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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 12:28 
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Beiträge: 267

Spezialgebiet: Physik, Elektronik
Hallo Elektronikfreunde

Von einem Händler für Gebrauchtelektronik ließ ich mir zwei Tektronix 11000 Oszilloskopframes DSA 602 und DSA 602A kommen.
Da ich der Meinung war, die Geräte wären vor dem Einladen ins Händler-Auto wenigstens
kurz einmal an Netz gegangen, die erste Antwort vom Händler war, "ja, natürlich", habe ich die Geräte in einer großen Messehalle ans Netz angeschlossen, um die Frames selbst sowie einige 11000er Einschübe zu testen.
Mehr habe ich aber nicht gebraucht.
Nach etwa 5 bis 10 Minuten nach dem Einschalten, eines der Geräte funktionierte elektrisch zunächst tadellos, kam beißender Rauch aus beiden Geräten heraus, der die Luftqualität in der Austellungs-Halle sehr stark beeinträchtigte.
Ein Gerät fing sogar innen zu brennen an.
Nach Löschen des Brandes gab der Händler zu, vor dem Einladen absolut nichts an den Geräten gecheckt zu haben.

Wobei doch jeder erfahrene Elektroniker wissen sollte, dass man vor dem Einschalten von längerer Zeit unbenutzter HP- und Tektronix Geräten diese zunächst an einen Regeltrafo anschließt und die Netzspannung erst im Laufe von 2-5 Minuten den vollen Wert erreichen läßt, um diverse Kondensatoren (Elkos et.) neu zu formieren und mögliche knallgasähnliche Explosionen zu vermeiden.

Mich würde interessieren, ob jemand schon ähnliche Erfahrungen mit Rauch und Feuer beim Einschalten alter Elektronik gemacht hat.

Das einig Positive an dieser Aktion war eine entspechender Preisreduktion.

Bilder von den verbrannten Teilen bringe ich bald.

Ich hoffe, ich bekomme von Euch auch Tipps füe die Reparatur dieser Geräte.
Die Dokumentation der Tek-Geräte ist bei der 11000 er Serie leider nicht ausreichend, im Gegensatz zur 7000 Serie.

Viele Grüße

Physikfan


Zuletzt geändert von Physikfan am Fr 18. Aug 2017, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 16:35 
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Spezialgebiet: MCUs, HF, IT
Deine Beschreibung klingt erstmal exakt nach kaputten X2-Kondensatoren... Wäre ja dann eine sehr einfache Reperatur :)

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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 18:06 
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Spezialgebiet: Physik, Elektronik
Bitte, was sind X2 Kondensatoren?


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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 19:33 
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Schule/Uni/Arbeit: Student B. Sc. Chemie
Das sind Entstörkondensatoren :)
siehe hier auf Wikipedia

LG
Vapo

EDIT: So ein Problem hatte ich auch schon mit meinem Phillips Oszi ... Den Entstörkondi hat es unter starker Rauchentwicklung zerlegt.

_________________
Ein hoch auf die magische Säure

Klick hier um mir eine Freude zu machen :)

Es dauert nicht mehr lange bis es Kochsalz nur noch in 50g Tütchen gibt und bei Abgabe eine EVE unterzeichnet werden muss


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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 20:46 
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Beiträge: 2115

Schule/Uni/Arbeit: Doktor
Entstörkondensatoren im Oszilloskop :? :gruebel:

Ich meine eher , das waren die Elkos

_________________
[ex Micha29]


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BeitragVerfasst: Di 1. Aug 2017, 22:15 
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Beiträge: 237
Wohnort: Schweiz

Spezialgebiet: Chemie
Mit Kondensatoren hatte ich noch nicht so grosse Probleme (immer im Voraus bemerkt), aber mir ist mal ein Selengleichrichter abgeraucht, wem das schon mal passiert ist, weiss, wovon ich schreibe... (der Gestank ist unausstehlich, giftig, Knoblauchartig, und bleibt lange, auch nach dem Lüften im Raum).

Davon kommt auch sein Name: Gleich-riecht-er :mrgreen: .


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BeitragVerfasst: Fr 11. Aug 2017, 15:24 
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Spezialgebiet: Physik, Elektronik
Bilder des fast abgerauchten DSA602:


Bild
DSA602

Bild
Netzteil von der Seite

Bild
Netzteil von hinten

Bild
Rückseite der hinteren Abdeckplatte

Bild
Platine mit abgerauchtem Bauteil

Bitte um Kommentare


Zuletzt geändert von Physikfan am Fr 18. Aug 2017, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr 11. Aug 2017, 15:45 
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Schule/Uni/Arbeit: C:/Windows/System32
Auf ebay fand ich ein (winziges) Bild eines funktionsfähigen Netzteil Boards. sieht nach einem Entstörkondensator aus.
http://i.ebayimg.com/images/g/qEsAAOSwd ... s-l300.jpg

_________________
Bild


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BeitragVerfasst: Fr 11. Aug 2017, 20:18 
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Spezialgebiet: Physik, Elektronik
Bilder von Teilen des abgerauchten und brennenden DSA602A:

Bild
Stromversorgungsplatine mit defektem Filter X2

Bild
Filter X2 im Detail, dieses Bauteil brannte.
Diese Platine sieht besser aus, als die nichtbrennende Platine des DSA402.

