Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

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Bastl_r
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Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#1 Beitrag von Bastl_r »

Richtig. In Betrieb nehmen muss ich da schreiben.
Bin jetzt schon zwei Tage am Formieren.
Die ersten Elkos konnte ich noch ohne viel Kollateralschaden entfernen.
Heute hats bereits zweimal ordentlich gerummst wobei die ollen Dinger versuchten ihr Innenleben auszukotzen.
War zwar schon auf 2x290V oben aber da gabs die schlimmsten Schäden wobei es beide Male einige der umliegenden Elkos ins Verderben gerissen hat weil deren Anschlußdrähte mit abrissen. :wotan:
Das waren Mal Blitzelkos mit je 1500μF. In Summe Pro Lage etwa 96000μF bei 350V Spannungsfestigkeit.
In den Kästen im Hintergrund lauern nochmals je knapp 20000μF.
Ich lade die Bänke in Delon-Schaltung und möchte wieder auf wenigstens 330V kommen. So lange muss ich halt noch formieren...

bastl_r
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Multi-kv
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#2 Beitrag von Multi-kv »

Hallo Bastl_r,
wie alt sind denn die Elkos? Kann sein, dass manche schon (fast) ausgetrocknet sind - dann hilft auch kein Formieren mehr.
Mißt Du auch den Strom dabei? Wenn der nicht laufend zurückgeht ist was faul. Eigentlich kannst Du die nur immer einzeln sinnvoll formieren, weil jedes Stück individuelle Probleme haben kann.
Wird natürlich schwierig bei der Menge...
Ich würde die Spannung nicht nur laufend hochfahren - auch mal zwischendurch wieder entladen. Mit zunehmender Spannung dann immer langsamer hochfahren.
Wenn der Strom dabei plötzlich ansteigt, sofort wieder etwas runter mit der Spannung.

Scheinen mir recht klein für 1500 uF, aber man kann die Größe auf den Fotos nicht so wirklich einschätzen.

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Bastl_r
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#3 Beitrag von Bastl_r »

Für 1500uF sind die wirklich klein.
Ich hatte mir das damals, mitte 80er so erklärt, dass Blitzelkos nicht für Dauerbetrieb ausgelegt sind.
War eine Restpostenaktion beim Pollin....

Formieren tu ich schon seit zwei Tagen. Strommessen ist bei dem Haufen so ne Sache. Wenn ich mit 200AC drangehe fließen da zunächst etwa 20A duch die Leitung wenn sie dann voll sind sieht man nix mehr.
Ich hatte die gestern zunächst zwei Stunden an 250VDC. Da war alles gut.
Dann habe ich abgeschaltet und die Dinger sich vier Stunden selbst überlassen. Dann war der untere Block leer und der obere hatte noch180V.
Anschließend hab ich sie wieder gelade. In Schritten zunächst bis ca 270V und das Ganze sich selbst überlassen. Nach 5 min hat es die erste Reihe zerrissen. OK. Die Schlechten ins Töpfchen und wieder eingeschaltet. Spannung erhöht und Bumm.
Jetzt muss ich eine Reihe des unteren Blocks in den Oberen verpflanzen damit die wieder einigermaßen symmetriert sind.
Momentan formieren die wieder bei 250V vor sich hin...
Nachher geh ich wieder in Schritten auf 290V(in Wirklichkeit 2 x 290V da in Serie un mit Delon geladen)
Dann mach ich mal ein Video vom Entladerumms. Hab ich gestern Abend schon gemacht, aber da hat mich mein Handy verarscht und einen Scheißdreck aufgenommen. Der Anschiß der Family den ich gleich drauf bekam, es war ca 22:15Uhr, lies mich von weiteren Versuchen absehen. :tropfen:

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Multi-kv
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#4 Beitrag von Multi-kv »

