen um sich werfen. Es wiegt bestimmt mehr als die werkbank trägt und wie soll man das vom Bad aus bedienen? Wir haben 2020! Bewertung: 1 von 10 kein echtes netzteil :trollface:

Ein HP, Sorensen oder ... Philips... gibts immer mal wieder gebraucht in der bucht für wenige €.
Frägt sich nur wofür man das jeweilige NT braucht. Viel leistung? bisschen ripple und HF stört nicht. Präzision und stabilität, sauberer ausgang und schnelle regelung.. naja da bekommst halt keine 1000W+ in bezahlbar.
Das BB3 ist wie es scheint vergleichbar mit den gängigen hobby-mittelklasse regel-schaltnetzteilen mit gpib/rs232/usb, die im dreier/vierer pack in etwa das gleiche kosten und leisten.
:wurst:


oglbi
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#8 Beitrag von oglbi »

Bei dem link von kilovolt muss man erst ueber einen klick auf die Schrift auf die allgemeine homepage. Von da funktioniert dann auch der direkte link.
Zuletzt geändert von oglbi am Sa 16. Mai 2020, 00:19, insgesamt 1-mal geändert.

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kilovolt
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#9 Beitrag von kilovolt »

Sorry Leute, der Link verhält sich tatsächlich irgendwie seltsam :?

@gamerpaddy: Das gezeigte Philips-Netzteil kann 0 bis 150V und das mit 7A, das erreicht die 1000W-Klasse locker resp. übertrifft diese ja sogar. Ich habe eines von dieser Baureihe, jedoch mit "nur" 150V und 3A. Dieses hat mich 150Fr. gebraucht gekostet und liefert astreine Ausgangsspannungen. Für hohe Ströme habe ich ebenfalls ein gebrauchtes Power Supply, ein Delta Elektronika SM-6020, welches 0 bis 60V mit 10A macht oder 0 bis 30V mit 20A. Das sind immerhin auch 600W und dies mit Industriequalität und auch für 150 Fr. gebraucht. Also habe ich 300 Fr. für diese beiden guten Netzteile ausgegeben, bis 750 ist noch viel Luft nach oben, reicht also mehr als locker noch für drei, vier Klein-Laborspeisungen, welche man beliebig kombinieren kann. Was kann ich mit diesen Geräten nicht, was man mit dem gezeigten kann? Ich würde sagen, mein Gerätepark war günstiger und kann mehr, mal ganz zu schweigen von der Stabilität und Reinheit der Ausgangsspannungen :P Aber klar, ich will niemandem im Glück stehen, soll jeder kaufen, was er will. Nur die Aussage, dass moderne Geräte alles genausogut können für weniger Geld, ist schlichtweg falsch, es sei denn, man will professionelles Equipment neu kaufen, aber das wäre ja auch eher sinnfrei, wenn man Geld nicht in Hülle und Fülle zur Verfügung hat.

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gamerpaddy
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#10 Beitrag von gamerpaddy »

Der vergleich war damit gemeint, dass man sich das besorgt was für einen passt. Ich glaub kaum dass viele den platz und lust haben sich ein 50kg Linearnetzteil mit mehreren kW leistung hinzustellen nur um ein paar logik-schaltungen zu versorgen.
Damit war nicht gemeint dass das teil 100 jahre alt ist und in den container gehört, im gegenteil, so ein brummer würde ich mir hier auch hinstellen.
Bei gebrauchten hat man auch das problem, dass die erst jemand anbieten muss... Ich schau jeden tag in ebay und co., bis aber mal jemand so ein highscore wie dein DM-6020 für nur 150Fr/€ anbietet muss man schon mal monate warten, glück haben und es rechtzeitig sehen.

Die verkaufspunkte bei dem BB3 sind zudem nochmal ganz andere, die features machen für dich jetzt wohl kein sinn, aber irgendjemand sucht genau sowas. Ohne den smart-kram würde das teil wohl niemand für 750 kaufen.
:wurst:

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gamerpaddy
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#11 Beitrag von gamerpaddy »

ich hab mal die BOM's und gerber für das MCU, AUX-PS, BP3C und drei DCP405 boards an die jeweiligen stellen geschickt um zu sehen was das teil im rohen ohne gehäuse kostet wenn man alles selbst zusammenbaut.

so mager und teuer das teil auch aussieht, der verdient recht wenig daran. hätt ich nicht gedacht.
vielleicht geht da noch 25% weniger wenn man die teile aus china ordert.