Bitte um Kommentare


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BeitragVerfasst: Fr 11. Aug 2017, 20:32 
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Ja, ein X2-Entstörkondensator, ein Kunststoff-Folienkondensator (MKP vermutlich).

Eigenartig das gerade der als erster in Rauch aufgeht, eigentlich sollen die Dinger ja besonders robust sein.
X2 ist allerdings die schlechteste Klasse der Entstörkondensatoren, X1 ist besser und Y noch besser.
Viel Last hat der ja normalerweise nicht zu tragen. Evtl. gab es ein hohe Einschaltspitze oder ein anderes Bauteil ist defekt gewesen und in Folge hat es dann auch diesen zerrissen. In Flammen aufgehen sollten die jedoch eigentlich nicht, dafür gibt es ja extra Normen - aber es wird eben gespart wo es geht...

Mir ist mal ein alter Kondensator in einer Leuchtstoffröhre explodiert - mit einem richtig lautem Knall. Gebrannt hat aber nichts - nur leichter Rauch.


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BeitragVerfasst: So 13. Aug 2017, 14:54 
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Bilder von Teilen der DSA602:


Bild
Defekter Bauteil entfernt

Bild
Zweiter gleicher Bauteil noch unversehrt

Bild
Kleine Filter

Bilder von Teilen der DSA602A:

Bild
Zweiter gleicher Bauteil noch unversehrt

Bild
Kleine Filter

Bemerkenswert ist, dass bei beiden Geräten, zufällig?!, jeweils die gleichen Kondensatoren RIFA 0.6 uF X bzw. RIFA 0.6 uF X2, jeweils links oben auf den Platinen, und auch NUR diese, verschmort sind.
Ich muß auch zugeben, dass dieser Vorfall meine allererste Begegnung mit dieser Art von Entstörkondensatoren war.

Bitte um Kommentare


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BeitragVerfasst: Mo 14. Aug 2017, 18:51 
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Dazu

http://www.elektronikpraxis.vogel.de/pa ... es/408422/

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[ex Micha29]


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BeitragVerfasst: Mo 14. Aug 2017, 21:06 
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Beiträge: 1399
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Spezialgebiet: Informatik
Interessanter Artikel.

Gibt es eigentlich eine einfache Möglichkeit solche Transienten, deren Höhe bzw. dU/dt sowie deren Häufigkeit zu messen?
Oder kann man solche Daten zur "Stromqualität" beim Energieversorger erfragen?
Letztendlich hängt es ja auch davon ab, von welchem Trafohäuschen man versorgt wird, oder wer da in der Nachbarschaft welche Gerätschaften laufen lässt bzw. schaltet. Man könnte auch vermuten: je mehr MFK-Mitglieder in der Nachbarschaft wohnen, desto mehr Störungen sind zu erwarten. :hihi: :mrgreen:

Gegen solch zerstörerische Transienten könnten auch TVS-Dioden helfen oder Varistoren oder ein größeres Snubber network - oder alles zusammen :-)


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BeitragVerfasst: Fr 18. Aug 2017, 11:41 
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An alle DSA602 und DSA602A Besitzer

Bitte welcher DSA602 und DSA602A Besitzer hat sein Gerät schon offen gehabt und
kann mir etwas über die Verkabelung dieser Platine knapp neben der Stromversorgung sagen?

Bild

Es geht um den zweipoligen weißen Stecker, der dritte von links unten, mit den zwei Kabeln rot und braun.
Bei meinem DSA602A ist er vorhanden,
bei meinem DSA602 fehlt er.

Ich frage mich jetzt, mangels Schaltplan, ob das zu tun hat mit der Stromversorgung des Diskettenlauwerkes im DSA602A.
Der DSA602A hat eines, der DSA602 hat keines.

Viele Grüße

Physikfan


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BeitragVerfasst: Do 24. Aug 2017, 08:56 
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Meine neueste Information diesbezüglich:
Sowohl der DSA602A als auch der DSA602 sollten dieses Kabel auf dieser Platine haben.
Anscheinend fehlt dieses Kabel bei meinem DSA602.

VG

Physikfan


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