Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

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Bastl_r
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#46 Beitrag von Bastl_r »

Hab leider keinen Speicheroszi.
Dafür war ich bislang immer zu geizig weil ja mein oller Analoger Hameg noch funktiiniert.
Mit Stromwandler zu messen halte ich übrigens für eine schlechte Idee.
Ohne Bürde bräuchte ich dann mit Sicherheit einen neuen Oszi weil es dann den Eingangskreis abschießen würde.
Geeignete leistungsfähige Shunts hätte ich hier.

:gruebel: Hmmm, ich könnte ja mal versuchen den Oszibildschirm zu filmen. Potentialfrei/Erdfrei ist meine Gleichspannung ja :gruebel:

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oglbi
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#47 Beitrag von oglbi »

Man kann das mit einer Rogowskispule machen. Das aus meiner Sicht einzige Problem ist die Eichung.

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Thunderbolt
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#48 Beitrag von Thunderbolt »

oglbi hat geschrieben:
Do 7. Mai 2020, 17:00
Man kann das mit einer Rogowskispule machen. Das aus meiner Sicht einzige Problem ist die Eichung.
Die braucht aber soweit ich weiß 'n nachgeschalteten integrierer um damit strom zu messen
Hier gibts infos dazu
https://tesladownunder.com/CanCrushing. ... rentPulses
https://4hv.org/e107_plugins/forum/foru ... 62409.post

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Bastl_r
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#49 Beitrag von Bastl_r »

Hier ein Screenshot vom Abfilmen des Oszis
Ich hatte einen 600A/60mV Shunt in Serie.
Vertikalablenkung 1V/Div Horizontal, meine ich, war bei 1ms. bin mir da aber nicht mehr ganz sicher.
Erfassung war AC

Oszi.png
Oszi.png (419.05 KiB) 755 mal betrachtet
IMGA0954.MP4
(20.19 MiB) 13-mal heruntergeladen
Und noch drei Oszibilder die den Stromverlauf des Sterbens einer 125A Sicherung dokumentieren
Oszi_125A_1.png
Oszi_125A_1.png (445.62 KiB) 751 mal betrachtet
Oszi_125A_2.png
Oszi_125A_2.png (425.89 KiB) 751 mal betrachtet
Oszi_125A_3.png
Oszi_125A_3.png (425.08 KiB) 751 mal betrachtet
Die Kamera macht 60Fps also liegen die Bilder jeweils etwa 16ms auseinander

bastl_r


oglbi
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#50 Beitrag von oglbi »

@thunderbolt
Der allseits bekannte Rapp hatte in seinem Buch beschrieben dass er 200 Windungen 0.2mm dicken Kupferlackdraht aufgewickelt hat und daran in Reihe 47kOhm und 100nF angeschlossen hatte. Die Spannung am Kondensator nannte er integrierte Spulenspannung. Er untersuchte das Signal auf einem Oszi und verglich es mit dem Signal von einem shunt im gleichen Lastkreis. Beide Signale waren deckungsaehnlich.
Dann hat er 7 Messungen von 0.8kA-6kA gemacht und kam auf Spannungen von 4-26mV. Leider ist nicht ueberliefert wie dick/lang der Spulenkoerper (Gummischlauch) war.

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#51 Beitrag von Bastl_r »

Bin ein paar mal zurück. Dabei hat es dann meinen zuletzt erstellten Beitrag mitsamt Bildern dann irgendwie hierhineingebaut.
Jetzt ist der neue Beitrag wieder am Ende und dieser halt futsch.
Zuletzt geändert von Bastl_r am So 10. Mai 2020, 04:03, insgesamt 5-mal geändert.


oglbi
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#52 Beitrag von oglbi »

Die Spulenfrage koennen dir bestimmt unsere Theoretiker beantworten. Da wuerde ich dann gleich noch eine Bonusfrage hinterherschieben wollen.
Was fuer einen Einfluss hat ein zu dicker Spulenkoerper?

Die Formel war um abzuschaetzen wie schnell Dose war. Hoehe 40m waeren dann auf jeden Fall groesser 101km/h.