497€ bauteile und drei meanwell smps.
https://i.imgur.com/3uvwCBW.png

14€ platinen bzw 65€ wenn man keinen findet der ebenfalls welche will^^ (versand eingerechnet)
https://i.imgur.com/nC6Vrpz.png

35€ display https://i.imgur.com/k254v88.png

somit etwa 550€ ohne gehäuse, als smd bausatz mit 1000 teilen.
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ferrum
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#12 Beitrag von ferrum »

Ich find das Konzept Schaltregler mit linearem Nachregler jetzt nicht so schlecht wie kilovolt meint. Allerdings sollte man sich schon überlegen warum man das Konzept einsetzten will. Der Vorteil davon ist dass man ein recht kompaktes, leistungsstarkes hochwertiges Netzteil bekommt. Wenn man das sauber auslegt ist das in der regel teurer als ein klassischer Linearregler.

Mir kommt das Netzteil beim betrachten der Pläne halt ein bisschen so vor als ob das Hauptziel aus den Augen verloren wurde. Das fängt damit an dass man nicht nur einen Schaltregler hat sondern mit den meanwell smps 2 Stück also die doppelte menge an emv quellen. Wenn man das Gehäuse dann anschaut ist es halt in vollbestückung halb leer was ein bischen dem Konzept eines kleinen Leichten NT zuwider läuft. Ich glaub die Umsetzung an sich ist gar nicht mal so schlecht Leidet aber an Konzeptionellen und Topologischen Unzulänglichkeiten. Das macht es halt unnötig Teuer.

lg ferrum
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MaxZ
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#13 Beitrag von MaxZ »

Moin zusammen,


Ich bin dann wohl ein leichgläubiger Bling-Bling Trottel, denn nach zwei Wochen überlegen und herumschauen was es sonst so gibt, hatte ich eins bestellt. :mrgreen:

(Kleine) Touchdisplays und wenig Knöpfe machen mich grundsätzlich skeptisch, da es oft nur modern wirkt, aber nicht bequem zu benutzen ist. Allerdings scheint hier, soweit ich das in den Videos sehen konnte, tatsächlich ein brauchbares Benutzerinterface herausgekommen zu sein. Wohlbemerkt brauchbar, nicht überlegen.

Was mich hauptsächlich überzeugt hat:
Open Source.
Ausreichend Leistung
Parallel-/Serienbetrieb
Zwei leistungsstarke und gut abgesicherte Kanäle, und noch zwei weitere für weniger kritische Hilfsspannungen.
Brauchbare Schutzfunktionen
Hohe Auflösung

Nice to have für mich:
Hohe Messfrequenz. Find ich auch bei anderen Geräten bequemer als langsamere Anzeigen
Micropython. Eigentlich ist mir Micropython an sich recht egal; ich werde kaum anfangen mein Labornetzteil zu skripten. Mich interessiert mehr, dass dadurch weitere Funktionen ohne Firmwareupdates möglich sind, die von Haus aus nicht mitkommen. So steht z.B. ein Skript zum Plotten von I/U Kennlinien bereit, was ich sehr ansprechend finde.
Modulares Konzept.
PC Interface. Seit kurzem habe ich in der Werkstatt eh einen Rechner stehen, da ich es satt hatte, Datenblätter immer am Smartphone suchen zu müssen.

@Paul: Soweit ich weiß ist ein Funktionsgeneratormodul in Planung. Das würde mich echt interessieren. Ich frage mich zwar, wie die ein gescheites Benutzerinterface auf dem integrierten Display basteln wollen, aber es gibt ja auch noch das PC Interface.

@ferrum: Die Meanwell Netzteile wirken tatsächlich nicht professionnel. War ursprünglich auch gar nicht so geplant. Der Entwickler hat selbst zuerst passende Netzteilmodule entworfen und erfolgreich getestet. Sie sind hauptsächlich aus Kostengründen rausgeflogen. Wem die Meanwells zu "billig" sind (wobei die mWn keine schlechten Netzteile bauen), findet alle Unterlagen zu den fertig entworfenen Netzteilmodulen im gleichen Repository auf GitHub und kann das einbauen.