Oh - diese Spezialaktionen bei Pollin! Hatte da auch mal günstig einen Satz Elkos (glaube 35V / 5000 uF oder sowas) gekauft.
Stellte sich heraus, die waren von Frako - (ehem. Frankfurter Kondensatoren Fabrik) - die haben aber Elkos nur bis 1989 gebaut!
Die Dinger waren also zum Kaufzeitpunkt mind. 30 Jahre alt. Das kann man für Elkos vergessen!
Wenn deine ein ähnliches Alter haben, kannst Du eigentlich nicht mehr viel erwarten - die meisten werden ausgetrocknet sein.
Ich würde wirklich ein Amperemeter mitlaufen lassen, damit Du sehen kannst wie sich der Strom entwickelt. Wenn der bei gleichbleibender Spannung nicht sinkt, stimmt was nicht!
Und wenn der Strom plötzlich ansteigt ist es kurz vorm Wumms! - Spannung sofort runter!

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Bastl_r
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#5 Beitrag von Bastl_r »

Wenns nicht jedes Mal die Kollateralschäden gäbe wäre mir der Wumms Wurscht.
Wer nicht (mehr)mitmachen will fliegt raus. :wotan:
Immerhin war ich vorhin schon Fehlerfrei auf 305V.
Jetzt Bau ich eine Reihe von Unteren in den oberen Pack. Denn beim Enladeversuch war das Obere deutlich tiefer als das untere Pack.
Und dann geht's Richtung 320V. Schauen merr mal ob's klappt.

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axonf
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#6 Beitrag von axonf »

Hallo grüss dich Bastl, ich bin ja kein Fachmann, aber es doch auch möglich Elkos mit einem kleinen Widerstand in Reihe zu schalten um die Spannungsfestigkeit zu erhöhen. Nur muss man dann beachten das die Becher gut voneinander isoliert sind. Ich habe auch noch eine Bank aus einem alten Thyristorumrichter, damals waren diese Teile noch so groß wie ein Kleiderschrank. Einen schönen Abend wünscht der axonf.

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#7 Beitrag von Bastl_r »

Also...
Ich war nun bei 2x 320V ohne weitere Kollateralschäden. Die die nicht mitspielen wollten habe ich wohl nun erfolgreich aussortiert wobei ich vorhin beim Umbauen noch einen gefunden hatte der am Anschluß ein wenig auspupste. Ich glaube, dass das Gummi mittlerweile zu hart ist. denn eine Stelle an der der Überdruck abgelassen werden könnte ist eigentlich vorhanden.
Eigentlich. Nachher nochmal schauen. Hab da vorhin weitab des Geschehens einen abgesprengten Deckel gefunden. Vielleicht war das ja damals eine fehlerhafte Charge bei der die Öffnung zum Druckablass vergessen wurde.

Bei 2 x 320V bleibt jedenfalls von einem 4mm starken VA-Draht nichts mehr übrig. Der desintegrierte sich schlagartig in Richtung des Garagentores.
Ebenso erging es einem ca 8cm langen 10mm² Massivkupfer.
Am extremsten rummst es wenn ich möglichst massiv gestaltete Elektroden zusammenhalte.
Weitermachen darf ich aber heute und morgen sicherlich nicht mehr. Hab den Anschiss meiner Frau schon kassierrt. :hauen:
"Du brauchst dich nicht zu wundern wenn mal die Polizei da steht!" :rage:

Später gibts noch ein schönes Zeitlupenvideo von dem VA-Draht :D
axonf hat geschrieben:
Sa 18. Apr 2020, 19:19
Hallo grüss dich Bastl, ich bin ja kein Fachmann, aber es doch auch möglich Elkos mit einem kleinen Widerstand in Reihe zu schalten um die Spannungsfestigkeit zu erhöhen.
Das macht keinen Sinn. Ich will die Dinger ja auf 330V geladen haben. Und ja, die Zeit die dazu benötigt wird ist einigermaßen nachrangig. Hab ja schon in jedem Zweig je einen 10 Ohm Widerstand drin. Dennoch würde der anfängliche Ladestrom auf weit jenseits 20A ansteigen weswegen ich bei nur 150VAC am Variac(ein Trennstelltrafo) anfange und dann, entsprechend des Ausschlags am Amperemeter, die Wechselspannung bis auf ca 230VAC erhöhe.