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#53 Beitrag von Bastl_r »

Hallo Stoppi

Wa hast Du für eine Funkenlänge bei deiner Zündfunkenstrecke?
Ich baue mir nun auch gerade eine, bin mir über dessen Wirksamkeit noch nicht ganz im Klaren.
Auch frage ich mich, ob das entstehende Plasma so niederohmig wird wie ein Schalter?

Gerne darf das auch ein Anderer beantworten. ;)

Ich habe zwei Hartmetallspitzen aus einer Straßenfräse die ich, aus der Erfahrung mit meinem Alustreifen nun etwas massiver auf einer Holzplatte befestige, also massive Stahlteile verwende.
Ich werde auch gleich unten rum, da wo der Fuß an die Holzplatte geschraubt wird, Isolierfolie auslegen, damit der Zwischenraum nicht leitfähig wird.
Hast Du deine Zündfunkenstrecke schon getestet ob die "schaltet"?

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stoppi
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#54 Beitrag von stoppi »

Die Hauptfunkenstrecke zwischen den beiden Messingbolzen beträgt 2.5 mm, kann aber verstellt werden. Dazu orthogonal eben die Triggerfunkenstrecke, deren Pole einen Abstand von rund 6 mm aufweisen. Der Triggerfunken bildet sich aber nicht im gesamten Zwischenraum aus, sondern nur von den Drahtenden zu beiden Messingbolzen.

Wie niederohmig das Ganze dann wird, kann ich dir leider auch nicht sagen.
Dateianhänge
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Kondensatorbank_98.jpg (39.04 KiB) 663 mal betrachtet

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#55 Beitrag von Bastl_r »

Hallo,
und vielen Dank für die Erklärung sowie die Skizze.
Dazu hätte ich, wäre ich mit meinem Aufbau nicht schon fertig geworden, noch eine Frage gehabt. Meine Capbank habe ich auch wieder restauriert so dass sich die Frage, mithilfe der Praxis, nun erledigt. Meine Elektroden sind nämlich (noch) spitz zulaufend. Weisen aber schon geringe Abnutzungsspuren auf..
Zwei kleine Tests mit 50 - 70V haben gezündet, aber seltsamerweise mit etwas Verzögerung. Mehr wollte ich nicht machen. Es war ja immerhin schon 2 Uhr durch :hihi:
Am Montag drehe ich dann mal auf. Bin gespannt ob ich die Elektoden besser festschrauben muss weil sie gleich davonfliegen. :trollface:

Hier mal ein paar erste Eindrücke.
In dem Akkugehäuse mit der Greinacher-Schaltung oben drauf ist die Elektronik eines leistungsfähigen Ozongenerators der etwa 2 - 3kv erzeugt.
Mit Belastung durch die Greinacher zieht der Generator knapp 2A bei 15V aus dem Akku. So ist sie zwar nicht Dauerbetriebsfähig (>1min) aber die Zündung ist ja eh nur sporadisch und kurzzeitig.
IMG_20200510_033850.jpg
Auf der Linken Seite ist der Hartmetallmeißel nur stramm in das Rundmaterial eingesteckt. So habe ich die Möglichkeit durch Lösen der Schraube diesen etwas nachzuschieben wenn er etwas abgebrannt ist. Sollte dies zu oft passieren gehe ich wieder auf den Hammerschalter zurück.
IMG_20200510_033901.jpg
Zündung bei Fremdlicht
IMG_20200510_033916.jpg
Zündung im Dunkeln
IMG_20200510_033930.jpg
Hier komplett mit dem Starttaster
IMG_20200510_034011.jpg
Faszinierend wie jetzt schon mit nur 60 - 70V ein Materialübergang von einer zur anderen Seite zu beobachten ist
IMG_20200510_015723.jpg
IMG_20200510_015736.jpg

Hat mir einer eine Einschätzung was dem Oszi passiert wenn ich diesen am Shunt angeschlossen habe und zünde?
Gefühlsmäßig eigentlich nichts, da Zündung und DC-Kreis ungeerdet sind.