Edit: @kilovolt: Gebraucht kaufen ist gut wenn du alle Zeit der Welt oder richtig Glück hast. Da ich aber aktuell kein "feines" Labornetzgerät habe, war monatelanges Warten keine Option für mich. Glück hatte ich trotzdem; ich konnte ein 36V 40A Linearnetzteil von Statron für 80€ ersteigern, das seit gestern seinen Dienst in meiner Werkstatt verrichtet. Ein paar Messungen unter Last sehen ganz ordentlich aus; auch meinen Royer Oszillator versorgt es ohne Probleme. Für kleinere Schaltungen ist es jedoch definitiv nicht geeignet, und es hat "nur" ein Kanal. Wie auch du denke ich dass mehr als ein Netzgerät für unterschiedliche Anwendungsfälle ganz praktisch sind.
kilovolt hat geschrieben:Nachdem ich soeben eine Blick auf das Innere werfen konnte, sehe ich keinen Grund mehr, der den Preis rechtfertigen könnte
Ich mag noch nicht genügend Geräte gesehen haben, aber ich könnte auch nicht an folgendem Bild ablesen was es wert ist.
Bild
Wenn du erkannt hast, dass es sich um ein >4000€ (!) Gerät von Rohde&Schwarz handelt, liegst du goldrichtig. Quelle: https://www.eevblog.com/forum/testgear/ ... 8774;image
Die Funktionen von dem Gerät gehen btw in eine ähnliche Richtung wie das BB3, jedenfalls mehr als ein gutes altes Linearnetzteil.


Liebe Grüße,
Max

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kilovolt
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#14 Beitrag von kilovolt »

Guten Abend Max

Ich habe ehrlich gesagt nicht erkannt, dass dies ein teures Rohde & Schwarz-Netzgerät ist. Ich würde auch nicht zwingend behaupten, dass es sein Geld wert ist, wobei ich dann doch einige Unterschiede zu dem von Dir geposteten Gerät ausmachen kann ;) Nichtsdestotrotz, ich behaupte nicht allgemein, dass jedes Markengerät sein Geld wert ist, weil es von einem Markenhersteller kommt, das wäre Unsinn. Es gibt beispielsweise auch von Agilent Netzgeräte, die mich keineswegs überzeugen, auch wenn ich von anderen Produkten dieses Herstellers voll und ganz überzeugt bin. Ich glaube lediglich, dass man für 750 $ auf dem Gebrauchtmarkt besseres bekommt als dieses Neugerät. Das muss Dich ja nicht schütteln, es ist meine subjektive Meinung, und ich hätte sie gar nicht ungefragt zum Besten gegeben, wenn Du nicht danach gefragt hättest ;-) Ich habe den Eindruck, dass Dich meine Aussagen weiter oben beleidigt haben, stimmt das?

Gruss kilovolt
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Re: BB3 Open Source Labornetzteil

#15 Beitrag von MaxZ »

[OT]
Beleidigt nicht, eher irritiert:
kilovolt hat geschrieben:Wenn ein einfaches Gerät wie ein Netzgerät einen bunten Touchscreen mit µC-Steuerung und 1000 Features bietet dann frage ich mich, wieviel Wert wohl auf den Kern dieses Geräts (nämlich den analogen Part!) gelegt wurde
Erstens ist es eben nicht nur ein einfaches Netzteil. Das gleiche Gerät, ausgestattet mit anderen Modulen (1x elektronische Schalter, 1x Relaiskarte, 1x digitale+analoge Ein- und Ausgänge), nutzt der Entwickler z.B. zum automatischen Testen der Netzteilmodule, die jetzt verkauft werden. Es steht auch recht deutlich auf der verlinkten Seite, dass weitaus mehr als nur Netzteil-Module vorgesehen sind.
Zweitens hat das Benutzerinterface in meinen Augen nichts mit den elektrischen Qualitäten eines Gerätes zu tun. Rigol hat einige Geräte mit beachtlichen Specs (für den Preis), aber schrecklichen Designentscheidungen. HP hatte eine Weile lang Geräte mit zwei Zeilen LCD, die vielleicht durchdacht, aber trotzdem alles andere als intuitiv zu bedienen sind (weil einfach nicht viel Platz auf dem Display ist). R&S dagegen steckt mWn überdurchschnittlich viel Aufwand in das Design seiner Benutzerinterfaces. Zumindest bei den Geräten von denen ich bisher Reviews gesehen habe, schien mir, dass mehr bedacht wurde als bei anderen Herstellern. Vernachlässig R&S dafür andere Teile des Produkts? Meistens nicht würd ich meinen, und selbst wenn, glaub ich kaum dass es damit zusammenhängt dass mehr oder weniger Arbeit ins Bedienfeld geflossen ist.