In den Kästen im Hintergrund sind je ein Schütz und die angesprochenen Widerstände verbaut. Diese werden mittels dem Schlüsselschalter geschaltet.
in Mittelstellung, bei abgefallenen Schützen, sind sind die Widerstände über die Kondensatoren geschaltet und der Ladeanschluss getrennt.
In Stellung On(nach oben) wierden die Entladewiderstände getrennt und mit dem dann freien Ende an den Ladeanschluß geschaltet.
So habe ich auch bei Spannungsausfall in kurzer Zeit eine entladene Capbank.

bastl_r
Zuletzt geändert von Bastl_r am Sa 18. Apr 2020, 21:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Multi-kv
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#8 Beitrag von Multi-kv »

Die Entladungen klingen ja mal spannend! Mach mal ein nettes Video :-)
10mm2 Massivkupfer verdampfen möchte ich mal sehen. Du machst das hoffentlich draussen - damit auch die Nachbarn was davon haben :-)

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#9 Beitrag von Bastl_r »

Multi-kv hat geschrieben:
Sa 18. Apr 2020, 20:58
Die Entladungen klingen ja mal spannend! Mach mal ein nettes Video :-)
10mm2 Massivkupfer verdampfen möchte ich mal sehen. Du machst das hoffentlich draussen - damit auch die Nachbarn was davon haben :-)
Der VA-Draht sieht spektakulärer aus wohingegen der Kupferdraht mehr fühlbaren Druck hatte. :twisted: ,

Um die Nachbarn zu ärgern muss ich nicht raus. Die Druckwelle in der Garage ist schon so kräftig, dass ich davon überzteugt bin, dass das durch die dünnen Brettchen da draußen nahezu ungefiltert ankommt. :trollface:

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#10 Beitrag von Bastl_r »

Also, wie versprochen, die ersten drei Videos

Ca 560VDC an der Capbank. Dabei ist der VA-Draht "nur" abgerissen und lag nachher am Garagentor


Nun ein Kupferdraht mit 640VDC



Und das, wie ich finde, spektakulärste/ schönste Video bei dem sich der 4mm VA-Draht komplett desintegrierte :twisted:
Man beachte den nachglühenden Drahtrest an dem Flachmaterial.



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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#11 Beitrag von Bastl_r »

Und noch eines.

So mache ich nächste Woche noch eines mit Ton.
Leider kommt dieser nicht optimal rüber, da das Mikrofon übersteuert wird.
Man sieht aber schön wie die Druckwelle die Funken einer Supernova gleich vom Zentrum wegverteilt und es mir die Hand dabei zurückschlägt.



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Death
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#12 Beitrag von Death »

Beeindruckend :hehe:

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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#13 Beitrag von Multi-kv »

ja, wirklich beeindruckend!
Wie lange die glühenden Brocken noch vor dem Garagentor rollen in der Zeitlupe!
Und das machst du alles relativ ungeschützt mit der Hand am Arm!? :shock:
Welche Energie da in wenigen ms (Bruchteilen) verbraten wird - gibt ne schöne Momentanleistung!

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VDX
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#14 Beitrag von VDX »

... das mit dem "lange herumrollen" hatte ich auch in klein bei 60 Volt -- hier, ab 0:13 :trollface:

https://www.youtube.com/watch?v=_ezBmg1y84Q

Viktor
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Re: Capbank aus alten Blitzelkos in Betrieb nehmen

#15 Beitrag von Death »

Elektriker rollen auch oft leicht glühend und fluchend über den Boden... dann haben die aber Mist gebaut :trollface:

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