bastl_r

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Bastl_r
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#56 Beitrag von Bastl_r »

bastl_r hat geschrieben:
Fr 8. Mai 2020, 20:53
Höhere Elkospannung wäre schön. Leider sind die alten Blitzelkos bei 350V am Ende. Mir hat es vorgestern wieder einen im Paket zerlegt wobei es dann noch einigen weiteren die Anschlußdrähte abgerissen hat.
Von wegen Elko zerlegt!
Ihr erinnert Euch vielleicht an den Funken der in dem einen Video aus der Kapbank hervorhüpfte?
Ich hatte damals keine wirkliche Ursache gefunden.
Jetzt weis ich was war:

An dem Draht der da quer über den anderen Elkos liegt war der Schraubanschluß nicht hundertprozentig fest.
Jetzt hat sich offensichtlich zunehmend verdampftes Metall angelagert welches zum Überschlag führte und die Energie über den Elkos freisetzte.
IMG_20200509_225859.jpg
IMG_20200509_225910.jpg
Die Glasplatte die zwischen den Paketen liegt
IMG_20200509_225811.jpg
IMG_20200509_225820.jpg
Die sind gleich stehen geblieben weil beide Anschlußdrähte ab sind.
IMG_20200509_230200.jpg
Dazu kommen nocheinmal 9 Stück bei denen wenigstens ein Draht dran blieb. Somit habe ich nach Neuverteilung nur noch 2 x 149µF.
Wenn mir jemand einen Tip hat wie ich die Drähte, oder auch etwas anderes, an die Elkos angeschweißt bekommen gerne her damit.
Mittlerweile liegen hier über 30Stück!

bastl_r

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#57 Beitrag von Bastl_r »

350V gehen zum Testen. Auch Sonntags. :hihi:

Leider zeigen selbst Tests mit dieser "geringen Spannung", dass diese Funkenzündung nicht für Dauerbetrieb geschweige denn 4-Fache Energie geeignet ist.
Mir hat es nun nach nur 3 Entladungen mit 250V 300V und 350V die Zündelektroden so weit mit abgebrannt, dass die Zündspannung nicht mehr für einen Überschlag reicht. :wotan:
IMG_20200510_173035.jpg
Mal schauen wo ich auf die Schnelle Wolframelektroden her bekomme. :gruebel:

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#58 Beitrag von Bastl_r »

Ich gehe wieder auf den mechanischen "Schalter"!
Bei höherer Spannung funktioniert zwar die Zündung zuverlässig, aber mit mehr als 500V muss ich jedes Mal den Schweißdraht nachjustieren weil der Teil des Plasmas wird. :omg:

Bilder vorher - nachher
IMG_20200510_180520.jpg
IMG_20200510_181320.jpg
Eigentlich hätte ich erwartet, dass an den Drahtenden eine Kugel vom Aufschmelzvorgang entsteht, aber im Gegenteil sind die schön spitz, was den Lichtbogen begünstigt.
Möglicherweise wird auch das aufgeschmolzene Material gleich weggeblasen.

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Multi-kv
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#59 Beitrag von Multi-kv »

Spannend wie selbst das HM da abgetragen wird :awesome: - hätte ich nicht erwartet.
Wolframstäbe als Zündelektroden wären sicher eine Lösung - aber vermutlich auch nicht auf Dauer.

Diese abgerissenen Kondensatorkontakte sind recht schwierig zu reparieren. Das einzige was mir einfällt wäre Punktschweißen, so 2-3 kA für 10 ms schätze ich. Habe mir mal so ein Gerät aus einem alten Schweißtrafo gebastelt, das kommt so auf gut 2 kA, reicht gerade um 1mm Edelstahlblech zu verschweißen.

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#60 Beitrag von Bastl_r »

Multi-kv hat geschrieben:
So 10. Mai 2020, 19:41
Spannend wie selbst das HM da abgetragen wird :awesome: - hätte ich nicht erwartet.
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich bin darauf gekommen weil das mal wo empfohlen worden war.
Aber HM besteht eben nicht nur aus Wolframkarbid sondern auch aus Bindemetallen wie z.B. Kobalt. Und diese werden wohl zuerst aufschmelzen.
Nun besorge ich mir erst mal WiG-Elektroden. Diese sind ja nahezu pures Wolfram. Dann werde sehen wie es denen ergeht.

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