In die gleiche Richtung gehen auch deine anderen Antworten; "es riecht nach", "es sieht so und so aus". Auf mich wirkt das, als würdest du die Frage nach den elektrischen Qualitäten des Geräts ohne Blick auf die elektrischen Spezifikationen, und nur aufgrund des Frontpaneldesigns beantworten wollen. Es sieht nicht aus wie bekannte, bewährte Geräte, also kann es auch nicht ordentlich funktionieren. Überspitzt formuliert, und ohne böse sein zu wollen. Das war auch der Grund für das Vergleichsbild mit einem mutmaßlich besseren Gerät im letzten Post.
kilovolt hat geschrieben:Ich glaube lediglich, dass man für 750 $ auf dem Gebrauchtmarkt besseres bekommt als dieses Neugerät. Das muss Dich ja nicht schütteln, es ist meine subjektive Meinung.
Dem habe ich nicht widersprochen, im Gegenteil. Auf dem Gebrauchtmarkt habe ich schon so einige hochwertige Geräte (allgemein, nicht nur Netzteile) für lau bekommen, die jedes Neugerät für den Preis schlagen. Nur diesmal war der erforderliche Zeitaufwand keine Option für mich (gamerpaddy hat das Problem schön auf den Punkt gebracht). Sollte wie durch ein Wunder ein hochwertiges Netzteil auf ebay auftauchen, würde ich wohl meine Bestellung stornieren und das nehmen. Aber dazu muss eben erst mal eins auftauchen.

Dass ich ein "leichgläubiger Bling-Bling Trottel" sei, war mehr mit humorvollem Blick auf gamerpaddys Anmerkung gemeint:
gamerpaddy hat geschrieben:Die verkaufspunkte bei dem BB3 sind zudem nochmal ganz andere, die features machen für dich jetzt wohl kein sinn, aber irgendjemand sucht genau sowas. Ohne den smart-kram würde das teil wohl niemand für 750 kaufen.
[/OT]

Zurück zum Thema Labornetzteile:
kilovolt hat geschrieben:Wenn dann da drin noch ein Schaltnetzteil steckt, wäre es für mich definitiv out of order ;)
Hat eigentlich überhaupt noch ein Hersteller Labornetzteile mit >100W pro Kanal, die nicht ein Schaltnetzteil als Vorregelung haben...? Keysight, Rohde&Schwarz und Delta Elektronika jedenfalls nicht soweit ich das sehen konnte. Damit müssen es noch keine guten Geräte sein, aber wenn nicht nur ein Hersteller es bei einem Gerät so löst, sondern mindestens drei Hersteller bei allen entsprechenden Geräten, dann frage ich mich, ob der Ansatz wirklich so pauschal für die Tonne ist. Vielleicht nocht konkreter: Dann frage ich mich, ob eventuelle Nachteile dieser Topologie für mich in meinem Keller überhaupt feststellbar sind. Sprich, brauch ich hochwertige Messgeräte um die Unterschiede festzustellen, oder gibt es ganz konkret Schaltungen, die mit dem einen Netzgerät aus dem Schritt kommen, mit dem anderen nicht?
Für den Fall dass das nicht deine Aussage war, sondern es eine rein subjektive Präferenz ist, hab ich nix gesagt. Ist dann falsch rübergekommen.

Die oben zitierte Frage nach den inneren Werten des Geräts kam zwar mit einer für mich nicht nachvollziehbaren Begründung, ist an sich aber voll und ganz berechtig. Eine Antwort darauf zu erhalten, vielleicht von Leuten die das scheinbar erfolgreiche Vorgängermodell kennen, war der Grund warum ich dieses Thema überhaupt eröffnet hatte. Da keine Antwort kam, hatte ich nicht weiter gepostet, als ich mehr Infos zusammengesucht hatte. Und beim letzten Post hatte ich es auch noch gut blöd vergessen. Dabei gibt es ne ganze Menge an Dokumentation und Erklärungen:
https://www.envox.hr/eez/eez-bench-box- ... odule.html
Messungen gibt es ebenfalls:
https://www.envox.hr/eez/eez-bench-box- ... odule.html
Auf mich wirkt das in den Links erklärte und gezeigte alles sehr vernünftig, ich bin aber kein Netzteilexperte, und würde mich freuen wenn jemand das besser einschätzen kann.


Liebe Grüße,
Max

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